Harald
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Beitrag: (p65698)
Verfasst am: 18. Nov 2008, 14:34 |
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FAQ-Hilfe: Rediffenrenzierung (Überblick)
Hallo,
es gibt verschiedene Ansätze, um wenig-differenzierte Schilddrüsenkarzinome zu redifferenzieren (siehe Glossar differenziert), so dass die Krebszellen wieder Jod aufnehmen, und somit einer Radiojodtherapie zugänglich sind.
Es gibt dabei mehrere Substanzen, mit denen man versucht eine Reddifferenzierung zu erreichen: Isotretinoin (= 13-cis-Retinsäure = Roaccutan® = ein natürliches Stoffwechselprodukt der Hormonvorstufe des Vitamin A)
- Rosiglitazone (Medikament, das auch zur Behandlung von Diabetes eingesetzt wird) - hier laufen Studien ] in München an der Ludwig-Maximilians-Universität - Medizinische Klinik - Innenstadt
(Prof. Gärtner).
Auf dem ETA-Kongress 2008 hat hier Prof. Gärtner eine Studie an 13 Patienten vorgestellt. Bei 7 Patienten soll sich die Jod-Aufnahme verbessert haben. Es sollen keine Nebenwirkungen durch Rosiglitazone aufgetreten sein, außer einem leichten Ödem (Wassereinlagerung) bei einem Patienten
(Quelle: Hormones 2008;7 Suppl1; 46/7; P016).
Update 25.6.2010:
siehe im Forum auch: Rosiglitazone (Redifferenzierung Schilddrüsenkrebs).
Auch wenn keine Redifferenzierung erreicht wird, so glaubt man feststellen zu können, dass das Wachstum der Metastasen verlangsamt ist. Aussagekräftige Studien hierzu fehlen allerdings noch.
- Simvastatin (ist ein HMG-CoA-Reduktasehemmer und gehört zur Gruppe der Statine)- an der Nuklearmedizinischen Klinik der Universität Wien
wurde von der Gruppe um Prof. Sinzinger und Staudenherz hiermit eine Patientin behandelt.
Ein Fallbericht wurde in der Zeitschrift Nuklearmedizin 3/2006, N28-N30 veröffentlicht.
Keines der Medikamente hat bislang eine Zulassung für die Redifferenzierung. Die Erfolge zeigen sich nur bei einem Teil der Patienten, da die Nebenwirkungen von Isotretinoin und Rosiglitazone relativ harmlos sein sollen (von Simvastatin weiß ich es nicht), wird es von einigen Nuklearmedizinern zumindest als mögliche Behandlungsversuche in Betracht gezogen.
Wenn die Behandlung nicht in einer Studie erfolgt, gibt es nur die Möglichkeit des Off-Label-Use
(siehe z.B.: FAQ zu Isotretinoin ).
Allgemein empfiehlt es sich bei diesen Therapieversuchen, sich damit in ein Zentrum zu begeben.
(siehe FAQ: Zentren für den nicht-jod speichernden Schilddrüsenkrebs)
Interessant in diesem Zusammenhang ist auch ein neuer Ansatz in der Krebstherapie (
Die Arbeitsgruppe von Frau PD Dr. Christine Spitzweg an der Medizinische Klinik II - Campus Großhadern, Klinikum der Universität München erforscht hier wie der Jodtransporter der Schilddrüse ((Natrium-Jodid-Symporter = NIS) gezielt in Tumore gebracht werden kann. Mit Hilfe spezieller Stammzellen wurde NIS in Prostata- und Leberkrebszellen von Mäusen gebracht.
Die Wilhelm-Sander-Stifung unterstützt hier dieses Forschungsprojekt mit 250.000 Euro (siehe Pressemitteilung auf idw, 14.11.2008 )
Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch, dass man einen möglichen Erfolg einer Redifferenzierung nicht dadurch behindert, dass man mit Aprikosenkernen (Amygdalin, Laetrile, Vitamin B17 etc.), die Jod Aufnahme womöglich verhindert.
(siehe ausführlicher FAQ-Warnung zu Aprikosenkerne - Amygdalin, Laetrile, Vitamin B17 etc.)
Viele Grüße
Harald
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