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dkr
Anmeldung: 19.07.09 Beiträge: 1998 Multifok. pap. SD-CA... Ober-Ramstadt  50+ |
Beitrag:  (p90129)
Verfasst am: 21. Jun 2010, 16:11 |
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Hallo,
das kann ich unterschreiben, vielleicht hätte ich schreiben sollen " das ihm maximal Zustehende bekommen können", was nicht heißt, dass man es auch in Anspruch nehmen muss.
Ich hab auch viele Jahre lang nicht immer alles in Anspruch genommen, was mir vielleicht zugestanden hätte, und oft hab ich auch gar nicht gewusst, was mir zustand. Allerdings hatte ich dann, wenn ich es wirklich brauchte, öfter Probleme es auch überhaupt zu bekommen. Die Gesellschaft ist beispielsweise nicht wirklich darauf eingerichtet, dass Selbstständige auch in Notlagen geraten können und eben nicht alle (oder vermutlich die wenigsten kleinen) so gut verdienen bzw. in der Lage sind sich hinten und vorn abzusichern, dass sie solche Rückschläge ohne Weiteres wegstecken können.
Wo ich auch hinschaue, Arbeitsverwaltung, Bafög, Kindergeld, Krankenkasse, Härtefonds der Krebshilfe u.v.a. überall ist man auf abhängig Beschäftigte bestens eingestellt und entsprechende Nachweise sind in der Regel in wenigen Minuten zu erbringen. Aber als Selbstständiger ist es eine Katastrophe nachzuweisen, dass man tatsächlich deutlich weniger Einkommen hatte, als in den 2 Jahren vorher, die in der Regel als Grundlage dienen. Das artet in geradezu unüberschaubare Arbeit aus und landet damit in einem Teufelskreis, weil es einen massiv von der Tätigkeit (sowohl vom Zeitbedarf als auch vor allem vom Verbrauch an Nervenkraft) abhält, mit der man Geld verdienen könnte, um die Verluste möglichst gering zu halten.
Viele Grüße
Karl _________________ Ich muß mit der Gewohnheit brechen, ehe sie mich gebrochen hat.
G.C.Lichtenberg
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meerblau Anmeldung: 09.05.04 Beiträge: 5000 Pap. SD-Ca, follikul... Hannover  40+ |
Beitrag:  (p90132)
Verfasst am: 21. Jun 2010, 16:39 |
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Hi,
ich kann das, was Karl schreibt, nur unterstützen. Als Selbständiger fällt man durch die meisten Raster. Das ist ziemlich hart und auch unfair, wie ich finde. Ich schrieb das ja an anderer Stelle auch schonmal: Der Schwerbehindertenausweis nutzt nur, wenn man entweder angestellt ist und Geld verdient oder man Geld ausgibt und dann ein wenig an den Ausgaben sparen kann. Da ich durch die Erkrankung wenig verdiene, nutzt mir die Steuererleichterung rein gar nichts. So kann das ja eigentlich nicht gemeint sein.
Eine Erwerbsunähigkeitsversicherung hätte ich nach meinem ersten Krebs (mit 18 Jahren) nicht oder nur mit unbezahlbar hohen Aufschlägen abschließen können.
Ich bin als Freiberuflerin sogar in der Künstlersozialkasse und damit quasi im statlichen Rentensystem. Also würde ich theoretisch sogar eine Erwerbsunfähigkeitsrente bekommen können. Die ist jedoch so lächerlich niedrig, weil sie sich nach meinem Einkommen richtet. Was ja, wie gesagt, wegen meiner Erkrankung sehr niedrig ist.
Etc. pp.
Viele Grüße
Esther _________________ _________________
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sd-wirbel
Anmeldung: 13.03.08 Beiträge: 715 SD-CA med.+papillär/... München Land  60+ |
Beitrag:  (p90133)
Verfasst am: 21. Jun 2010, 17:05 |
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.. dann möchte ich hier noch ergänzend präzisieren, was ich wohl nicht klar genug ausgedrückt habe:
Insofern sollten wir also davon sprechen, dass die Gesellschaft, also wir alle, anstreben sollten, nicht das "maximal Zustehende", sondern das "wirklich NOTWENDIGE" zu beanspruchen und auch zu gewähren. Und da ist eben Vieles im Argen, siehe auch KARIES.
Gruß aus der Sommer-Antaktis München
sd-wirbel |
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| Karies |
Beitrag:  (p90138)
Verfasst am: 21. Jun 2010, 18:29 |
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Hallo zusammen,
nachdem ich so eine Welle ausgelöst habe muss ich ja nochmal etwas dazu schreiben, was ich dachte und warum wieder mal ich gegen alles bin. Besonders gegen den von mir so geliebten Staat und sein System, das oft nicht fertig gedacht hat.
Siehe auch die Schilderungen von: Karl und Esther
Es liegt vielleicht auch an der Überfunktion, die ich hoffentlich bald abgebaut habe, das ich nur noch Probleme sehe.
Ich bin momentan sehr unausgeglichen, aber das gehört hier überhaupt nicht hier her.
Ich dachte, als ich den Beitrag von Tuvok das erste Mal gelesen hatte,
--- das ist nicht schlecht ----,
wenn man das System so bescheissen kann.
(Anders gedacht: ein guter Tipp) @Tuvok: Dies zu publizieren birgt auch die Risiken der Nachahmer.
Das möchte ich noch dazuschreiben, und obwohl es hier gar nicht hergehört:
Mir persönlich nutzt der Artikel nichts, da ich viel zu jung bin.
Entweder ich bekomme die Kurve, oder gehe weit vor 60 in Rente.
Das was ich versucht hatte zu schreiben ist:
Das die Frau ja nichts dafür kann (kann sehr wohl was dafür), wenn sie diesen Juristischen Weg geht, dann ohne Abschläge in Rente geht und hinterher bei endgültiger Abweisung der Klage nicht mehr reagiert werden kann.
Dies ist die Schwäche die ich dann dem Gesetzgeber zuschreibe und nicht der Frau.
Wie Tuvok schrieb ist es ja ganz legal.
Ich würde dann gerne noch wissen, wer die Prozesskosten trägt, und wie hoch die so sind. So was finanziert doch keine Versicherung.
Ich bin jetzt auch verwirrt!
Grüßle Karies
ps.:(Mache ich nie wieder als Gast) |
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meerblau Anmeldung: 09.05.04 Beiträge: 5000 Pap. SD-Ca, follikul... Hannover  40+ |
Beitrag:  (p90140)
Verfasst am: 21. Jun 2010, 18:36 |
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Hallo Karies,
ich bin beispielsweise einem Sozialverband beigetreten (es gibt verschiedene Sozialverbände). Dieser hilft sofort, ich muss dafür ein bisschen höhere Kosten mittragen als ein langjähriges Mitglied. Ich zahle im Monat ungefähr 7,- Euro Mitgliedsbeitrag und für einen Widerspruch etwa 50,- Euro. Sollte ich gewinnen, so bekomme ich die 50,- Euro zurück.
So ist das finanzielle Risiko für mich sehr überschaubar. Mit einem privat finanzierten Anwalt sind vielleicht die Gewinnaussichten etwas besser...
Viele Grüße
Esther _________________ _________________
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| Karies |
Beitrag:  (p90141)
Verfasst am: 21. Jun 2010, 18:58 |
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Na dann,
los geht´s blockieren wir die Gerichte.
Da kann man ja als Kläger nicht nur wenig verieren.
(Oh ja: Ist ironisch gemeint.)
Grüßle Karies |
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Geri  Anmeldung: 25.05.09  Beiträge: 271 fol. SD-CA T3 †1.12.11 |
Beitrag:  (p90148)
Verfasst am: 21. Jun 2010, 20:50 |
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Hallo,
1. Der Staat sind wir alle!
2. Die Sozialsysteme sind kaputt u. fertig weil zu viele wirklich alles
mitnehmen was ihnen zusteht u. nicht nur was sie bräuchten.
Die Klägerin ist einer der vielen kleinen Sargnägel dieses Staates.
Wir alle müssen künftig für diese Verhaltensweisen zahlen. Der Staat in den letzten Jahren noch Miliarden an Steuergelder in das System gepumpt u. ist nicht gewillt dies weiter zu tun (deswegen die Überlegungen von pauschalen Zuzahlungen der Patienten -Praxisgebühr-, -Zusatzbeiträge-, ect. pp.).
Das Schiff ist eigentlich schon gesunken nur keiner hat's gemerkt. Immer höhere Staatsschulden machens möglich. Unsere Kinder u. Enkel müssen es wohl ausbaden. Nicht schlimm übrigends für diejenigen, die keine haben.
LG
Geri |
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Tuvok
Anmeldung: 04.10.06 Beiträge: 844 Idiopathischer Hypopara Hamburg  40+ |
Beitrag:  (p90151)
Verfasst am: 21. Jun 2010, 22:44 |
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Moin moin,
klar hab' ich diesen Thread hier eröffnet, damit vielleicht so mancher seinen / ihren Nutzen daraus ziehen kann. Es ging nicht darum, eine Gesetzeslücke anzuprangern.
Ich gebe zu, ich würde auch immer das legal Mögliche versuchen zu bekommen. Auf eine solche "Idee" muss man aber erstmal kommen.
Karies, ich finde es ok, wenn Du deine Meinung vertrittst. Die Vorgehensweise ist ja nicht illegal.
Viele Grüße
Tuvok _________________ Nicht die Krankheit bestimmt dein Leben, sondern Du selbst! |
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sofia Anmeldung: 25.04.05 Beiträge: 499 Pap. SD-CA Frankfurt am Main  60+ |
Beitrag: (p90153)
Verfasst am: 22. Jun 2010, 07:45 |
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Hallo,
auch wenn man frühzeitig in Erwerbsunfähigkeitsrente geht, es wird hochgerechnet auf 60 Jahre und ein Abzug von 10,8 % wird gemacht. Das hat mir das Versicherungsamt in Frankfurt mal erklärt.
Im Übrigen, ein Behindertenausweis ist kein Freifahrtschein für die Rente.
Die Rentenversicherung prüft jeden Antrag. Es wird nur dann EU Rente gezahlt, wenn die Arbeitsfähigkeit bei unter 2 Std./tgl. beträgt. Egal, ob ein Ausweis vorliegt oder nicht. Man ist mit einem GdB nicht arbeitsunfähig, sondern lediglich "leistungsgewandelt".
Mein Mann hat keine Abzüge bekommen,wegen seines Alters. Ich selbst gehe mit 60 nach Altersteizeit und habe 10,8% Abzüge. Hätte ich 3 Jahre länger gearbeitet, hätte ich keine Abzüge (habe seit 1986 einen Behi-Ausweis und 2005 100 % unbefristet. Meine Schilddrüse hat damit garnichts zu tun.)
LG Sofia _________________
Mehr erfährt man hier ! |
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Alba
Pap. SD-Ca., foll. V... Sachsen-Anhalt  50+ |
Beitrag:  (p90159)
Verfasst am: 22. Jun 2010, 13:37 |
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Hallo,
die bestehenden Systeme sind allesamt so gestrickt, daß nicht etwa der am meisten Bedürftige, sondern der Cleverste am meisten bekommt von staatlichen Transfers oder Sozialleistungen.
Das ist so und das war schon immer so und das wird sich auch nicht ändern, wie ich glaube.
Sich darüber zu ärgern ist müßig.
Da ärgert mich viel, viel mehr, wenn Ärzte ihren Privatpatienten überflüssige Untersuchungen aufdrängen, weil deren Versicherung das zahlt, dieselben Untersuchungen aber gesetzlich Versicherten, die sie wirklich brauchen, verwehrt bleiben oder nur mit Schwierigkeiten bzw. gegen Bares erreichbar sind. Beispiel hier bei uns: PET bzw. PET-Ct.
Unser Gesundheitssysem ist chronisch unterfinanziert - einerseits. Die Politik legt die Axt aber nicht an die größten Kostenverursacher, nämlich z.B. die völlig freien Preise neu entwickelter Arzneimittel, die die Pharmafirmen bei uns in Deutschland (und nur bei uns!) ganz nach Gutdünken festlegen dürfen, sondern konstruiert (kostspielige und bürokratische!) Monstrositäten, die es richten sollen.
Unser Gesundheitssystem läßt andererseits alljährlich immer noch Milliarden an Geldern versickern.
Hinzu kommen Ungereimtheiten aller Art:
- Die Kassen geben für Werbung und Lobbyarbeit viel mehr aus als je für Selbsthilfegruppen und Prävention.
- Die bestehende starre Trennung von ambulanter und klinischer Behandlung fördert immer noch teure Doppelt- und Dreifachuntersuchungen.
- Ein (nicht immer, aber oft) bestverdienendes Zehntel der Bevölkerung kann sich aus der gegenseitigen Solidarität für Alte, Schwache und Kranke ganz und gar ausklinken.
- Die Hauptlast bleibt auf der auch zahlenmäßig immer kleiner werdenden Mittelschicht, die das System, sich selbst und eine immer größer werdende Gruppe von Menschen finanziert, die auf derlei Solidarität angewiesen sind. (Zum Dank werden Leistungsträger wie diese in manchen Ärzteforen als unerwünschte "Kassler" beschimpft.)
Und so könnte ich aufzählen und aufzählen und aufzählen...
Die Anspruchsmentalität der vielen beobachte ich auch. Im Moment sieht es so aus, daß ein Hausarzt oder Internist, der sich entscheidet für jemanden von uns die kompletten SD-Wert zu machen, die Kosten dafür bei anderen wieder einsparen muß, denen dann etwa notwendige Laborleistungen verweigert bleiben. Es sei denn, der Arzt hat unsereinen in irgendwelchen Kategorien Patientenbesonderheit unterbringen können.
Fest steht:
- medizinischen Fortschritt gibts nicht umsonst
- eine alternde Bevölkerung verbraucht immer mehr Gesundheitsleistungen
- gestiegene Lebenserwartung, so schön sie ist, tut vor allem eins: sie kostet was.
Alba hat da auch keine Lösung, aber hielte es schon für einen Fortschritt, wenn erstmal alle an der Grundsicherung beteiligt würden.
Ich bin kein Anhänger irgendeiner Partei, aber jetzige neoliberale Lyrik ist wohl die schechteste Lösung von allen. _________________ Als Verein sind wir stärker: Fördermitglied oder aktives Vereinsmitglied werden |
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