| MartinaH |
Beitrag: (p5923)
Verfasst am: 02. Jun 2004, 22:36 |
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Hallo,
vor einigen Jahren habe ich versucht, durch Anfrage bei der Krankenkasse herauszufinden, bei welchem Zahnarzt meine Tochter in dem Jahr gewesen ist (ist ne längere Geschichte, sie war im Kindergarten, also war ich als Mutter zuständig). Die Auskunft bei der Kasse war: so etwas wird grundsätzlich nicht personenbezogen gespeichert. Alle abrechnungstechnischen Daten sind anonym, verschlüsselt.
Im Klartext (so wie ich die Auskunft verstanden habe): Namen von Ärzten und Namen von Patienten können grundsätzlich nicht zugeordnet werden. Ebensowenig Daten von Konsultationen, Diagnosen, Rezepten.
Das war damals (wenn diese Auskunft denn gestimmt hat).
Angeblich ist das auch noch heute so (???).
Nun, im Zusammenhang mit meinem Antrag auf "chronische Krankheit" habe ich mit der Krankenkasse telefoniert. Wohlbemerkt nicht mit einem Sachbearbeiter, der mich möglicherweise persönlich kennt, sondern mit einem Call Center irgendwo in Deutschland.
Dort hatte dieser Mensch am PC ganz selbstverständlich Zugriff auf meine Daten, konnte mir sagen, von wann bis wann genau ich in welchem Krankenhaus mit welcher Diagnose operiert wurde, usw.
Da habe ich schon gestaunt, dass jeder Mitarbeiter meiner Krankenkasse meine kompletten Krankheitsdaten so einfach auf seinen Bildschirm bekommt. Und er bekam es offensichtlich.
Anschließend habe ich bei der Krankenkasse nochmals nachgefragt, was denn dort personenspezifisch gespeichert ist.
Die Auskunft war: grundsätzlich keine Arztbesuche, keine Diagnosen, keine Rezepte. Aber: alle Krankenhausaufenthalte plus Diagnose sowie alle Bescheinigungen für Arbeitsunfähigkeit plus Diagnose.
Das fand ich interessant, und habe gefragt, ob ich alle meine eigenen bei der Kasse gespeicherten Daten einsehen darf. Selbstverständlich, sagte eine freundliche Stimme, schicken wir Ihnen.
Das Schreiben mit meinen angeblich sämtlichen bei der Kasse gespeicherten Daten ist angekommen. Darauf steht: Name, Vorname, Geburtsdatum, Versicherten-Nr usw., sonst nichts.
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Das macht jetzt zum Datenschutz drei verschiedene Auskünfte.
1. Die Krankenkasse speichert grundsätzlich überhaupt keine personenspezifischen Krankheitsdaten. (Das ist schlicht gelogen).
2. Die Krankenkasse speichert personenspezifische Krankheitsdaten nur bei Krankenhausaufenthalten und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen. (Mag sein, mir wurde eine Auskunft über meine eigenen Daten nicht gewährt.)
3. Die Krankenkasse hat in ihrem Computer "Alles" über meine Arztbesuche. (Nur ich selbst darf es nicht wissen.)
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Mehr Klarheit würde mich schon interessieren. Weiß vielleicht jemand mehr?
Grüße
MartinaH |
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