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Operation vermeiden

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sängerin
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BeitragOperation vermeiden

 (p85814)
Verfasst am: 10. März 2010, 21:32
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hallo! ich bin Opernsängerin.
habe 2 große zysten in der schilddrüse rechts (zystisch degenerierte Läsionen, eine 17-29-22, andere 33-38-18 mm) und eine kompensierte funktionelle Autonomie rechts.
Schilddrüsenfunktion ist regelrecht.

Mich stört das ganze physisch nicht. Entstanden ist das wahrscheinlich wegen psychischen problemen seit 1 jahr (schwere psychische verletzung was mit singen und hals zu tun hat, ich habe wirklich schwer und dauerhaft gelitten).

Da ich eine sehr leidenschaftliche sängerin bin, solorollen in der oper singe und endlich einmal einen guten gesangslehrer habe, ist eine Operation - alles andere, was ich möchte.
Ich bin bereit, alles mögliche zu machen, nur um eine SD op zu vermeiden. Jede andere Therapie usw..
Wenn ich meine Stimme verliere, verliere ich mein Leben, mich selbst.

Also. Bitte um Ihre Meinung - ob es möglich ist, ohne op das zu regeln.
Mir ist ok, wenn es weiter so bleibt. Kann man wachstum verhindern?
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dkrOnline
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 (p85831)
Verfasst am: 10. März 2010, 22:35
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Hallo,

das ist jetzt meine Laienmeinung:

Solange es (gesichert!) bei Zysten und einer kompensierten Autonomie bleibt, muss man zumindest operativ m.E. nichts unternehmen.
Kompensierte Autonomien sind an sich harmlos, solange sie nicht zu groß werden und damit dekompensieren. Dann könnte eine Überfunktion die Folge sein, die langfristig nur durch die Beseitigung der Autonomen Bezirke durch OP oder Radiojod zu behandeln ist.
Zysten an sich sind wohl ganz überwiegend harmlos können aber meines Wissens sehr selten auch bösartig werden. Man kann sie zur Entleerung punktieren und das Punktat untersuchen, sie neigen wohl aber manchmal auch dazu sich wieder zu füllen. Sie sind wohl zumindest nicht so verdächtig wie kalte Knoten, die auch nur einem geringen Pronzentsatz bösartig sind (bei mir leider waren). Man kann sie auch wiederholt punktieren.

Das Risiko einer Stimmbandlähmung ist zwar, insbesondere, wenn nicht wegen Bösartigkeit eine Lymphknotenentfernung nötig ist, recht gering aber eben nicht völlig auszuschalten. Wenn die zu entfernenden Teile nicht sehr nahe an den Stimmbandnerven liegen, kann vermutlich auch sehr schonend in Bezug auf die Stimmbandnerven operiert werden.

Zu bedenken wäre allerdings noch, dass bei einer späteren bösartigen Veränderung eine dann unumgängliche Operation wohl deutlich radikaler ausfallen würde als jetzt und die Gefahr der Schädigung eines Stimmbandnerven größer wäre.

Eine genauere Betrachtung des Befundes, wäre wohl auch zur Beurteilung des OP-Risikos sinnvoll. Auch wenn sie, was sehr gut verständlich ist, die OP wenn immer möglich vermeiden wollen, wäre es doch vielleicht sinnvoll, mit dem ausführlichen Befund (vermutlich Nuklearmedizin oder Radiologie) einmal einen erfahrenen Schilddrüsenchirurgen zur Beurteilung des OP-Risikos zu konsultieren. Auch ein Besuch bei einem Endokrinologen wg. der Beurteilung der Zysten und Autonomie wäre vermutlich sinnvoll.

Viele Grüße
Karl
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Ich muß mit der Gewohnheit brechen, ehe sie mich gebrochen hat.
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 (p85859)
Verfasst am: 11. März 2010, 16:01
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Hallo Sängerin,

da Du die genauen Maße Deiner Zysten kennt, sind diese wohl sonographisch vermessen worden. Zur Sicherheit würde ich aber auf jeden Fall eine Szintigraphie bei einem Nuklearmediziner machen lassen, um das mögliche Risiko eines kalten Knotens ausschließen zu können.

Hatte selber sehr große Zysten, die im Lauf der Jahre weiter gewachsen sind, so dass ich mich letztendlich von meiner SD verabschiedet habe.

Das Risiko bei einer SD-OP für eine Verletzung der Stimmbänder liegen bei einem sehr kompetenten und erfahrenen SD-Chirurgen durchschnittlich zwischen 0,7 bis 3 % im schlechtesten Fall.

Mache Dir also für den möglich Fall aller Fälle keine großen Sorgen. Hier im Forum hatten wir schon einige Sängerinnen und so weit ich weiß, haben diese die OP unbeschadet überstanden. Dass Deine Stimme danach wahrscheinlich etwas Erholung braucht ist vollkommen normal, aber bei einer ausgebildeten Stimme wie Deiner geht dies vielleicht schneller als bei einem "normalen" Sänger.

Dazu auch folgender früherer Beitrag Link innerhalb des ForumsBeitrag (p69576) .

LG von Court
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Sängerin
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 (p85861)
Verfasst am: 11. März 2010, 16:33
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Hallo!
Danke für Ihre Antworten.
Also die Beiträge in diesem Forum haben (oben gegebenes Link) haben mich in eine Heul-Panik gebracht.

Um meine Stimme auszubilden, brauchte ich 8 Jahre harter Arbeit (und meine Eltern waren dagegen, ich habe sooo viel kämpfen müssen, vllt auch einer von psychischen Gründen) mit viel Leidenschaft, Mühe, Zeit und über jede kleinste Feinheit meiner Stimme habe ich hart gearbeitet.

Da geht es darum, dass man vielelciht in einem Monat überhaupt "irgendwie" Töne treffen kann und in einem halben Jahr "ähnlich wie früher...Also NEIN!!!!

Ich habe schon Szintigraphie hinter mir. Da sind keine kalten Knoten dabei. Nur 2 ca 3 cm große Zysten und funktionelle Autonomie.

Meine Freundin, Anästesistin, meint, es wird weggehen oder aufhören zu wachsen, wenn ich als Mensch ruhiger und gelassener durch das Leben gehe und nicht so viel Stress habe.
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CourtOffline
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 (p85862)
Verfasst am: 11. März 2010, 17:17
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Hallo Sängerin,

Deine Freundin hat vollkommen Recht. Ruhe und Gelassenheit sind die richtigen Stichworte. Und da bei der Szintigraphie keine kalten Knoten aufgetaucht sind, gibt es auch nicht den kleinsten Grund für eine Beunruhigung. Nur wenn die Zysten weiter wachsen, sollten sie regelmäßig abgeklärt werden und auch auf die Autonomie sollte man ab und zu mal schauen.

LG von Court.
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sängerin
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 (p85863)
Verfasst am: 11. März 2010, 17:24
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Danke für die Antwort..
Klingt schon etwas beruhigend...
Ist eine Feinnadelpunktion notwendig?
Kann man die Autonomie irgendwie alternativ behandeln, ist es schlimm, sie einfach so zu lassen (ist auf der rechten Seite)?

LG, Katharina
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dkrOnline
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 (p85868)
Verfasst am: 11. März 2010, 17:45
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Hallo Katharina,

Autonomien kann man auch mittels Radiojodhterapie behandeln. Was man bei erhöhtem OP-Risiko oder, wenn der Patient eine OP strikt ablehnt, aber auch ganz allgemein als Beahndlungsalternative angewendet wird.
Dabei werden die besonders aktiven autonomen Bezirke durch die sehr kurzreichweitige alpha-Strahlung des Jod131 zerstört. Man macht das meines Wissens dann, wenn die Autonomie zu einer Überfunktion geführt hat oder zu einer zu führen droht. Die Zysten werden damit natürlich nicht behandelt.
Die Radiojodhterapie wird i.A. gut vertragen und ist bei den für die Behandlung der Autonomie eingesetzten niedrigeren Strahlendosen auch weitgehend nebenwirkungsfrei (man kann sie nicht unbedingt mit der beim Krebs eingesetzten RJT vergleichen) und auf jeden Fall unblutig.
Wie weit das Verfahren auch eingesetzt werden kann, wenn gleichzeitig große Zysten bestehen, weiß ich nicht. Ein Nuklearmediziner sollte da aber sicher Auskunft geben können.

Viele Grüße
Karl
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 (p85880)
Verfasst am: 12. März 2010, 09:26
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Guten Morgen Katharina,

eine Feinnadelpunktion wird nur dann gemacht, wenn kalte Knoten vorhanden sind und man abklären möchte, ob diese bösartig sein könnten.
Da bei Dir ja glücklicherweise keine kalten Knoten vorhanden sind, kommt eine FNP somit bei Dir überhaupt nicht in Frage.

LG von Court.
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