dkr
Anmeldung: 19.07.09 Beiträge: 2004 Multifok. pap. SD-CA... Ober-Ramstadt  50+ |
Beitrag:  (p103065)
Verfasst am: 23. Jun 2011, 20:23 |
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Hallo Helmut,
dass die Bestimmung der freien Hormone wesentlich aufwendiger als die der Gesamthormone ist stimmt heute nicht mehr unbedingt, das ist genauso eine Routinebestimmung wie die anderen auch. Die Bestimmung der freien Hormone ist im Übrigen für die Meisten in der Nachsorge befindlichen SD-Krebspatienten ebenfalls eine Routinebestimmung, die fast immer mitgemacht wird, auch mein Hausarzt macht sie praktisch jedesmal mit, sie sind etwas teurer als die TSH-Bestimmung, kosten aber auch nicht die Welt. Die angeblichen Unwägbarkeiten bei den Hormonbestimmungen werden m.E. bei Dir doch etwas überdramatisiert.
Die circadianen Schwankungen des fT3 sind meines Wissens deutlich ausgeprägter als die des TSH. Dass die freien Hormone "wichtiger" sind als das TSH, kann ich so nicht unterschreiben. Die Stoffwechsellage lässt sich, besonders bei Problemen mit der Einstellung, nur in der Zusammenschau von allen 3 Werten, insbesondere aber TSH und fT3, sowie dem Befinden des Patienten vernünftig beurteilen.
Dass im Zweifel ein Facharzt, Nuklearmediziner oder Endokrinologe mit SD-Schwerpunkt, die richtige Wahl ist, besonders bei Einstellungsproblemen, wird hier an jeder Ecke immer wieder propagiert. Andererseits gibt es durchaus auch Allgemeinmediziner und Internisten, die das Gebiet sehr wohl verstehen, während nicht gesagt ist, dass jeder Facharzt tatsächlich immer kompetenter sein muss, es gibt auch Endokrinologen, die sich wenig oder gar nicht intensiver mit der SD beschäftigen.
Mag sein, dass Deine Ärztin davon überzeugt ist, dass ihr Labor besser misst als andere (sie wird die Messungen allerdings kaum selbst durchführen, weil sie dann wenig Zeit für ihre sonstige Arbeit hätte, sie wird allenfalls ein eigenes Labor betreiben), diese Aussage müsste sie dann allerdings auch irgendwie belegen können. Es gibt durchaus Qualitätskriterien und auch -kontrollen für alle Labore.
Aber im Allgemeinen ist auf die Auftragslabore durchaus Verlass. Und im Allgemeine sind die auch die Mitarbeiter in Allgemeinpraxen durchaus über die optimalen Bedingungen für die Behandlung der Proben für die jeweiligen Laborwerte informiert, wobei nicht auszuschließen ist, dass das nicht immer Beachtung findet, was man aber auf keinen Fall verallgemeinern darf. Dass sowas vorkommt, ist im Übrigen ebensowenig in Facharztpraxen auszuschließen.
Viele Grüße
Karl
Edit:
Ich muss mich korrigieren, nachdem ich mir die betreffende Arbeit nochmal angesehen habe: Die größere relative Amplitude im Tagesgang hat das TSH, es schwankt ca. 40% um seinen Mittelwert, was aber immer noch viel zu wenig ist um die bei Dir beobachteten Schwankungen zu erklären. Das fT3 schwankt weniger, ist aber das physiologisch aktive Hormon und hat daher wohl eher Auswirkung auf das Befinden. _________________ Ich muß mit der Gewohnheit brechen, ehe sie mich gebrochen hat.
G.C.Lichtenberg
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Zuletzt bearbeitet von dkr am 23. Jun 2011, 21:46, insgesamt 2-mal bearbeitet |
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helmut 5 Anmeldung: 28.06.09 Beiträge: 15 |
Beitrag:  (p103066)
Verfasst am: 23. Jun 2011, 20:45 |
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Hallo Karl!
Vielen Dank für Deine prompte und fundierte Antwort, die meine Überlegungen teilweise in Frage stellt.
Ich bin davon überzeugt, dass Du die weitaus größere Erfahrung hast, bitte aber umgekehrt um Verständnis, wenn ich sage, dass für mich nur noch Fragenzeichen bleiben!!!
Viele Grüße
Helmut |
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mk177orange Anmeldung: 27.12.10 Beiträge: 88 Near totale Schilddr... M/V |
Beitrag:  (p105232)
Verfasst am: 02. Sep 2011, 12:54 |
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Hallo
Will jetzt mal meinen Senf zu dem interessanten Thema geben.
Die meisten Krebsler sind überdosiert. Das ist gewünscht und ganz bewußt so gemacht.
Weil die aber nun viel zu viel im Blut haben zuckt das TSH da auch nicht rum.
Wenn man aber normal eingestellt ist, dann ist das TSH hoch sensitiv und nicht träge.
Das geht auch von der reinen Logik her gar nicht.. Wie sollte ein träges TSH eine gesunde Schilddrüse zur Hormonausschüttung anregen?
Leider gibt es dazu viel zu wenig Forschung und Studien.
Bei einem Menschen mit gesunder Schilddrüse schwanken nachweisslich die freien Werte sehr minimal. Das betrifft sowohl den Tagesrhythmus als auch Wochen oder Monate. Da gibt es eindeutige Studien zu , die das zweifelsfrei belegen.
Ich habe erst vorgestern vom Endo gehört , das es normal sei das die Werte schwanken.
Man will dann immer nicht als Klugscheißer dastehen und hält den Mund.
Natürlich gibt es Laborungenauigkeiten.
Aber nicht in diesen Größenordnungen.
Der Sinn der komplizierten Schilddrüsenregelung ist ja gerade dem Körper immer Konstant das zu geben was er gerade braucht.
Und wenn ich mich bei 30 Grad sonne, dann habe ich einen anderen Bedarf ,als ob ich bei 10 Grad körperlich schwer arbeite.
Das ist eigentlich logisch, wird aber komplett von den Ärzten ignoriert.
Auch das Verhältnis der Anforderung von T3 und T4 kann nicht immer gleich sein. bei geistiger Arbeit benötigt man mehr T4. Das Gehirn ist da sehr sensibel.
Und dann ist da noch das Märchen der bedarfsgerechten Umwandlung.
Wenn es die tatschliche gäbe hätte jeder von uns den gleichen fT3 wie vor der OP und die fT3 -werte ließen sich nicht durch T4- gabe beeinflußen.
Es würde je nachdem wie hoch substituiert würde nur Höhere oder niedere fT4- spiegel gemessen werden. Ganz abgesehen davon das Du einen fT3- anstieg in der Nacht haben müsstest, den aber Substuierte nicht haben.
Die schwankenden TSH-werte beruhen schlicht auf der Tatsache das Du mehr Hormon verbraucht hast als Du genommen hast bzw. wenn TSH niedrig umgekehrt.
Ich habe mal unter Tabletteneinnahme innerhalb einer halben Stunde 2mal Werte machen lassen. Einmal war TSH 2,9 und einmal 1,8.
MfG
Matthias |
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