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Erfahrungen mit Städtischem Klinikum Braunschweig?

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CeliaOffline
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pap. SD-CA pT1b R0 N1a
Braunschweig
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BeitragErfahrungen mit Städtischem Klinikum Braunschweig?

 
Verfasst am: 30. Jun 2011, 20:33
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Hallo zusammen,

ich habe als Gast bereits mehrere Beiträge geschrieben, mich aber aus aktuellem Anlass entschlossen, mich nun anzumelden.

Bei einer Routineuntersuchung wurde Ende Mai ein Knoten an der rechten Schilddrüsenseite festgestellt. Die Szintigraphie ergab einen kalten Knoten, der im Ultraschallbild auffällig war (echoarm, unscharf begrenzt). Der Nuklearmediziner riet zur OP. Ich habe eine Feinnadelpunktion zur weiteren Abklärung durchführen lassen, weil mir bei dem Gedanken, mich nur auf Verdacht von einer möglicherweise kerngesunden Schilddrüse zu verabschieden, unwohl war. Die FNP ergab ein "zytologisch papilläres Schilddrüsenkarzinom". Es hilft alles nichts, die Schilddrüse muss raus.

Mein Hausarzt empfiehlt mir das Städtische Klinikum Braunschweig. Seine Begründung: Dort habe ich alles aus einer Hand, OP und Nachsorge (Radiojodtherapie). Genaue Angaben zur Erfahrung des Krankenhauses mit SD-OPs konnte er mir nicht machen.

Ich habe auf der Seite weiße-Liste.de die Krankenhaussuche gestartet, und wenn ich die Ergebnisse dort richtig interpretiere (ich finde die Seite etwas verwirrend), dann führt das Städtische Klinikum nur etwa 60 SD-OPs pro Jahr durch. Das Krankenhaus St.Vinzenz in Braunschweig steht dort mit ca. 400 SD-OPs/Jahr drin. Im letzteren operiert der Belegarzt Dr. Moldenhauer, der hier im Forum schon positiv besprochen wurde. Allerdings ist das St. Vinzenz nicht auf Schilddrüse spezialisiert, und zur Nachbehandlung müsste ich in die Medizinische Hochschule nach Hannover.

Ich habe hier im Forum nur wenig über das Städtische Klinikum finden können und hoffe auf einige Erfahrungsberichte. Der Vorteil bei dem KKH wäre, dass es in unmittelbarer Nähe meines Zuhauses ist, das wäre mir sehr wichtig. Genauso wichtig ist mir aber natürlich eine kompetente medizinische Betreuung. Was mir nicht primär wichtig ist, ist die Größe der Narbe.

Vielen Dank im voraus für Eure Antworten, Erfahrungen und Gedankenanstöße.


Celia
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JanOffline
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Follik. SD-Ca; OP 04...
Düsseldorf
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 (p103219)
Verfasst am: 30. Jun 2011, 22:46
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Liebe Celia,
willkommen im Forum und schön, dass du dich registriert hast.

Keine der genannten Kliniken kenne ich. Deshalb gilt mein Kommentar nur allgemein: Für die SD-Op ist es wichtig, einen erfahrenen Chirurgen zu haben, der sein "Handwerk" versteht. Dabei geht es weniger um die hinterher (un-)sichtbare Narbe, sondern vor allem darum, dass weder Stimmbandnerven noch Nebenschilddrüsen dauerhaft beschädigt werden.

200 bis 300 OPs pro Jahr sollte eine Klinik schon machen, um "Erfahrung" zu haben. Eventuell hast du Gelegenheit, bei den in Frage kommenden Kliniken direkt danach zu fragen?

Die Nähe zum Wohnort klingt zwar gut, ist für die OP aber vielleicht nicht so entscheidend (wenn es gut geht, bist du in weniger als einer Woche wieder daheim). Eher trifft das schon auf die Nachsorge zu. Aber auch da würde ich vor allem auf "Qualität" achten (ich selbst fahre dafür jährlich, in den ersten fünf Jahren halbjährlich, ins 70 km entfernte Jülich, obwohl ich die Uniklinik auch hier am Ort hätte).

Für "alles aus einer Hand" spricht in meinen Augen wenig.

Und by the way: Da die Krebs-Diagnose offenbar fest steht, frag am besten schon jetzt nach einer Anschlussheilbehandlung (das ist wie Reha, geht nur viel schneller).

Ich wünsche dir alles Gute und drücke dir die Daumen!
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Herzliche Grüße
Jan

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CeliaOffline
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pap. SD-CA pT1b R0 N1a
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 (p103220)
Verfasst am: 01. Jul 2011, 07:34
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Hallo Jan, danke für Deine Antwort. Ja, das mit der Nähe zum Wohnort ist mehr eine mentale Sache, nicht wegen der Besuche. Ich habe keine Angst vor der OP, aber der Gedanke, hundert Kilometer oder mehr entfernt zu liegen, das ist der Horror für mich.

Mein Hausarzt ist der Meinung, ich lasse mich im Juli operieren und kann im August in den Urlaub fahren wie geplant. Das halte ich für illusorisch (wandern in Norwegen mit vollem Gepäck). Ich würde mich gern nach meinem Urlaub operieren lassen, das wäre Ende August. Er meint, das wäre zu lange hin.

Was genau beinhaltet die Nachsorge denn? Die Medizinische Hochschule in Hannover würde die RJT durchführen, wenn ich mich entschließen sollte, für die OP ins Vinzenz-Krankenhaus zu gehen. Das kann ich noch verkraften. Und alle halbe Jahr ist ja nicht das Thema. So lange ich nicht mehrmals wöchentlich da hin muss...
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meerblauOffline
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Pap. SD-Ca, follikul...
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 (p103232)
Verfasst am: 01. Jul 2011, 10:53
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Hallo Celia,

die MHH hat ein sehr sehr erfahrenes Chirurgen-Team. Dort werden viele Hundert SD-OPs jährlich durchgeführt und Tausende Krebspatienten betreut. Wenn du dir den Operateur aussuchen kannst, dann würde ich dir Herrn Scheumann in der MHH empfehlen. Er ist bei Prof. Dralle ausgebildet worden, der wiederum als einer der Allerbesten gilt.

Alternativ ist auch das Krankenhaus in Gehrden sehr zu empfehlen. Dazu kann dir Ute (Forumsname Ubu) etwas sagen.

In der MHH werden auch RJTs durchgeführt. Ich habe die dort auch bekommen. An der MHH kritisiere ich mittlerweile, dass sie eine viel strengere Nachsorge fahren als es die europäischen oder amerikanischen Leitlinien hergeben. Aber diese Frage würde dich erst nach OP und RJT betreffen.

In Hannover haben wir eine Gruppe von Leuten, die sich regelmäßig zum Kaffee und zum Quatschen trifft. Vielleicht magst du dich in die Gruppe eintragen, dann bekommst du eine Einladung zum nächsten Treffen: Link innerhalb des ForumsGruppen

Viele Grüße
Esther
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CeliaOffline
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 (p103238)
Verfasst am: 01. Jul 2011, 12:36
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Danke für das Angebot, meerblau, aber Hannover ist mir "nur" für Kaffeetrinken und Quatschen doch etwas weit. Wink

Über Erfahrungsberichte zum Städtischen Klinikum Braunschweig und dem Krankenhaus St. Vinzenz (Dr.Moldenhauer) würde ich mich nach wie vor sehr freuen. Die MHH würde prinzipiell auch in Frage kommen, aber Gehrden ist dann ja noch mal ein Stück weiter weg. Mir will einfach nicht in den Kopf, dass ich hunderte von Kilometern fahren muss, um meine Schilddrüse vernünftig operiert zu bekommen.

Auch noch mal meine Frage: Was genau beinhaltet die Nachsorge, von der hier gesprochen wird? Ist damit ein halbjährlicher Checkup gemeint, oder engmaschige Behandlungstermine?

Und ist aus Eurer Sicht ein OP-Termin Ende August wirklich zu spät? (Dass das letzten Endes nur ein Arzt beantworten kann, ist mir klar. Mich würden aber trotzdem Einschätzungen interessieren.)
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JanOffline
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Follik. SD-Ca; OP 04...
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 (p103243)
Verfasst am: 01. Jul 2011, 16:49
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Liebe Celia,
sofern sich der Befund "papilläres SD-Carcinom" in der feingeweblichen Untersuchung (nach der OP) bestätigt und es keine weiteren Dinge gibt, die den Ablauf verkomplizieren, passiert ungefähr folgendes (es gibt Leitlinien Link innerhalb des ForumsThema dazu, aber jede Klinik interpretiert die ggf. auch individuell):

- operative Entfernung der gesamten SD
- anschließende RJT zur Entfernung (Ablation) evtl. Restgewebes
- nach ca. 3 Monaten RJD zur Kontrolle
- dann halbjährliche Kontrolle mit Ultraschall, Blutwerten etc.
- nach 5 Jahren RJD zur Kontrolle
- jährliche Kontrolle mit Ultraschall, Blutwerten etc. (lebenslang)

Bei besonderen Risiken oder wenn die Ergebnisse nicht ganz OK sein sollten, kann die Kontrolle auch engmaschiger sein.
_________________
Herzliche Grüße
Jan

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CeliaOffline
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 (p103247)
Verfasst am: 01. Jul 2011, 17:19
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Danke, Jan. Aber die Nachsorge muss doch sicher nicht zwingend dort stattfinden, wo OP und/oder RJT stattgefunden haben? (Was wäre z.B. bei Umzug ins Ausland oder so...)

Also, ich könnte mich doch z.B. an der MHH operieren lassen, und die Nachsorge findet in einer nuklearmedizinischen Praxis in Braunschweig statt?

Und bei Krebs gehören OP+RJT zwingend zusammen, ist das richtig?


Sorry für die vielen dummen Fragen. Bin momentan ein einziges Fragezeichen. Wink
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Bine2011Offline
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Pap. SD-Ca pT3 pN1 (...
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 (p103250)
Verfasst am: 01. Jul 2011, 18:41
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Hallo Celia,

du schreibst nichts über die Größe des Karzinoms. Wenn es sich nicht mehr um ein Mikrokarzinom handelt ist eine Radiojodtheraphie auf jeden Fall erforderlich.

Für eine Klinik, die sich mit der Schilddrüse auskennt, operiert und auch die Radiojodtheraphie durchführt, spricht meines Erachtens einiges. Ich wurde in einer großen HNO Klinik operiert, die große Erfahrung mit Neck Dissections hat aber kaum mit Schilddrüsenoperationen. Die Radiojodtherapie musste ich in einer anderen Klinik machen. Ich musste mich selbst um die Koordination kümmern, da die Kliniken untereinander nicht in Kontakt traten. (Überweisungen vom Hausarzt, OP Berichte usw. besorgen...) Jede Klinik macht jetzt ihre eigene Nachsorge. Die HNO Klinik Ultraschall, Lymphknoten, Halsuntersuchung alle 6 Wochen! Die NUK - RJDiagnose, Empfehlungen für die Hormoneinstellung, Tumormarker alle 3 Monate Nachsorge! Mir scheint, ich bin überversorgt, aber besser einmal zuviel... aber Durcheinander ohne Koordination.

Was deinen Urlaub nach der OP betrifft, wäre ich auch skeptisch. Wenn du zur Radiojodtherapie musst, dann wirst du wahrscheinlich nach der OP keine Hormone bekommen und kommst in eine Unterfunktion, die den Körper doch sehr belasten kann. Ca. 3-4 Wochen nach der OP musst du dann zur RJT, die auch nochmal ca. eine Woche (mind. 3-4 Tage) dauert. Erst danach kann die Hormonsubstitution beginnen. Ich gehe davon aus, dass die RJT dann erst Anfang August bei dir gemacht wird. Danach bist du dann sicher erstmal geschafft. Das war ich auch, obwohl ich sehr sportlich und trainiert bin, war ich nichtmal zur Hälfte leistungsfähig. Vielleicht kannst du die RJT auch mit Thyrogen machen? Es ist wohl sporadisch wieder verfügbar. Das solltest Du vielleicht bei den Kliniken in Erfahrung bringen. Für mich wäre das ein Grund in eine andere Klinik zu gehen. Für die "Nachsorge" würde ich allerdings zuerst einmal die NUK nicht wechseln, weil du ca. 3-4 Monate später sowieso wieder in die Klinik zur Radiojoddiagnose musst. Danach allerdings glaube ich, dass die Nachsorge in einer Nukleramedizinischen Praxis genauso möglich ist.

Ob du mit der OP bis nach dem Urlaub warten willst, musst du dir selbst beantworten. Ein papilläres SD-Karcinom wächst ja in d. Regel sehr langsam. Mir persönlich hätte es jedoch keine Ruhe gelassen.

Liebe Grüße und alles Gute
Sabine
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dkrOffline
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 (p103252)
Verfasst am: 01. Jul 2011, 19:07
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Hallo,

das kann man eigentlich mehr oder weninger beiliebig handhaben.

Ich wurde zu meiner Zufriedenheit in einer lokalen eher kleinen Klinik hier im Rhein-Maingebiet mit allerdings großer und kontinueirlicher SD-Erfahrung (ca. 10.000 OPs in 25 Jahren) operiert. Dort gab und gibt es einen Anteil von ca. 10% bösartigen Befunden am Gesamt SD-OP-Aufkommen, was auf die Gesamtzahlen von SD-Ops und SD-Krebsfällen bundesweit bezogen eher viel ist. Diese Klinik ließ sich vor kurzem auch zum Kompetenzzentrum SD- und Neben-SD-Chirurgie zertifizieren. Diese Zertifizierung streben mittlerweile immer mehr Kliniken an. Damit ist ein gewisser Level an grundsätzlicher Qulifikation sowie Fallzahlen sowohl gutartig als auch bösartig gewährleistet. Allerdings erreichen oder überschreiten sicher auch viele andere Kliniken diese Vorgaben, ohne zertifiziert zu sein. In der Regel arbeiten Chirugische Kliniken mit SD-Schwerpunkt (auch kleinere Häuser) mehr oder weniger fest mit bestimmten Zentren für die RJT zusammen, was aber nicht heißt, dass man auch gezwungen wäre darauf einzugehen.

Mehr darüber hier: http://www.dgav.de/zertifizierung/chirurgische-endokrinologie.html

Meine RJT und 6 Monate später die RJD fand auf meinen Wunsch in Würzburg (Uniklinik) statt und zur Nachsorge bin ich in einer niedergelassenen Praxis in Wiesbaden. RJT (und ggf. auch weitere falls nötig) sowie RJD wäre schon sinnvoll im selben Haus zu machen, die Nachsorge sollte natürlich auch ein in diesen Dingen erfahrener Arzt machen, muss aber nicht unbedingt die gleiche Klinik sein, falls nicht andere Dinge wie Komplikationen dafür sprechen.

Viele Grüße
Karl
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 (p103253)
Verfasst am: 01. Jul 2011, 19:16
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Hallo Sabine, vielen Dank für die Antwort. Nein, es handelt sich nicht um ein Mikrokarzinom. Jedenfalls nicht, wenn Knoten=Karzinom, denn der Knoten ist über 2,5cm in seiner längsten Ausdehnung.

Das mit dem Urlaub habe ich mir auch so gedacht, und das ist ein weiter Punkt, wo ich mit meinem Hausarzt nicht zufrieden bin. Seine Aussage: Zeitbedarf nur OP 3-4 Wochen Arbeitsausfall; länger, wenn eine RJT gemacht werden muss. Aber ich könne mich problemlos Anfang Juli operieren lassen und Anfang August in Urlaub fahren. Kein Wort davon, dass bei einem Karzinom meiner Größe eine RJT zwingend dazu gehört. Kein Wort über hormonbedingte Probleme. Ist sicher auch nicht unbedingt seine Baustelle; aber warum sagt er nicht einfach "ich weiß es nicht"?

Ein weiteres Argument gegen den Urlaub im August ist, dass ich dann ja jetzt quasi schon unterm Messer liegen müsste, um bis dann wieder "fit" (mit großen Gänsefüßchen) zu sein. Dass ein papilläres SD-Karzinom langsam wächst, liest man ja immer wieder. Darum wundere ich mich über den Druck, den mein Hausarzt und der Nuklearmediziner machen. Möglicherweise gibt es etwas in meinem Befund, was diese Eile geboten sein lässt? Ich kenne mich leider nicht aus. Mein Befund lautet folgendermaßen:

"Zytologische Begutachtung der Feinnadelpunktion: Papilläres Schilddrüsenkarzinom mit mehrkernigen Riesenzellen und begleitender lymphozytärer Entzündung geringen Grades.

Beurteilung: Zytologisch Nachweis eines Schilddrüsenkarzinoms rechts, so dass sich hier eine mäglichst baldige beidseitige near-total Hemithyreoidektomie empfiehlt, da in jedem Falle die Option einer ergänzenden Radiojodtherapie gehalten werden solte. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, möglichst die gesamte Schilddrüse operativ zu entfernen. Suspekte Lymphome habe ich weder vorbefundlich als auch heute erkennen können."

Warum die Eile? Wegen der Riesenzellen? Oder der lymphozytären Entzündung? Diese beiden Sachen klingen für mich als Laien bedrohlich. Warum wird von der RJT als "Option" gesprochen? Und warum wird diese Option eher gehalten, wenn die OP bald erfolgt?

Fragen über Fragen... Confused
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 (p103254)
Verfasst am: 01. Jul 2011, 19:18
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Da habe ich zu lange getippselt. Auch Dir vielen Dank für die Antwort, Karl.
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Bine2011Offline
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 (p103255)
Verfasst am: 01. Jul 2011, 20:03
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Hallo Celia,

dein Befund hört sich nicht so dramatisch an. Die Riesenzellen kommen wohl bei entzündlichen Prozessen öfters vor. Die Ärzte wollen keinen "Kunstfehlerprozess" riskieren, deshalb raten sie bei bösartigen Prozessen immer eher zur Eile. Eine gute Nachricht ist, dass er keine verdächtigen= vergrößerten Lymphknoten gefunden hat.

Was die "Option" zur Radiojodtherapie betrifft, denke ich, es liegt daran, dass ein Arzt einem anderen Facharzt nie vorschreiben darf, was er zu tun hat. Das grenzt an Beleidigung (hat mir ein befreundeter Chirurg erzählt) Deshalb Option und so vage Formulierungen. Da gibt es erhebliche Befindlichkeiten unter den Ärzten.... Confused

Für die Radiojodtherapie ist es notwendig, dass möglichst fast alles Schilddrüsengewebe entfernt wird, da das radioaktive Jod nur die kleinen Reste sicher vernichten kann. Aber das wissen die Chirurgen schon selbst. Das hat aber mit dem Zeitpunkt der OP meiner Meinung nach überhaupt nichts zu tun.

Außerdem würde ich mich bei der Auswahl der Klinik nicht von den Fallzahlen verrückt machen lassen. Es sollte eine Klinik sein, die erfahrene Ärzte hat, die viel im Halsbereich operieren. Auf einen Belegarzt würde ich mich eher nicht einlassen. Obwohl die HNO Klinik nur ganz wenige Schilddrüsen operiert aber dafür alle Arten von Mund- und Halstumoren, habe ich mich dort gut aufgehoben gefühlt und letztendlich hat das den Ausschlag gegeben. Und sie haben es gut gemacht!

LG
Sabine
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 (p103257)
Verfasst am: 01. Jul 2011, 20:20
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Hallo,

die Eile verstehe ich auch nicht ganz. Außer den anaplastischen Karzinomen, denen man quasi beim Wachsen zusehen kann, wachsen SD-Karzinome wirklich in der Regel sehr langsam.

Nach dem suspekten Knotenbefund (nur US und Szintigramm) Anfang März mit OP-Empfehlung hätte ich beruflich eher Problem gehabt schnell eine Op anzuschließen. Aussage mir gegenüber war: Nicht auf die ganz lange Bank schieben, aber 2-3 Monate sind überhaupt kein Problem. Die OPs waren dann Mitte Juli.

Anfang Juli operieren und Anfang August in Urlaub halte ich für nicht machbar, wenn eine RJT ansteht. Insbesondere dann nicht, wenn sie nicht unter Thyrogen sondern in Unterfunktion gemacht wird, aber eigentlich auch unter Throgen nur bedingt. Falls eine Neckdissection notwendig wird, was in aller Regel der Fall ist, wenn es sich nicht um ein Mikrokarzinom handelt, lässt sich OP zwar auch recht gut überstehen, aber die innere Wunde ist doch erheblich größer, als die äußere und dem sollte man Zeit und Ruhe zur Heilung gönnen.

Wenn der Nuklearmediziner wichtige Gründe für sein Drängen zur Eile hat, dann müsste er sie eigentlich auch plausibel darstellen können, wenn nicht, würde ich mich nicht verrückt machen lassen.

Im Übrigen sehe ich noch nicht, dass ein Mikrokarzinom ausgeschlossen ist. Die Knotengröße korrelliert nur bedingt mit der Größe des Karzinoms. Ich hatte einen relativ große solitären Knoten aber dann letztlich drei relativ kleine Teiltumore (alle an der Grenze zum Mikrokarzinom, aber schon über die Kapsel hinausgewachsen) auf beide Lappen verteilt von denen der im ursprünglich suspekten Knoten nicht mal der größte war.

Wenn also nicht wirklich wichtige und palusible Gründe dagegen sprechen, würde ich die OP verschieben und in Ruhe planen d.h. mir ein sympathisches Krankenhaus aussuchen.

Viele Grüße
Karl
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 (p103258)
Verfasst am: 01. Jul 2011, 20:31
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Danke danke danke Euch beiden! Very Happy Ich muss jetzt nachdenken...
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 (p103330)
Verfasst am: 04. Jul 2011, 20:23
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Mal ein kleines Update: Ich war heute in der Schilddrüsen-Sprechstunde von Dr. Moldenhauer (das ist der Belegarzt, der im St.Vinzenz in Braunschweig operiert). Er ist der einzige Belegarzt dort, der SD-OPs durchführt (die chirurgische Abteilung ist eine reine Belegabteilung). Angesprochen auf die 400 SD-OPs/Jahr, die im Qualitätsbericht drinstehen, hat er zwar erst etwas erstaunt geschaut, meinte dann aber, das könnte schon hinhauen, er würde sehr sehr viel an der Schilddrüse operieren. Ist das normal dass ein Arzt das selber nicht quantifizieren kann?

Insgesamt machte er einen kompetenten Eindruck auf mich, hat mir sehr geduldig (trotz rappelvollem Wartezimmer) alles erklärt, was ich ja mittels "Internet-Halbwissen" schon mehr oder weniger wusste.

An Hilfsmitteln verwendet er das Neuromonitoring, auf die Lupenbrille habe ich ihn nicht angesprochen. Die erste Nacht verbringt man auf der Intensivstation. Ist das üblich? Was erwartet mich dort?

Ich möchte auch gern nochmal Eure Meinungen hören zum Thema "pro und contra Belegarzt". Warum ist ein Belegarzt per se erstmal schlechter als ein angestellter Chirurg an einem großen Krankenhaus? Liegt es an der individellen Erfahrung (die ja hier durchaus gegeben wäre, wenn man den Zahlen Glauben schenken darf)? An der Ausstattung der Klinik?

Irgendwas wollte ich noch fragen, aber es fällt mir nicht mehr ein. Ich sende erst mal ab...
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