Re: Pap MikroCA Metastasierung in Lymphknoten

Geschrieben von JürgenT am 21. Januar 2002 14:50:05:

Als Antwort auf: Re: Pap MikroCA Metastasierung in Lymphknoten geschrieben von Myriam am 21. Januar 2002 11:24:05:

Hallo Myriam,
unser Krankheitsverlauf ist wirklich nicht so toll, aber es gibt immer noch Möglichkeiten, die Krebszellen effektiv zu vernichten. Die subkutane Bestrahlung zum Beispiel. Da sie evtl. demnächst auch auf mich zukommt, habe ich mit einigen Ärzten darüber gesprochen. Ein Arzt aus der Uni-Klinik Münster (Leiter der MSDS-Studie: perkutane Strahlentherapie lokal fortgeschrittener papillärer und follikulärer Schilddrüsenkarzinome) berichtete mir von einer Mini-Studie an der Uni-Klinik Essen bei der festgestellt wurde, dass bei den zusätzlich perkutan bestrahlten Patienten im Gegensatz zu den Patienten, die ausschließlich per RJT behandelt wurden das Rezidivrisiko gegen null tendiert!
Bevor ich mit diesem Herrn gesprochen hatte, war ich genau wie du der Strahlentherapie gegenüber eher skeptisch eingestellt. Aber wenn ich jetzt höre, dass die Erfolgsaussichten dadurch um ein Vielfaches erhöht werden, bin ich gerne bereit, die Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen. Ich denke nicht, dass sie so dramatisch sind, wie du sie beschreibst. Natürlich wird die Therapie im Gegensatz zur RJT schmerzhaft sein, aber ich denke vor dem Hintergrund des Erfolges und der zeitlichen Begrenzung ist dies tolerierbar.

Du schreibst, dass eine Redifferenzierungstherapie lt. Aussage deiner Ärzte nicht wirkt. Haben sie dir dafür eine plausible Begründung gegeben. Wenn nicht, dann trete ihnen noch mal kräftig auf die Füße. Erklärungen scheinen eh nicht die Stärke deiner Ärzte zu sein. Du musst sie so lange mit Fragen "löchern", bis du zufriedenstellende Antworten bekommen hast. Meine Ärzte reden wenigstens mit mir und hören mir zu, aber manchmal geht mit ihnen einfach das Fachchinesisch durch, so dass ich sie dann bitten muss, sich verständlich auszudrücken. Du musst einfach das Gefühl haben, am Entscheidungsprozess beteiligt zu sei, denn es ist dein Leben. Ich würde ihnen dies als letzte Chance noch mal deutlich machen und ansonsten die Ärzte wechseln.

Auch ich interessiere mich für die biologische Krebstherapie, genauer für die Misteltherapie in Kombination mit den herkömmlichen Therapien (RJT, perkutane Bestrahlung). Ich bin gerade noch dabei, Erkundigungen von meinen Ärzten einzuholen (Hausarzt, ambulante und stationäre Nuklearmediziner). Wenn ich mich entschieden habe, teile ich dir das mit. Ausschließlich auf biologische Verfahren (Naturheilkunde) sollte man sich aber sicherlich nicht verlassen.

In zwei Wochen habe ich meine 3. hochdosierte RJT, um sicher auszuschließen bzw zu bestätigen, dass meine Zellen die Eigenschaft zur Jodspeicherung verloren haben. Dann werde ich auch nochmals die Themen Redifferenzierungstherapie und subkutane Strahlentherapie auf die Tagesordnung setzen.
Ich bin 27 Jahre alt, komme aus Wuppertal und bin regelmäßig wochenweise auf Seminaren in Bad Westernkotten. Das ist ja gar nicht so weit von Soest entfernt (glaube ich zumindest), wenn du Lust hat können wir uns ja mal treffen.

Alles Liebe
Jürgen



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