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Erste Radiojodtherapie nicht komplett erfolgreich

Erste Radiojodtherapie nicht komplett erfolgreich

| Beitrags-ID: 260227

Hallo,
bei meinem ersten Nachsorgetermin nach der RJT und vorhergegangener Op wurde noch ein Tg von 2,2 festgestellt, so dass jetzt in zwei Monaten eine weitere RJD geplant ist und wenn der Tumormarker immernoch nachweisbar ist, gleich eine weitere RJT (die erste war in 12/19).
Mir macht das Angst, obwohl die Aussage ist, klinisch würde davon ausgegangen, dass es keine Krebszellen seien, weil Ultraschall, PEt-Ct und normales Ct ohne Befund waren und der Tumor im gesunden Gewebe war und keine Lymphknoten befallen.
Kommt so etwas öfters vor und wie wahrscheinlich ist es, dass es eben tatsächlich nur Schilddrüsenzellen sind?
Merci vielmals !
Sternenfrau

Antwort auf: Erste Radiojodtherapie nicht komplett erfolgreich

| Beitrags-ID: 388094

Liebe Sternenfrau,

ja, so was kommt öfters vor.

Wobei die erste Nachfrage ist: War dies der Tg-Wert unter Schilddrüsenhormonen, oder stimuliert mit rhTSH (Thyrogen).

Wie hoch waren die TSH-Werte und TAK-Werte bei der Tg-Wert Bestimmung.

Bei low-risk Patietent*innen wird gar erst eine Nachsorge nach 6-12 Monaten empfohlen, um eine Übertherapie zu vermeiden.

Beim nächsten Nachsorgetermin wird man Anhand des Tg-Wertes schon sehen können, ob er weiter fällt, stabil bleibt oder steigt.
Und entsprechend kann man dann schon eventuell vorher entscheiden, ob meine eine RID oder RIT macht.

Das Ideal ist zwar, dass man möglichst kein Tg mehr nachweist.
Aber es kommt relativ oft vor, dass Tg weiter nachweisbar ist.

Dies kannst Du sehen, wenn Du Dir die Risikogruppen nach OP und RIT anschaust:
Resetbutton nach Operation und Radioiodtherapie (RIT).

Viele Grüße
Harald

Antwort auf: Erste Radiojodtherapie nicht komplett erfolgreich

| Beitrags-ID: 388095

Hallo Harald,
die 2,2, des Tg Wertes waren unter TSH Unterdrückung.
Der TSH Wert lag bei 0,05. Der TAK WErt ist gar nicht mehr extra gemessen worden, nachdem er vor der RJT bei <10 war.
LG, Sternenfrau

Antwort auf: Erste Radiojodtherapie nicht komplett erfolgreich

| Beitrags-ID: 388096

Hallo,

in Ergänzung.

Es kommt relativ häufig vor, dass Betroffenen eine zweite Radioiodtherapie bekommen (wobei früher dies sicherlich auf die kurzen Zeiten zurückzuführen waren), um den Tg-Wert gegen Null zu bekommen.

Aber wie oben geschrieben, gibt es auch viele die einen beständig konstanten Tg-Wert haben; siehe Forums-Gruppe Tg-Wert beständig leicht erhöht. Wobei in dieser Gruppe nur die dauerhaften sind. 3 Monate nach der RIT kann man da noch nicht viel sagen, der Verlauf ist das entscheidende.

Viele Grüße
Harald

1 Nutzer*in hat sich für diesen Beitrag bedankt.

Antwort auf: Erste Radiojodtherapie nicht komplett erfolgreich

| Beitrags-ID: 388097

Servus,
leider hat sich der Tg Wert innerhalb von drei Monaten von 2,2 auf 5,4 erhöht.
Die Empfehlung ist nun, eine RJT mit einer `doppelten´ Dosishöhe von 7,4 GBq. Da ich nicht gleich zugesagt habe (ich hatte bzw. habe die erste RJT nicht gut vertragen), soll noch ein PET CT vorgeschaltet werden und dann wird der Chefarzt hinzugezogen (der eigentlich mich als Kassenpatientin nicht behandelt), um eine letztendliche Empfehlung zu geben.
Die Ärztin meint, es gebe Studien, die darauf hinweisen, dass, wenn am Anfang mit recht hoher Dosis therapiert wird, das Rezidivrisiko sinkt. Bei mir geht es um eine kurative Therapie, ich habe bisher keine Metastasen und es waren keine Lymphknoten befallen.
Wie klingt das für Euch, hat Jemand etwas Ähnliches erlebt oder kann etwas zu den hohen Dosen sagen?
Lieben Dank,
Sternenfrau

David
pap. SD-Ca. pT3b N1b Mx L1

Antwort auf: Erste Radiojodtherapie nicht komplett erfolgreich

| Beitrags-ID: 388098

Hallo Sternenfrau,

sofern man noch eine Jodspeicherung vermutet, was beim gering differenzierten SD-Ca. ja durchaus fraglich ist, macht es auf jeden Fall Sinn, eine hochdosierte RJT zu machen. Generell ist die erste RJT meistens niedriger dosiert (meines Wissen liegt die Standarddosis für die erste RJT bei 3,7 GBq), da hiermit noch verbliebendes gesundes Schilddrüsengewebe zerstört wird. Eine höhere Dosis würde nur zu einer unnötig hohen Strahlenbelastung führen. Sobald kein gesundes Schilddrüsengewebe mehr vorhanden ist, man aber z. B. aufgrund eines erhöhten TG-Wertes noch Tumorzellen vermutet, wird für folgende RJTs häufig eine höhere Dosis gewählt, da Tumorzellen meist eine wesentlich geringere Radiojodspeicherung aufweisen als gesunde Schilddrüsenzellen.

Bei meiner ersten RJT lag bspw. die Dosis bei 3,7 GBq, bei der zweiten RJT lag die Dosis hingegen bei 10 GBq, wobei bei der zweiten RJT trotz einem TG von 6,7 keine Speicherung vorlag und sich nun vermutlich leider auch ein Rezidiv gebildet hat, welches aber eher langsam wächst und daher derzeit nur beobachtet wird.

Grüße
David

1 Nutzer*in hat sich für diesen Beitrag bedankt.

Antwort auf: Erste Radiojodtherapie nicht komplett erfolgreich

| Beitrags-ID: 388099

Hallo David,
ich danke Dir für die schnelle Antwort!
Die gute Nachricht bei mir ist ja tatsächlich, dass bei der ersten RJT eine Speicherung gemessen wurde (da waren es bei mir auch die 3,7 GBq). Auch das spricht dafür, zeitnah zu handeln, damit die Zellen noch möglichst zahlreich differenziert sind und so ausgemerzt werden können.
Die Höhe Deiner Zweitdosis lag ja noch um Einiges über der mir vorgeschlagten Dosis. Hattest Du keine Nebenwirkungen?
Alles , alles Gute für Dich!
Sternenfrau

David
pap. SD-Ca. pT3b N1b Mx L1

Antwort auf: Erste Radiojodtherapie nicht komplett erfolgreich

| Beitrags-ID: 388100

Hallo Sternenfrau,

ja, bei mir ist man auch schon vor der zweiten RJT von einer nur gering vorhandenen Radiojodspeicherung in den Tumorzellen ausgegangen, daher die hohe Dosis von 10 GBq. Letztendlich lag dann eben gar keine Speicherung vor.

Ich habe seit der zweiten RJT kaputte Ohrspeicheldrüsen. Meine linke Ohrspeicheldrüse ist fast komplett zerstört, hier ist nur noch ein sehr geringer Rest vorhanden. Meine rechte Ohrspeicheldrüse ist chronisch entzündet und schwillt häufig beim Essen stark an.
Daher empfehle ich dir für eine eventuell anstehende hochdosierte RJT unbedingt, genug zu trinken, saure Drops zu lutschen und evtl. Zitronen zu essen. Leider wurde ich nicht so klar auf die Risiken hingewiesen, vermutlich hätte ich sonst heute keine so gravierenden Probleme mit den Ohrspeicheldrüsen.

Grüße
David

Antwort auf: Erste Radiojodtherapie nicht komplett erfolgreich

| Beitrags-ID: 388101

Ganz herzlichen Dank an Dich noch einmal, David!
Liebe Grüße,
Anja

Antwort auf: Erste Radiojodtherapie nicht komplett erfolgreich

| Beitrags-ID: 388102

Hallo Anja,

zur Dosimetrie, wie viel Aktivität man bei der RIT einsetzen soll, siehe auch: I-124-PET – Übersichtsartikel.

Dass man zuvor mit der FDG-PET/CT schaut, ob es Raumforderungen mit erhöhtem Stoffwechsel gibt, hat ja die Möglichkeit zu schauen, ob diese eventuell mit einem Schilddrüsenkarzinom korrelieren, und besser operativ zu behandeln sind, da diese oft kein Jod mehr speichern.

Das folgende Kapitel in der ATA-Leitlinie 2015 hilft dir vielleicht auch etwas weiter, obgleich es hier darum geht, dass keine Speicherung im Szintigramm zu sehen war.
Bei dir war ja im Szintigramm nach RIT etwas zu sehen:
Thema: ATA-Leitlinie (2015): Empirische Radioiodtherapie [C31]" class="bbcode_url"> ATA-Leitlinie (2015): Empirische Radioiodtherapie [C31]
Bei dem ansteigenden Tg-Wert ist ja schon davon auszugehen, dass das irgendwo eine Metastase ist.
Ich gehe auch mal davon aus, dass man im Ultraschall keine Auffälligkeiten gefunden hat.

Viele Grüße
Harald

Antwort auf: Erste Radiojodtherapie nicht komplett erfolgreich

| Beitrags-ID: 388103

Hallo Harald,
vielen Dank!
Es könnte sein, dass der Tg Wert auch deswegen `scheinbar´ gestiegen ist, weil das TSH nicht mehr unterdrückt ist. Da bin ich aktuell auf 3,2. Das war bei der letzten Messung noch anders (0,14).
Und bis dato hatte es keine Hinweise auf Metastasen, der Tumor war ja auch im Gesunden und es hatte keine betroffenen Lymphknoten. Und ich hatte erst eine RJT!
LG, Sternenfrau

Antwort auf: Erste Radiojodtherapie nicht komplett erfolgreich

| Beitrags-ID: 388104

Hallo Anja,

das ist dann sehr wohl möglich, dass die wenigen übriggebliebenen Zellen mit dem erhöhten TSH-Wert, dann mehr Tg produzieren.
Das höhrt sich zumindest dann nicht ganz so dramatisch an, was da noch gemacht werden kann/sollte.

Viele Grüße
Harald

Anonym
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