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FAQ: Wieviel Iod steckt wirklich in Kiwis?

FAQ: Wieviel Iod steckt wirklich in Kiwis?

| Beitrags-ID: 260479

Hallo,

immer wieder wird behauptet Kiwis würden viel Iod enthalten.
Leider immer ohne Quellen.
Hier nun mit Quellen, die diese Behauptung doch sehr relativieren.

Einfach erklärt:

Jod

    wird in der Medizin mit I geschrieben abgekürzt, wie im Periodensystem der chemischen Elemente; mehr siehe Iod

IOD

    auch umgangssprachlich Jod geschrieben;
    das nicht radioaktive Iod hat die Massenzahl 127.
    Bei der Radiojodtherapie (RJT oder RIT) wird das radioaktive I-131 eingesetzt.
    Iod ist ein Spurenelement, das die Schilddrüse zur Produktion von Schilddrüsenhormonen (T3 und T4) braucht.
    siehe auch:

Die meisten Seiten im Internet, die behaupten Kiwi würden sehr viel Iod enthalten, beziehen sich, sofern sie überhaupt eine Quelle angeben auf:

Siegfried Borelli / Jost von Mayenburg: Nahrungsmittelallergien. Niedernhausen (Falken-Verlag), 1988, S. 52-62.

Da das Buch vergriffen ist, lässt sich wiederum nur Dr. Thoma Winkler, Chriurg Wien, zitieren:

Kiwi (eine Frucht!) 80µg Iod

An dieser Stelle soll nur auf Quellen verwiesen werden, die selbst untersucht haben, wie viel Iod in den Kiwis ist.

Neuere Quellen zum Iod in Kiwis:

  • Scientific update on the iodine content of Portuguese foods
    World Health Organization 2018 (PDF)

    Im Mittel war der Iod-Gehalt von 100 g Kiwi unter der Bestimmungsgrenze, wie bei allen anderen Obstsorten auch.

    Lediglich bei Obstsalat, Trockenfrüchten und Rosinen konnten im Mittel Werte über der Bestimmungsgrenze gefunden werden:

    • 100 g Obstsalat: 26.6 ± 0.5 µg
    • 100 g Trocken-Früchte 3.3 ± 0.1 µg
    • 100 g Rosinen 5.5 ± 0.6 µg (ebenda S. 6)
      zum Vergleich:
    • 100 g Eier 24.3 ± 2.2 µg
    • 100 g Lachs 10.5 ± 0.6 µg
    • 100 g Muscheln 289 ± 18 µg
    • 100 g Sardinen 26.0 ± 0.2 µg

limit of quantification (LOQ)

    mit dem LOQ bzw. LoQ wird die geringste Menge beschrieben, welcher ein Assay sicher messen kann, in der Regel mit einer Fehlerquote von kleiner gleich 30% (=Bestimmungsgrenze oder Quantifizierungsgrenze).

Viele Grüße
Harald

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