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Radiojoddiagnostik in Bayern ambulant möglich ?

Radiojoddiagnostik in Bayern ambulant möglich ?

| Beitrags-ID: 256562

Hallo,
bei mir wurde im Frühjahr ein papilläres SD-Karzinom mit 4 Lymphknotenmetastasen festgestellt. Daraufhin erfolgt die Entfernung der SD mit beiseitiger Neck Dissection.
Im Juni hatte ich dann eine Radiojodtherapie. Die letzte Unterschung ergab daß der Tumormarker vom Wert 22 (nach der Therapie) jetzt 4 Monate später einen Wert von 0,61 hat.
Nun müsste ich zur Radiojoddiagnostik und hier wieder 3 Tage verweilen. Leider ist es für mich psychisch der absolute Horror wenn ich nur daran denke.
Ich bin mit meiner jetzigen Klinik zwar sehr zufrieden, da man hier aber immer wieder mal von ambulanter Diagnostik liest, würde mich trotz allem interessieren ob in Bayern die Möglichkeit besteht es ambulant zu machen. Ein Anruf bei der Krankenkasse brachte leider keinen Erfolg, die können es mir leider nicht sagen.
Danke für eure Antworten.

Antwort auf: Radiojoddiagnostik in Bayern ambulant möglich ?

| Beitrags-ID: 374085

Hallo,

wenn in der Diagnostik nach Radioiodtherapie nichts außer im Schilddrüsenbett zu sehen war, dann kann man auch noch etwas warten.

Hier aus der S1-Leitlinie der Nuklearmediziner
DGN: Handlungsemfpehlung zur RIT beim differenzierten SD-Krebs (2015):

Bei größeren Schilddrüsenresten wird die Szintigraphie durch den thyroidalen Uptake dominiert, wodurch Iodspeicherherde zervikal, mediastinal oder im oberen Thorax potenziell überlagert werden. Erst eine weitere, diagnostische I-131-Ganzkörper-Szintigraphie ≥4–12 Monate nach der Ablation erlaubt eine optimale Beurteilung
zum Ausschluss iodspeichernder Metastasen.

Also man kann den Tg-Wert auch noch weiter beobachten.

Wenn der Schilddrüsenrest nicht sehr viel war, und du keine TAK hast, kann die Kontrolle auch nur mit einem stimulierten rhTSH-Wert (auch 6-12 Monate nach der RJT) erfolgen, ohne Radiojoddiagnostik.

Siehe dazu die alte FAQ: Europäische Leitlinie zur Behandlung von SD-Krebs aus dem Jahr 2006.

Auch die neuste amerikanische Leitlinie sieht es nicht anders wie die europäische Leitlinie: ATA-Leitlinie (2015): Die Rolle der Radiojodiagnostik.

Ob du zur ATA-Gruppe neidriges Risiko für Rezidiv („ATA low-risk“) oder zur Gruppe mittleres Risiko für eine Rezidiv („ATA intermediate risk“ gehöhrst, dürfte von der Größe der Lymphknotenmetastasen abhängen:

Wenn die Lymphknotenmetastasen nicht mehr als 2mm groß waren, bist du ATA low-risk.
Wenn die Lymphknotenmetastasen nicht größer als 3 cm groß waren, bist du ATA intermediate.
Wenn die Lymphknotenmetastasen mehr als 3cm groß waren, bist du ATA high-risk.

Es spielen dann noch andere Faktoren eine Rolle siehe:

Erste Einteilung in Risikogruppen nach der chirurgischen Entfernung des Tumors, bezüglich des Risikos für ein Rezidiv bzw. ein Fortbestehen der Krankheit:

  • Geringes Risiko (ATA low risk): Der Tumor ist auf die Schilddrüse begrenzt bzw. es wurden nicht mehr als 5 Lymphknotenmetastasen gefunden, von denen keiner größer als 2 mm war. Das Risiko für ein Rezidiv bzw. ein Fortbestehen der Krankheit reicht von 1% bis zu 8 % (siehe auch Text).
  • Mittleres Risiko (ATA intermediate risk): Der Tumor hat entweder eine aggressivere Histologie (z. B. großzellig) oder eine minimale Ausbreitung außerhalb der Schilddrüse oder einen Einbruch in die Blutgefäße beim papillären Schilddrüsenkarzinom oder mehr als 5 Lymphknotenmetastasen von denen keiner größer als 3 cm war. Das Risiko für ein Rezidiv bzw. eine Persistenz der Krankheit reicht von 8% bis zu 40% (siehe auch Text).
  • Hohes Risiko (ATA high risk): Der Tumor konnte nicht vollständig chirurgisch entfernt werden oder hatte eine deutliche Ausbreitung außerhalb der Schilddrüse oder es gibt Fernmetastasen oder Lymphknotenmetastasen von mehr als 3 cm Größe. Das Risiko für ein Rezidiv bzw. ein Fortbestehen der Krankheit reicht von 10% bis zu 55% (adaptiert aus Fig. 4 in der ATA-Leitlinie 2015, S. 42).

aus: Resetbutton nach Operation und Radioiodtherapie (RIT)

Viele Grüße
Harald

StefanF
Nutzer*In
OP 1996, Follikuläres SD-CA, Hypopara, endokrinologisches Sonderexemplar

Antwort auf: Radiojoddiagnostik in Bayern ambulant möglich ?

| Beitrags-ID: 374086

Hallo Manitu,

stelle Dir das mit der ambulanten RJD nicht so einfach vor. In Belgien, wo das geht, sind eine ganze Reihe Auflagen damit verbunden z.B. das Du Deine Ausscheidungen mehrere Wochen nicht entsorgen darfst.

Eine RJD ist auch nicht mit einer RJT zu vergleichen. In der Regel findet eine RJD unter Thyrogen statt, damit entfällt die schreckliche Unterfunktion.
In den 3 Tagen werden ja auch entsprechende Untersuchungen gemacht. Da ist es sinnvoller in der Klinik zu bleiben.
Und das Ziel der RJD ist doch Deine Sicherheit nicht erneut an SD-KREBS zu erkranken. Unter der Sicht sollten doch die 3 Tage zu ertragen sein, oder?

Viele Grüße
Stefan

Maria2
Moderator
pap. Karzinom pT3 tall-cell-Variante

Antwort auf: Radiojoddiagnostik in Bayern ambulant möglich ?

| Beitrags-ID: 374087

Hallo Manitu,

eine direkte Antwort auf deine Frage hast du noch nicht bekommen :)
Nein, in Deutschland (dazu gehören wir im schönsten Freistaat der Welt leider 😉 dank Bismarck, vielleicht schaffen wir`s irgendwann ja wieder in die Eigenständigkeit; nicht dass ich gegen den Rest der Republik was hätte, aber die kulturellen Unterschiede sind schon groß, Mia san immer noch mia 😆 ) ist eine ambulante RJD nicht möglich.

Was war denn so der Horror für dich?
Mir hat damals bei der RJT das Eingesperrtsein ziemlich zugesetzt, die war allerdings in Unterfunktion, und da hab ich das schlimm gefunden.
Für die Diagnostik musste ich nicht in Unterfunktion, da hat mir das gar nichts ausgemacht, auch weil ich viel fitter war, gelesen hab…

Viele Grüße von
Maria

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StefanF
Nutzer*In
OP 1996, Follikuläres SD-CA, Hypopara, endokrinologisches Sonderexemplar

Antwort auf: Radiojoddiagnostik in Bayern ambulant möglich ?

| Beitrags-ID: 374088

Liebe Maria,

Bayxit und ambulante RJT/RJD ist ja schon ein Widerspruch in sich. Ihr hockt doch noch in den Bleikammern, während in anderen Bundesländern die Patienten sich auf Terrassen sonnen oder im Fitnessraum Sport treiben.
Selbst euren Atommüll entsorgt ihr lieber in NRW oder Niedersachsen, weil ihr keine Strahlung bei euch wollt.

Und die größte Freude:
Die Bundesliga ohne den FC Bayern wäre wieder interessant. :clap:

Liebe Grüße
Stefan

Maria2
Moderator
pap. Karzinom pT3 tall-cell-Variante

Antwort auf: Radiojoddiagnostik in Bayern ambulant möglich ?

| Beitrags-ID: 374089

Die Bundesliga ohne den FC Bayern wäre wieder interessant. :clap:

Stefan, nur kein Neid 😉

Ich hoffe, ich sprenge dir hier deinen Thread nicht, Manitu.
An der Klinik lag`s also nicht, dass du dich in einer anderen wohler fühlen würdest?

Viele Grüße von
Maria

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Antwort auf: Radiojoddiagnostik in Bayern ambulant möglich ?

| Beitrags-ID: 374090

Hallo Stefan,

Würzburg ist meines Wissens Bayern – ok Franken – und hat eine der modernsten und schönsten Therapiestationen mit Patientengarten, wie ich aus eigener Erfahrung zu berichten weiß :-P

Aber zum Thema: Wenn man wüsste, was genau den größten Horror ausmacht, könnte man ja mal versuchen rumzuhören, in welcher der infrage kommenden „Bleikammern“ eben dieser Horror am geringsten ist.

Und konkret: In Deutschland ist die Mindestsaufanthaltsdauer auf der Therapiestation 48 Stunden, unabhängig von der gemessenen Restaktivität. Bei einer RJD ist aber auch meist nicht viel mehr nötig.

Viele Grüße
karl

Ich muß mit der Gewohnheit brechen, ehe sie mich gebrochen hat.
G.C.Lichtenberg

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StefanF
Nutzer*In
OP 1996, Follikuläres SD-CA, Hypopara, endokrinologisches Sonderexemplar

Antwort auf: Radiojoddiagnostik in Bayern ambulant möglich ?

| Beitrags-ID: 374091

Habe gerade gesehen, das man in Österreich die RJT/RJD auch ambulant machen kann, z.B. An der Uniklinik Salzburg.
Allerdings kenne ich da die Bedingungen nicht und wie das mit der Kostenübernahme durch die KK ist. Da die ambulante RJD in Deutschland nicht zugelassen ist, befürchte ich mal das das auch keine Kassenleistung ist.

Viele Grüße
Stefan

1 Nutzer*in hat sich für diesen Beitrag bedankt.
StefanF
Nutzer*In
OP 1996, Follikuläres SD-CA, Hypopara, endokrinologisches Sonderexemplar

Antwort auf: Radiojoddiagnostik in Bayern ambulant möglich ?

| Beitrags-ID: 374092

Hallo Karl,

Ich denke es ist ein Mix aus der Unterfunktion und der Isolierhaft. Dazu kommt dann noch die nicht verarbeitete Krebsdiagnose.

Ich hatte vor 20 Jahren schon ein Zimmer mit Balkon. Aber nach 7 Wochen Unterfunktion war mir eh alles egal.

Die RJD hatte ich immer unter 4 Wochen ohne Hormon, fand die max.3 Tage aber nie wirklich schlimm.

Denke heute unter Thyrogen ist das alles nochmal eine gehörige Portion angenehmer.

Da ist bei meiner RJT noch kleine Kinder hatte wäre eine ambulante RJT eh nie in Frage gekommen. Und bevor ich alle Ausscheidungen sammeln und für Wochen aufheben muss, ist mir der Klinik Aufenthalt lieber.
Zumal man bei der RJD ja eh für das Ganzkörperszinitgrann wieder ins KH muss.

Denke das ist eine reine Kopfsache.

Viele Grüße
Stefan

Anonym
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