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Radiojodtherapie (RJT) – Erfahrungsberichte aus den Kliniken

Christoph_54
Papilläres Schilddrüsen Karzinom

Antwort auf: Radiojodtherapie (RJT) – Erfahrungsberichte aus den Kliniken

| Beitrags-ID: 261449

Ich hatte meine RJT im Klinikum Großhadern Ende Juli 2018.
Meine SD-OP war am 2. Juli und da bei der ersten OP festgestellt wurde, dass die Luftröhre auch schon vom Krebs befallen war machte man noch eine zweite OP am 5. Juli, in der mir ein Stück von der Luftröhre abgeschnitten wurde. Kein wirklicher Spass, nur gut dass ich wegen der Narkose davon nix mitbekam. Eine bleibende Nachwirkung ist bei mir, dass ein Stimmbandnerv durchtrennt werden musste, weil auch der schon Krebs hatte und ich deshalb jetzt mit Logopädie-Unterstützung mein verbleibendes Stimmband so trainiere, dass es besser wird.
Nun zur RJT in Großhadern.
Insgesamt sehr ähnlich den bisher beschriebenen Vorgehensweisen.
Zwei und einen Tag vor der RJT wird Thyrogen gespritzt und dann die Aufnahme der Radioaktivität gemessen. Das Ergebnis beeinflusst dann die Dosis, die man im Endeffekt verabreicht bekommt. Bei dieser Vorgehensweise muss man das normale SD-Medikament nur kurz absetzen (für einen Tag) und ist deshalb nicht so durch den Wind. – Sehr angenehm.
Am Aufnahmetag wurde uns der ganze Ablauf sehr gut erklärt.
Die eigentliche RJT beginnt mit der Einnahme der Kapseln (Bei mir waren es wegen der Dosis 9,4 GBq zwei Kapseln), die ich in einem Glasröhrchen welches in einem Bleibehälter steckte, verabreicht bekam. Start war am freitag gegen 14:30. Dann sollte man sofort auf sein Zimmer, in meinem waren zwei Betten, aber das zweite nicht belegt. Essen durfte man aus verschiedenen Menüs wählen und es schmeckt einigermassen. Das Essen wurde im Zimmer auf einen Hocker gestellt, der nahe bei der Tür war und von dort holte ich es mir dann ab. Kleidung durfte ich meine eigene tragen, blieb das ganze Wochenende im Schlafanzung, da es eh sehr warm war (Sommer 2018).
Die während der Tage getragene Kleidung durfte ich in einem Beutel nach Hause mitnehmen, mir wurde geraten sie ca. zwei Wochen liegen zu lassen und dann normal zu waschen.
Es gab die erste Messung am Sonntag und am Sonntag Nachmittag durfte ich auch zum ersten Mal seit Freitag wieder duschen in der dafür gekennzeichneten Dusche. Am Montag „musste“ ich dann morgens duschen und frische Kleidung anziehen. Vor der Messung wurde nochmal gefragt ob ich Stuhlgang gehabt hätte, sonst hätte ich wohl auch ein Abführmittel bekommen. Dann kam die Messung und die Entscheidung dass ich entlassen werden könnte, dann musste ich nur noch auf das Entlassungsgespräch mit dem Arzt warten und durfte gegen 14:00 gehen.

Das Personal war sehr freundlich und hilfsbereit, Wasser wurde immer gebracht und es gab regelmäßig Zitronensaft in kleinen Beutelchen, leider keine frischen Zitronen. Man hatte uns schon vor der stationären Aufnahme geraten saure Bonbons zum lutschen mitzubringen.

Telefon und WLAN gibt es wenn man eine Telefonkarte kauft und am Telefonapparat aktiviert.

Ich durfte Handy und Laptop mitnehmen und nutzen, so dass mir nicht langweilig wurde. Aber ich war dann doch froh, als ich mich wieder persönlich mit der Familie und mit „normalen“ Leuten unterhalten konnte.

Die ganze Prozedur hat mich zum Glück nicht sehr mitgenommen, ich hatte keine Nebenwirkungen.

In drei Wochen habe ich meine nächste RJT, damit dann hoffentlich alles weg ist was da stört.
Werde berichten.

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weigela
Nutzer*In
SD Total OP folikuläres gekap. karzinom links

Antwort auf: Radiojodtherapie (RJT) – Erfahrungsberichte aus den Kliniken

| Beitrags-ID: 261450

Meine Therapie liegt nun schon fast drei Jahre zurück, aber ich kann sagen, es waren trotz der Umstände einige entspannte Tage. Wenn ich mich zusehr an das Schwesternzimmer näherte ging der Alarm (Radioaktiv) los. Das ist das einzige, was mich daran erinnerte. ie kapsel vertrug ich gut.
Das Einzige, was mir zu schaffen machte war die Ganzköperszintigraphie, die gut eine Stunde verlief und ohne „LMAA“ Tabletten nicht möglich wäre.
Insgesamt kann ich das Klinikum – auch was die Nachsorge betrifft- wirklich gut empfehlen.

1 Nutzer*in hat sich für diesen Beitrag bedankt.
JazzLightInTheBox
Nutzer*In
Papilläres SD-Karzinom 2018 high risk, entdifferenziert

Antwort auf: Radiojodtherapie (RJT) – Erfahrungsberichte aus den Kliniken

| Beitrags-ID: 261451

Ich bin seit 2018 Patientin im UKM (Uniklinik Münster). Der Stationäre Ablauf war bis jetzt immer gleich (ich hatte 2 (3000) 1 (5000) RJT (letzte 01.2020) und 1 RJD).

Man bekommt/vereinbart einen Termin zur RJT.
Am Donnerstag: nach einer Untersuchung mit Blutabnahme, Schwangerschaftstest, Herzkontrolle und Befragung zur aktuellen ,,Lebenssituation“ Allergie etc… bekommt man die Thyrogenspritze.

Am Freitag: erhält man die zweite Spritze, entweder vom Hausarzt, weil man weiter weg wohnt, so wie ich (das UKM gibt das Medikament mit) oder man fährt hin, wenn man da grad zufällig wohnt.

(EXKURS: Nach meiner kompletten SD Entfernung, musste ich auf meine L-Thyroxin verzichten und erhielt keine Spritze. Erst als ich eingestellt war, also bei der zweiten RJT)

Am Samstagmorgen musste man dann in Münster sein.
Kleidung und sonstiges musste man selbst von zu Hause mitbringen. Es gibt Einzelzimmer, dort kommen die hin, die eine hohe Dosis bekommen und Zweibettzimmer, dort kommen die hin, die eine geringere Dosis erhalten. Die Therapiestation befindet sich im ,, Keller?„ liebevoll ,,Bunker“ genannt.
Nach dem ,,einchecken“ erhält man irgendwann sein Zimmer. Ich würde sie als geräumig beschreiben, allerdings darf man nicht duschen! (Einwegwaschlappen sind meine Rettung). Im Zimmer befindet sich ein WC, kleiner Fernseher am Bett, Wlan gibt es auch, Waschbecken, eine dusche die nicht genutzt werden darf, ein Spiegel und ein Schrank.
Gegen Mittag erhält man die Kapsel/n die nicht in die Hand genommen werden darf/dürfen, sondern schnell mit Wasser runtergeschluckt werden müssen. Daraufhin muss man sofort! in sein Zimmer. Raus darf man so gut wie nicht, erst wenn die Strahlung weniger ist. Dann darf man in den Hinterhof, mit einem großen Abstand zu anderen Patienten.

Täglich kommt ein Arzt vorbei und fragt einen aus. Genauso wie die netten Pfleger*innen. die Strahlung wird täglich gemessen.
Da ich die RJT absolut nicht vertrage und danach, Übelkeit, erbrechen, Kopfschmerzen und alles was man bekommen kann verspüre, wird bei mir schon vorsorglich mit Medikamenten gegen Übelkeit etc.. gegengewirkt, was ich als großes Plus anmerken möchte. Und wenn ich während des Absitzens sonstige Probleme habe, kommt auch immer jemand und hilft.

Man darf sich aus mehreren Menüs etwas auswählen. Geld sollte man mitnehmen, da dort auch gerne mal Pizza o.ä. bestellt wird, falls man Lust drauf hat =). Das Essen wird meist in Türnähe abgestellt und zu jedem Essenstablett erhält man Zitronensaft in einem kleinen Gläschen. Saure Bonbons und Süßigkeiten soll man sich mitbringen, das wird einem schon vorher geraten. Bei der Entlassung (meist gegen 11 Uhr), wenn nach der täglichen Messung die Höchstgrenze unterschritten ist, wird alles weitere mit dem Arzt/der Ärztin besprochen und man darf nach Hause. Die Kleidung darf ohne Probleme mit, sollte aber gründlich gereinigt werden oder eine Woche im Keller liegen, eingepackt in einer Tüte. Des Weiteren sollte man die ersten Tage nach der Entlassung ein wenig Abstand zu Kindern halten.

Da das UKM mein zweites zu Hause ist, kann ich es nur wärmstens Empfehlen. Ich bin gerne dort, weil ich mit allen super gut klarkomme und mich wohlfühle, was in so einer Situation wichtig ist, ich werde ernst genommen und kann bei Fragen dort anrufen ohne Gewissensbisse zu bekommen.
Ich wünsche euch alles gute!🤗

Lieben Gruß JazzLightInTheBox

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