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Einschätzung nachweisbarer Tg-Wert bei gering-differenziert

Einschätzung nachweisbarer Tg-Wert bei gering-differenziert

| Beitrags-ID: 260574

Servus,

mich beschäftigt immer wieder die unterschiedliche Rückmeldung der ÄrztInnen auf den noch nachweisbaren Tg-Wert (4,3 vor und 5,2 nach Stimulation mit rTSH).
Dieser war zwischenzeitlich nach der 1. RIT in 12/19 auf 2,2 in 3/20 gesunken.
Allerdings ist mein TSH Wert auch gestiegen auf 4,75 (vor Stimulation, danach >100).

Eine Ärztin , die sehr erfahren ist, sagt, ich solle mir nicht viel Sorgen machen, weil der Tg Wert und der TSH Wert zusammenhängen. Andere Ärzte, die auf der RIT Station und in der Nachsorge sind deutlich angespannt.

In 6/20 hatte ich jetzt die zweite RID (keine Restspeicherung, keine dystope Speicherung) , auch wieder mit 3881Mbq l-131, weil im PET-CT nichts zu sehen war, allerdings habe ich im Bericht im Nachhinein gelesen, dass aufgrund des braunen Fettgewebes nur eine eingeschränkte Beurteilung habe erfolgen können.
Und ich nehme jetzt eine höhere Dosis L-thyroxin zur Supprimierung.

Die Frage ist natürlich: waren da `nur´ Schilddrüsenzellen oder schwirren doch noch Tumorzellen herum?
Ich finde diese Ungewissheit immer wieder sehr schwer auszuhalten, weil die Tumorart ja eine deutlich ungünstigere Prognostik mit sich bringt.

Freue mich über Rückmeldungen,
Sternenfrau

Antwort auf: Einschätzung nachweisbarer Tg-Wert bei gering-differenziert

| Beitrags-ID: 389231

Hallo Sternenfrau,

pardon wenn ich erst jetzt antworte.

Versuch mir erstmal wieder selber einen Überblick über Deine Tg-Werte zu schaffen:

  • 12/2019: 1. RIT
  • 3/2020: Tg: 2,2 (vermutlich unter TSH-Suppression)
  • 6/2020: Tg ? RID (mit 3881Mbq I-131; Harald: dies war eine hoch dosierte Radioiodtherapie und keiner RID; diese ist auch sensitiver bezüglich noch jod-speichernden Metastasen) und PET/CT – Beide Bild-und-funktional diagnostischen Untersuchungen ohne Befund.
  • ??: (1) Tg 4.3 (bei TSH 4,75)
  • ??: (2) Tg 5,2 (unter rhTSH >100)

Meine Einschätzung: Schön wäre kein nachweisbarer Tg-Wert;
Auf Grund des nachweisbaren Tg-Wert gibt es sicherlich noch ein paar wenige Zellen, ob diese bedrohlich sind, und wann sie eventuell bedrohlich werden, weiß man nicht => Weiterhin Enge Nachsorge.

Bei den letzten beiden Tg-Werten musst du bedenken, dass dadurch dass keine TSH-Unterdrückung vorlag, der Tg-Wert über eine längere Zeit bereits ansteigen konnte.
In einer Schilddrüsenunterfunktion ist der Tg-Wert um einiges höher als mit einer rhTSH-Stimulation, weil es einfach ein längere Zeit für die Stimulation gibt.
Daher ist der Tg-Wert (1) fast so hoch, wie unter der rhTSH-Stimulation (2).
Bei rhTSH ist die Stimulation ja ganz kurz, darum muss ja auch ein genauer Zeitplan eingehalten werden, für die Blutabnahme des Tg-Wertes.
Die Tg-Werte sind jeweils nur vergleichbar, mit dem gleichen TSH-Wert bzw. der gleichen TSH-Stimulation (Unterfunktion bzw. rhTSH).

Ich würde daher nur den letzten Tg-Wert (2) unter rhTSH betrachten, und der ist nicht so schlecht, wenn du dir die entsprechenden Werte bei den Risikogruppen nach RIT anschaust:
Resetbutton nach Operation und Radioiodtherapie (RIT)
Ich würde sagen – vorerst – die zweit-beste Gruppe bzg. Ansprechen der Therapie: Unbestimmbares Ansprechen (indeterminate response), jedoch mit dem Hinweis weiterhin engmaschig die Nachsorge zu machen.

Hier noch der Link zur: Thema: ATA-Leitlinie (2015): FDG-PET in der Nachsorge [C12]" class="bbcode_url"> ATA-Leitlinie (2015): FDG-PET in der Nachsorge [C12].

Viele Grüße
Harald

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Antwort auf: Einschätzung nachweisbarer Tg-Wert bei gering-differenziert

| Beitrags-ID: 389232

Servus,
jetzt war ich zum nächsten Nachsorgetermin und ich bin recht unangenehm berührt:
die Ärztin vermutet, `Bauchgefühl´, dass sich irgendwo noch eine Mikrometastase befindet. Sagt sie so, ohne die WErte zu kennen! Sie glaube nicht, dass der Tg Wert nicht mehr nachweisbar sei ….
Dazu übermorgen mehr ….
Drückt mir die Daumen !
Gruß, Sternenfrau

Antwort auf: Einschätzung nachweisbarer Tg-Wert bei gering-differenziert

| Beitrags-ID: 389233

Guten Morgen,
Jetzt habe ich die neuen Werte:
Tg 4 und TSH 0,05.
Sie will den Befund noch Im Tumorboard besprechen , empfiehlt mir jetzt aber schon noch MR T Aufnahmen von Hals und Kopf machen zu lassen (wobei sie Kopf so gut wie ausschließt) . Weiter engmaschig kontrollieren und ich hoffe, dass durch die Supprimierung der Tg Wert noch weiter sinkt und die RJT vom Juni wirkt ja auch noch .
LG, Sternenfrau

Antwort auf: Einschätzung nachweisbarer Tg-Wert bei gering-differenziert

| Beitrags-ID: 389229

Servus,
jetzt habe ich den Arztbrief bekommen und es ist schon noch einmal heftig zu lesen, dass aufgrund des nicht weiter gesunkenen Tg Wertes nun die Einschätzung radiojodrefraktär vorliegt ….
Sternenfrau

Antwort auf: Einschätzung nachweisbarer Tg-Wert bei gering-differenziert

| Beitrags-ID: 389230

Liebe Sternenfrau,

kann gut nachvollziehen, dass dich dieser Befund sehr bedrückt.
:console:

Das schwierige bei deinen Befunden ist vermutlich, dieses Abwarten wie sich der Tg-Wert verhält, bleibt er stabil, wächst er, wie schnell wächst er?

Wann macht man die nächste Diagnostische Untersuchung?
(Sowohl PET als auch Ganzkörperszinti nach der emoiruschen Radioiodtherapie brachten ja nichts zum Vorschein).

Versuch Dich an den Risikogruppen des Resetbutton nach Operation und Radioiodtherapie (RIT) festzuhalten.

Diese gelten zwar erst 2 Jahre nach der letzten RIT, sie geben jedoch eine grobe Risiko-Orientierung.

Nach meinem Verständnis bist Du entweder in der Gruppe:

  • Unbestimmbares Ansprechen (indeterminate response)
    Tg-Wert war unter TSH-Stimulation <10
    oder
  • Biochemisch unvollständiges Ansprechen (biochemical incomplete response)
    • Definition
      • In der Bildgebung ist nichts krankhaftes zu sehen
        und
      • Tg-Wert unter TSH-Unterdrückung ist >= 1ng/ml

Hast Du denn schon einen neuen Tg-Wert unter TSH-Unterdrückung?

Bei beiden Gruppen ist das Risiko an diesem Krebs zu sterben unter einem Prozent.

Schau dir auch noch mal an, was die ATA zu Thema: ATA-Leitlinie (2015): Empirische Radioiodtherapie [C31]" class="bbcode_url"> ATA-Leitlinie (2015): Empirische Radioiodtherapie [C31] schreibt.
Alles übrigens mit schwacher Studienlage/Evidenz.

In der Empfehlung R81 steht übrigens auch der Satz:

Wenn eine empirische RIT gegeben wird und das Ganzkörperszinti ist negativ, so müsse der Krebs als radioiodrefraktär betrachtet werden, und keine weiteren RIT durchgeführt werden.

Wobei ich persönlich eher den letzten Teil des Zitats betonen würde.
Musste hier im Forum leider auch die Erfahrung von Betroffenen miterleben, bei denen immer wieder eine RIT durchgeführt wurde, weil der Tg-Wert nachweisbar war, im Szintigramm jedoch nie was zu sehen war, und später sind sie dann an Leukämie gestorben.
Und deswegen würde ich eher letzte Teil des Satzes betonen, dass man sich nicht nutzloser Strahlenbelastung aussetzt.

Viele Grüße
Harald

Antwort auf: Einschätzung nachweisbarer Tg-Wert bei gering-differenziert

| Beitrags-ID: 389228

Hallo Harald, die neuen Werte hatte ja schon gepostet:
TSH 0,05 und Tg 4.

Ich danke Dir sehr!
Sternenfrau

Antwort auf: Einschätzung nachweisbarer Tg-Wert bei gering-differenziert

| Beitrags-ID: 389234

Hallo Sternenfrau,

sorry, habe diesen letzten Wert übersehen.

Du hattest ja im März einen Tg-Wert von 2,2 unter TSH-Unterdrückung.

Und nun hast du im September einen Tg-Wert von 4 unter TSH-Unterdrückung.
Wobei zu bedenken ist, die letzte Stimulation und Radioiodtherapie im Juni war, also gerade mal 3 Monate. So dass der letzte Wert noch mit etwas Vorsicht einzuschätzen ist.

Mit dem Wert gehörst du jedoch sicherlich nun in Risikogruppe:
Biochemisch unvollständiges Ansprechen (biochemical incomplete response)

Wichtig ist, dass man an Anhand dieser Steigerung des Tumormarkers keine Prognose abgeben kann. Ein Prognose konnte in einer Studie nur abgeleitet werden, wenn die Betroffenen eine hohe Tumorlast haben.
Du hast keine hohe Tumorlast.
siehe Studie: Tg-Verdopplungszeit beim fortgeschrittenen Schilddrüsenkrebs (Rössing2016)

Alles was ich zur Tumormarker-Verdoppelungszeit kenne bezieht sich auf Betroffene die sichtbare Tumore haben und entsprechend auch wachsen.

Viele Grüße
Harald

Antwort auf: Einschätzung nachweisbarer Tg-Wert bei gering-differenziert

| Beitrags-ID: 415511

Servus,

jetzt habe ich wieder ein PET-CT gehabt, zum Glück ohne Befund.

Leider ist der Tg Wert etwas gestiegen, auf 5,7, der TSH Wert ist bei 0,07.

Nun soll der Tumor molekularbiologisch untersucht werden, damit, für den Fall, dass doch ein Rezidiv wächst, schon alle Daten für eine weitere Behandlung da sind, was ich grundsätzlich gut finde.

Zudem will mich bei der nächsten Nachsorge die Spezialistin, Prof.in Spitzweg, untersuchen, was ja für die Sorgfalt im Krankenhaus spricht.

Was mir aber nicht gefällt, ist, dass die Ärzt*innen immer wieder sagen : da muss doch etwas sein, da muss doch etwas sein …. Das macht mich wirklich unruhig und angespannt. – Wie ist das einzuschätzen? Gibt es da Erfahrungen?

Vielen Dank und

herzliche Grüße, Sternenfrau

1 Nutzer*in hat sich für diesen Beitrag bedankt.

Antwort auf: Einschätzung nachweisbarer Tg-Wert bei gering-differenziert

| Beitrags-ID: 419730

Moin,

jetzt hatte ich den nächsten Nachsorgetermin und durfte dieses Mal zur Spezialistin. Ihre Einschätzung bei dem nach wie vor nachweisbaren, aber stabilen Tg Wert (die genauen Werte kenne ich noch gar nicht) und keinem physisch nachweisbaren Befund ist, dass es nun wohl erst einmal so bleibt und ich daher auch erst in einem halben Jahr zur weiteren Nachsorge kommen soll.

Hinzu kommt ihre Empfehlung bzgl. Supprimierung des TSH: Nämlich, dass das nicht mehr  erforderlich sei , weil gar nicht klar sei, ob dies bei gering differenziertem SD-Karzinom überhaupt Sinn mache und die möglichen Folgen für weitere Erkrankungen des Körpers ja auch berücksichtigt werden müssen!!! Daher ist ihre Empfehlung ein Wert von 0,5 für den TSH Wert!

Ich bin natürlich sehr erfreut und entspanne mich langsam in diese hoffnungsvolle Perspektive!

Sternenfrau

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