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FAQ: Redifferenzierungstherapie mit Retinsäure

FAQ: Redifferenzierungstherapie mit Retinsäure

| Beitrags-ID: 234199

Geschrieben von MartinP am 13. Dezember 2000 21:45:58:

Seit ein paar Jahren wird ein Medikament für eine Redifferenzierungstherapie (Tumorzellen und Metastasen zu stimulieren wieder Jod aufzunehmen) eingesetzt.
Es handelt sich um „Roaccutan 20“ mit dem Wirkstoff Isotretinoin (13-cis-Retinsäure), ein natürliches Stoffwechselprodukt der Hormonvorstufe des Vitamin A.
„Roaccutan 20“ ist ein seit über 10 Jahren bekanntes Medikament, daß bei Hauterkrankungen, wie Akne oder Schuppenflechte, mit gutem Erfolg eingesetzt wird.

Nebenwirkungen:
Auszug aus einem „Merkblatt für Patienten“ ausgegeben von einer Uni-Klinik:
„Die Nebenwirkungen sind vergleichsweise gering und können in einer leichten Entzündung im Bereich der Lippen und Mundwinkel bzw. in einer vermehrten Lichtempfindlichkeit der Haut (Sonnenbrandrisiko) bestehen. Dagegen können Sie sich durch Vermeidung von Sonnenbädern bzw. durch das Auftragen von pflegenden Salben schützen“

Wichtig (siehe auch Beipackzettel): auf keinen Fall bei Schwangeren, schwere Mißbildungen bekannt!

Der Ablauf der Therapie bei mir:
nach 6 RJT und TG von 17,3 ng/ml Diagnose:
Follikuläres Schilddrüsenkarzinom pT2, N0, M1 (Metastasen in beiden Lungen)

Ab Mitte Dez. 99 Einnahme von „Roaccutan 20“
4 x 20 mg (1-2-1) am Tag (Menge abhängig vom Körpergewicht).
Einnahme nach „fettreicher“ Mahlzeit (z.B. Butterbrötchen).
Nebenwirkungen bei mir: trockene Haut im Gesicht, spröde und rissige Lippen, leicht gerötete Augen. Jedoch mit Lippenstift und Salbe gut zu ertragen!
Alle 4 Wochen wurde eine Blutkontrolle durchgeführt (Tumormarker, Leberwerte etc.).
Während dieser Therapie war mein Tumormarker leicht höher als er sonst gewesen wäre.
Ende März Absetzung von L-Thyroxin für geplante RJT.
Ende April RJT mit 7,72 GBq Jod 131, erst danach Ganzkörperszintigraphie.
Die Einnahme von „Roaccutan 20“ erfolgte bis nach der Ganzkörperszintigraphie.
Bei mir zeigte sich leider keine Anreicherung.

Diese Therapie ist nur bei einem Teil (ca. 60%) der Patienten erfolgreich. Der Grund ist noch unbekannt


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Antwort auf: FAQ: Redifferenzierungstherapie mit Retinsäure

| Beitrags-ID: 261469

Geschrieben von Utz am 15. Dezember 2000 16:26:26:

Bei meinem Sohn Maik (10 Jahre) haben die Tumorzellen leider auch die Eigenschaft Jod zu speichern verloren. Wir sind in der UNI-Klinik Essen in Behandlung. Dort hat man uns vorgeschlagen, unseren Sohn eventuell auch mit Roaccutan zu behandeln. Leider gibt es keine Erfahrungen bei dieser Behandlung mit Kindern. Wie uns dort gesagt wurde, ist erst eine Pilotstudie (mit 50 erwachsenen Patienten) in D in der UNI-Düsseldorf mit Roaccutan durchgeführt worden. Eine Veröffentlichung der Ergebnisse aus dieser Studie gibt es zwar noch nicht, aber wie man uns mitteilte, schlug dieses Medikament bei nur etwa 10% der Probanden an.
Mich würde sehr interessiern wo Du behandelt worden bist, anscheinend gibt es wohl noch mehr Kliniken in D die bereits Patienten mit Retinsäure behandelt haben.

Ich wünsche Dir alles Gute und hoffe das Deine Zellen bald wieder Jod speichern können.

Gruß Utz, Vater von Maik

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