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FDA erlaubt Pembrolizumab bei allen soliden Tumoren

FDA erlaubt Pembrolizumab bei allen soliden Tumoren

| Beitrags-ID: 257283

FDA erlaubt Pembrolizumab bei allen soliden Tumoren mit den Mutationen MSI-H oder dMMR

Hallo,

erstmals bekam durch die amerikanische Zulassungsbehörde FDA ein Medikament, Pembrolizumab (Handelsname: Keytruda), für solide Tumore unterschiedlicher Indikationen eine beschleunigte Zulassung (accelerated approval).

Voraussetzung für die Anwendung von Pembrolizumab ist jedoch, dass die Tumore eine bestimmte Mutation vorliegen haben müssen:

  • hohe Mikrosatelliteninstabilität (microsatellite instability-high = MSI-H)
    oder
  • Mangel an DNA-Mismatch-Reparaturproteinen (mismatch repair deficient = dMMR)

Zulassung von Arzneimitteln
in Deutschland wird die Zulassung von Arzneimitteln durch das Arzneimittelgesetz (AMG) geregelt. Für den Zulassungsantrag macht der Hersteller u.a. Angaben zur Zusammensetzung des Präparats und zur Indikation. Die Zulassung bedeutet vor allem, dass kein Schaden für den Patienten von der Therapie ausgeht und ist von der Nutzenbewertung zu unterscheiden.
Die Zulassung erfolgt in Europa über die EMA und in den USA über die FDA.
Medikamente, die einen therapeutischen Durchbruch bei schweren Erkrankungen darstellen, können in den USA eine beschleunigte Zulassung (accelerated approval) und in Europa eine bedingte Zulassung (Conditional Marketing Authorisation) erhalten.
Medikamente für seltene Erkrankungen (Orphan Disease) können bei den Zulassungsbehörden den Orphan Drug-Status erhalten.
Wird ein zugelassenes Medikament für eine andere Indikation angewendet, spricht man von Off-Label-Use.
Medikament, die im regulären Zulassungsverfahren sind, können über Compassionate Use verordnet werden.

accelerated approval
= beschleunigte Zulassung; die accelerated approval durch die us-amerikanische Zulassungsbehörde FDA geschiet, wenn ein beträchtlicher Zusatznutzen vermutet wird. Die Zulassung basiert dabei einzig auf Daten von Surrogatparametern (z.B. Verringerung der Tumorgröße) und nicht auf Patienten relevanten Endpunkten (z.B. Lebensverlängerung oder Reduzierung von Schmerzen).
Die beschleunigte Zulassung bedarf jedoch noch weiterer Phase-IV-Bestätigungsstudien.
Die beschleunigte Zulassung sowie das europäische Pendant das Conditional Marketing Authorisation sind in der Evidenzbasierten Medizin (EbM) umstritten, weil nur Surrogatparameter für die Zulassung herangezogen werden und doppelt-verblindete, randomisierte Studie (RCT) mit der höchsten Evidenz erschwert bzw. unmöglich gemacht werden.
Siehe auch:

Die beschleunigte Zulassung von Pembrolizumab selbst beruhte auf Daten von 149 Patienten mit MSI-H oder dMMR aus fünf nicht kontrollierten Studien;
59 Patienten hatten Darmkrebs; die anderen Patienten hatten einen Tumor von 14 anderen Krebsarten (darunter auch Schilddrüsenkrebs).

Die Patienten erhielten entweder:

Die Behandlung wurde Abgebrochen, wenn nicht akzeptable Nebenwirkungen auftraten oder es einen ungehinderten Progress gab.
Die maximale Behandlungsdauer wurde mit 24 Monaten erreicht.

Die Zulassung erfolgte auf Grund der Surrogat-Parameter

  • Objective Response Rate (ORR) von 39,6%. Die Wirkung dauerte mindestens 6 Monate an oder dauerte für mehr als 78% der Patienten an, die eine Wirkung auf Pembrolizumab hatten.
    • 11 Patienten hatten eine komplette Remission (Complete responses)
    • 48 Patienten hatten eine Teilremission (partial responses)
  • ORR war unabhängig davon, welche Krebsart vorlag
  • Die Identifikation von MSI-H und dMMR erfolgte prospektiv bei 135 Patienten durch spezielle Test am Gewebe des Tumors. Retrospektiv wurden 415 Patienten nach MSI-H untersucht.

(Quelle: FDA grants accelerated approval to pembrolizumab for first tissue/site agnostic indication
www.fda.gov. Retrieved 2017-05-24)

In der Zeitschrift Science (8. Juni 2017) wurde zu dem Ergebnisse einer Studie veröffentlicht:

  • 66 (76%) von 86 Patienten zeigten eine Teil- bzw. Vollremission
  • darunter 18 Vollremission,
  • davon haben 11 Patienten das Medikament abgesetzt und sind im durchschnitt seit 8,3 Monaten ohne Rezidiv

    (Dung T. Le et.al.: Mismatch-repair deficiency predicts response of solid tumors to PD-1 blockade; in: Science, 2017, Abstract auf pubMed; Daten aus Ärzteblatt 25.5.2017)

    Ob diese Ergebnisse aus der Basket-Studie-Phase II: Pembrolizumab – fortg. solide Tumore stammen, konnte ich nicht feststellen, es liegt jedoch nahe dass es sich um diese laufende Studie handelt.

Quellen:


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kasey
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medulläres SD-Carcinom, C-Zellcarcinom

Antwort auf: FDA erlaubt Pembrolizumab bei allen soliden Tumoren

| Beitrags-ID: 377585

Hallo Harald,

weißt du zufällig etwas darüber, interessiere mich ja schon seit Beginn meiner „Karriere“ mit dem MTC für diese Immuntherapien: https://ccr.cancer.gov/news/article/new-clinical-trial-studies-immunotherapy-for-medullary-thyroid-cancer

In Deutschland läuft sowas aktuell wohl nicht?

Gruß

Lydia

"Es ist nicht nötig sein Leben zu ändern, es ist nur nötig anders zu denken...." ,aus "Hypnose und Krebs" von Gerhard R. Susen
www.c-zell-karzinom-online.de

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