2. RJT ohne Wirkung? TG weiterhin 1,0–1,6 trotz keiner Jodaufnahme
- Dieses Thema hat 3 Antworten und 2 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert 26.02.2026 - 00:06 von
Harald.
2. RJT ohne Wirkung? TG weiterhin 1,0–1,6 trotz keiner Jodaufnahme
Hallo zusammen,
ich wollte euch kurz meinen aktuellen Stand schildern, weil mich vor allem die zweite Radiojodtherapie beschäftigt.
Im Herbst 2024 wurde ich wegen eines papillären Schilddrüsenkarzinoms (pT2 N1) operiert (komplette Thyreoidektomie mit Lymphknotenentfernung).
Im Januar 2025 folgte die erste Radiojodtherapie. Der TG-Verlauf war zunächst stark schwankend (unter Stimulation bis 247 ng/ml), fiel danach aber deutlich ab bis auf 0,69 ng/ml im Juni 2025.
Da der TG-Wert erneut nachweisbar war und es sonographisch auffällige Lymphknoten gab, erhielt ich im August 2025 eine zweite Radiojodtherapie (3,746 GBq).
Seitdem liegt mein TG unter Suppression im Bereich von 1,0–1,6 ng/ml (TSH supprimiert).
Im Kontroll-CT bzw. in der Bildgebung hat nach der zweiten RJT nichts mehr radioaktiv gespeichert/„gestrahlt“, also kein nachweisbares jodspeicherndes Gewebe. Auch aktuell keine klar suspekten Lymphknoten und keine Fernmetastasen.
Was mich verunsichert: Die zweite RJT scheint biochemisch keinen klaren Effekt gehabt zu haben – der TG-Wert ist nicht weiter gefallen, sondern bleibt niedrig, aber dauerhaft positiv.
Hat jemand eine ähnliche Konstellation erlebt (positiver TG (1,0-1,6) aber keine Jodaufnahme mehr)?
Leitungsteam SHG Berlin follikulärer SD-Krebs 1997 (oxyphil), Zungengrundkrebs 2024
Antwort auf: 2. RJT ohne Wirkung? TG weiterhin 1,0–1,6 trotz keiner Jodaufnahme
Hallo Leonie123,
herzlich Willkommen bei uns im Selbsthilfe-Forum!
Ja, das gibt es leider öfter, dass der Tg-Wert nicht verschwindet.
Wir habe daher auch eine Forums-Gruppe: Tg-Wert beständig leicht erhöht.
Entscheidend ist allerdings, dass er nun nicht weiter steigt. Immerhin war er ja schon bei 0,69.
Mehrere Fragen:
- Die TAK sind unauffällig?
- Du schreibst, dass du vor der zweiten RJT im Ultraschall auffällige Lympknoten hattest. Die Leitlinien empfehlen, diese genauer abzuklären (Thyreoglobulinbestimmung im Punktions-Washout S3-Leitlinie Empfehlung 3.26) und chirurgisch zu entfernen (S3-Leitlinie Empfehlung 7.2)
Hat die Tumorkonferenz empfohlen (Empfehlung 7.1.), dass statt diesem Vorgehen, eine zweite RJT gemacht werden soll und warum? - Erstaunlich ist ja, dass die Lymphknoten nun im Ultraschall unauffällig sind. Gab es hierfür eine Erklärung?
Wie hoch war der stimulierte Tg bei der zweiten RJT?
Hier noch der Verweis auf die Risikogruppen für ein Rezidiv nach Operation und RJT:
Wiki: Risikogruppen nach Operation und Radioiodtherapie
Viele Grüße
Harald
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Diese Antwort wurde geändert vor 1 Woche, 5 Tage von Harald.
Diese Antwort wurde 2-mal bearbeitet.
Antwort auf: 2. RJT ohne Wirkung? TG weiterhin 1,0–1,6 trotz keiner Jodaufnahme
Hallo Harald,
vielen Dank für deine ausführliche Antwort! Ich versuche, deine Fragen anhand meines aktuellen Befundes nach besten Wissen zu beantworten:
1. TAK
Die Thyreoglobulin-Antikörper sind unauffällig.
Mein Wert liegt bei 21,9 kU/l (Norm <115), also negativ.
2. Auffällige Lymphknoten vor der 2. RJT / Tumorkonferenz
Im Mai/Juli 2025 wurden rechts zervikal sonographisch suspekte Lymphknoten beschrieben. Im Bericht steht, dass bei mangelndem TG-Ansprechen oder fehlender Größenreduktion eine chirurgische Sanierung evaluiert werden sollte. Eine explizite Dokumentation einer Tumorkonferenz-Entscheidung nach Leitlinie ist im Befund allerdings nicht enthalten. In meinem aktuellen Befund steht dieser nun plötzlich als unauffällig, was ich mir selbst nicht erklären kann, da er weder verschwunden ist und nicht kleiner geworden ist. Die 2. RJT wurde veranlasst, da mein TG noch nachweisbar war.
Am 01.08.2025 wurde dann eine zweite RJT durchgeführt.
Stimuliertes Tg bei der 2. RJT:
Am 01.08.2025 (TSH >100, stimuliert) lag mein Tg bei 3,80 ng/ml.
Zum Vergleich:
-
<li style=“list-style-type: none;“>
- RJT (01/2025, stimuliert): 247 ng/ml
- Tiefster Wert im Verlauf: 0,69 ng/ml (06/2025)
- Aktuell (supprimiert): 1,0 ng/ml
3. Warum sind die Lymphknoten jetzt unauffällig?
Im aktuellen Ultraschall heißt es:
„Keine suspekten zervikalen Lymphknoten.“
Eine konkrete Erklärung wird im Bericht nicht gegeben. Nach der 2. RJT fand sich kein Nachweis jodspeichernder Metastasen, aber sonographisch zeigt sich nachwievor der Lymphknoten.
Ich hoffe, das beantwortet deine Fragen soweit.
Danke dir nochmal für deine Unterstützung! Ich bin der Gruppe beigetreten.
Viele Grüße
Leonie
Leitungsteam SHG Berlin follikulärer SD-Krebs 1997 (oxyphil), Zungengrundkrebs 2024
Antwort auf: 2. RJT ohne Wirkung? TG weiterhin 1,0–1,6 trotz keiner Jodaufnahme
Hallo Leonie123,
also ich finde deine Krankengeschichte schwer einzuschätzen.
Also wenn ich es richtig verstanden habe, war der Tg vor der zweiten RJT bei 0,69.
Und nach der 2. RJT mehrere Tg Werte die zwischen 1,0 und 1,6 schwanken, also keine kontinuierliche Steigerung, sondern schwankend.
Gut war zumindest, dass der stimulierte Tg bei der 2. RJT gerade mal 3,8 war.
Wenn man sich die ATA-Risikogruppen nach OP und RJT anschaut (Wiki: Risikogruppen nach Operation und Radioiodtherapie), dann dürftest du zur Gruppe Gutes bzw. unbestimmbares Ansprechen („indeterminate response“) gehören.
Viel dürfte davon abhängen, wie der Tg sich weiter verhält.
Wichtig dürfte auch sein, nicht in akitivismus zu verfallen, auf jeden Fall einen nicht nachweisbaren Tg zu bekommen, und beim nächsten mal am besten ein ausgewiesenen Tumorboard für den Schilddrüsenkrebs konsultieren.
Viele Grüße
Harald
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