Entfernung Schilddrüse nach MIFTC rechts – wie weiter?
- Dieses Thema hat 1 Antwort und 2 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert 22.01.2026 - 21:14 von
Harald.
Entfernung Schilddrüse nach MIFTC rechts – wie weiter?
Im April 2025 konsultierte ich meinen Hausarzt, da mein Hals rechts „dicker“ war als auf der linken Seite. Beim Ultraschall stellte er einen ca. 6 x 3 x 4,5 cm großen Knoten fest. Im Verlauf wurden Szintigraphie und MIBI-Szintigraphie der Schilddrüse gemacht und letztendlich eine Feinnadelpunktion. Dabei kam heraus, dass es sich um einen gutartigen Knoten handelt, der keiner weiteren Behandlung bedarf und lediglich jährlich kontrolliert werden sollte. Einerseits war ich froh über die Diagnose, andererseits wollte ich mich nicht mit so einem großen Knoten dauerhaft an meinem Hals abfinden.
Ich habe mir in einer Klinik einen Termin in der Radiologie besorgt, um eine Zweitmeinung einzuholen. Dort wurde mir geraten, den Knoten aufgrund der Größe entfernen zu lassen, zumal man auch erst nach der pathologischen Untersuchung des Knotengewebes 100 %ige Gewissheit hat, dass nichts Bösartiges vorhanden ist. Daraufhin habe ich mich zur OP entschlossen.
Am 05.01.2026 wurde mir der rechte Schilddrüsenlappen entfernt. Die OP verlief gut und ich konnte 2 Tage später nach Hause. Weitere 2 Tage später (Freitag Mittag) erhielt ich einen Anruf aus der Klinik, dass bei der pathologischen Untersuchung ein ca. 4 cm großer bösartiger Tumor gefunden wurde (minimalinvasives follikuläres Schilddrüsenkarzinom (pT2 pNX pMX R0 L0 V0 Pn0 C4)) und die Schilddrüse komplett entfernt werden müsste. Danach würde eine Radio-Jod-Therapie folgen.
Am 13.01.2026 erfolgte die operative Entfernung der restlichen Schilddrüse. Nach erfolgreicher OP hat die behandelnde Ärztin mich darüber informiert, dass lt. Tumor-Konferenz keine Radio-Jod-Therapie notwendig sei. Seit dem 16.01.2026 bin ich wieder daheim und es geht mir so weit gut. Meinen Hausarzt habe ich leider seit der 2. OP nicht wieder zu Gesicht bekommen, seine Sprechstundenhilfe hat mich bisher immer erfolgreich abgewimmelt.
Allerdings quält mich doch die ein oder andere Frage, insbesondere natürlich, ob sich nicht noch an anderen Stellen im Körper der Krebs eingenistet haben könnte. Wird das zeitnah untersucht und wenn ja, wie? Wäre es nicht doch ratsamer/sicherer, eine Radio-Jod-Therapie durchzuführen?
Leitungsteam SHG Berlin follikulärer SD-Krebs 1997 (oxyphil), Zungengrundkrebs 2024
Antwort auf: Entfernung Schilddrüse nach MIFTC rechts – wie weiter?
Hallo Sandra N. ,
willkommen bei uns im Selbsthilfe-Forum!
Also nach der S3-Leitlinie hätte eigentlich die Hemithyreoidektomie als Therapie gereicht, wenn der Pathologe keine Angioninvasion gefunden hat: Kapitel 5.4.1 Minimal-invasives follikuläres Schilddrüsenkarzinom (MIFTC)
Die Pathologen mögen diese Diagnose nicht, weil es viel Arbeit ist, um sicher zu sein, dass keine Angioinvasion vorliegt.
Das Problem ist, es gibt wenig gute Studien für das MIFTC. Gute Studien zu Therapien und Nachsorge beziehen sich meist, auf das papillärer Schildrüsenkarzinom (PTC).
Um für dich mehr Sicherheit in der Entscheidung und Abwägung RJT ja oder nein zu bekommen, kann man auch erstmal beobachten, wie sich das Thyreoglobulin (Tg) nach der Operation entwickelt.
Forenthema: ATA (2015): Postoperativer Tg-Wert, ob RJT indiziert
Die ATA 2025 schlägt in der Empfehlung (Recommandation 30) 6-12 Wochen nach der Operation den Tg zu messen (Forenthema: ATA-Leitlinie für den differenzierten Schilddrüsenkrebs (Ringel 2025) erschienen).
Die deutsche Leitlinie ist hier spärlicher, und sagt post-operativer Tg (< 2ng/ml) allein, soll nicht für die Entscheidung ja oder nein für eine RJT benutzt werden. Bei dir wäre zusätzlich die Diagnose MIFTC.
Kap. 5.8.3. Postoperativer Thyreoglobulin-Wert
Hoffe das hilft etwas weiter in der Entscheidung.
Viele Grüße
Harald
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