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Minimal-invasives follikuläres SD-Karzinom-Diagnose, totale Thyreoidektomie und noch offene Fragen …

Minimal-invasives follikuläres SD-Karzinom-Diagnose, totale Thyreoidektomie und noch offene Fragen …

| Beitrags-ID: 426312

Liebes Forum,

nachdem ich hier schon viele nützliche Infos lesen konnte, möchte ich heute meine Erfahrung teilen.

Bei mir war die Diagnose eine reine Zufallsentdeckung von meiner Hausärztin, im Rahmen einer allgemeinen Gesundheitsuntersuchung. Im ultraschall wurde ein kalter Knoten entdeckt, dann besorgte ich mir einen Termin in der Radiologie. Zu dem Zeitpunkt rechnete ich immer noch fest damit, dass es gutartig sei, auch wenn der sehr kompetente Radiologe eine Untersuchung nach der anderen durchführte. Szintigraphie, dann Feinnadelpunktion, wovor ich sehr Angst hatte, aber ich kann euch sagen: Es ist wirklich nicht schlimm. Der Gedanke daran, was passiert, war das Schlimmste, aber tatsächlich habe ich kaum etwas gespürt. Und ich bin wirklich ein großer Angsthase.

Eine Woche später rief mich der Arzt an und sagte, der Knoten sei bösartig und müsste operiert werden.

Und weniger als zwei Wochen später wurde mir die Schilddrüse entfernt, die OP lief komplikationslos, die einzige Nebenwirkung war meine heisere Stimme, was sich nun, fast fünf Wochen später, fast vollständig gelegt hat.

Alles passierte wirklich ruckzuck, kaum wurde mir die Diagnose richtig bewusst, wurde „das Problem“ sozusagen schon entfernt. Ich war sehr froh darüber, dass alles so schnell ging, denn hätte ich mehr Zeit zum Sorgen machen gehabt, wäre ich am Ende noch völlig in Panik verfallen. Ich wollte die OP nur schnell hinter mich bringen – wie gesagt, ich bin sehr ängstlich, was Krankenhäuser und Operationen betrifft, aber es musste ja sein.

Eine Woche nach der OP hatte ich einen Termin in der Nuklearmedizin, wo der Arzt mir nur sagte, bei meiner Diagnose, „minimal invasives follikuläres Karzinom“, läge es an mir, ob ich eine Radiojod-Therapie machen wolle oder nicht. Das war seine ganze Aufklärung. Bis dahin war ich davon ausgegangen, die Therapie sei notwendig und war natürlich erleichtert, dass wir es bei einer Untersuchung ein halbes Jahr später belassen konnten. Ich bekam 125mg L-Thyroxin, was meine Hausärztin nach einem Bluttest (TSH-Wert war 15) auf 150mg steigerte. Dann wieder ein Bluttest und so weiter.

Wie gesagt, es ging alles sehr schnell, aber an Aufklärung seitens der Ärzte im Krankenhaus mangelte es sehr. Bei meiner Entlassung meinte der junge Arzt, ich hätte doch noch eine halbe Schilddrüse, als ich ihn auf die Schilddrüsenhormone ansprechen wollte. Sowas sollte wirklich nicht passieren. Ich holte mir meinen Entlassungsbrief dann noch selbst im Stationsbüro ab und habe seitdem keine neuere Histologie oder weitere Infos erhalten.

Im Entlassungsbrief steht:

Es handelt sich um ein max. 1,6 cm durchmessendes follikuläres Schilddrüsenkarzinom. Die bisher vorliegenden befunde entsprechen einem minimal invasiven Karzinom. Ferner handelt es sich um eine fokale lymphozytäre Thyreoditis. Zur Frage einer Gefäßinvasion wird das Gewebe nochmals weitergehend aufgearbeitet. Hierüber wird nachberichtet. 

Und danach etwas genauer:

Es handelt sich um einen mikrofollikulär aufgebauten Knoten mit Nachweis eines Kapseldurchbruchs, der in der Schnellschnittprobe nicht erfasst war. Der Befund entspricht einem hier minimal invasiven follikulären Schilddrüsenkarzinom.

So wie ich es verstehe, hatte ich zusätzlich zu dem Karzinom eine Schilddrüsenentzündung. Was Symptome wie Gewichtszunahme, Müdigkeit etc. etwa im letzten Jahr erklären könnte. Ich fühlte mich einfach nicht wohl in meiner Haut, völlig verspannt und schlapp und mein Mann sagt, ich würde nach meiner Op viel gesünder aussehen. Könnte es sein, dass dies alles von der Entzündung kam? Meine Schilddrüsenwerte waren vor der OP normal. Und da die Ärzte nicht viel über die Diagnose sagen, werte ich das mal als gutes Zeichen. Bei der Diagnose Krebs bleibt trotzdem eine gewisse Restangst… Sollte ich nach der OP nicht noch einen genaueren Befund bekommen? Oder wird das nur an den Hausarzt geschickt, falls überhaupt? Über hilfreiche Antworten, Tipps und eure Erfahrungen würde ich mich freuen. Alles Gute!

 

 

 

 

 

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Antwort auf: Minimal-invasives follikuläres SD-Karzinom-Diagnose, totale Thyreoidektomie und noch offene Fragen …

| Beitrags-ID: 426326

Hallo LilyPurple,

Danke für den ausführlichen Bericht.

Den abschließen Pathologischen Befund würde ich mir unbedingt noch zukommen lassen. Nachfragen, Nachfragen….

Wichtig ist beim minimal-invasiven follikulären Schilddrüsenkarzinom, dass keine Angioinviasion vorliegt, nur dann gilt die chirurgische Entfernung als ausreichende Therapie.

Forum-Gruppe: minimal-invasives follikuläres Schilddrüsenkarzinom

Die Nachsorge und Hormoneinstellung sollte durch einen Fachärzt*innen der Endokrinologie oder Nuklearmedizin erfolgen.

Viele Grüße,

Harald

Antwort auf: Minimal-invasives follikuläres SD-Karzinom-Diagnose, totale Thyreoidektomie und noch offene Fragen …

| Beitrags-ID: 426354

Hallo Harald,

vielen Dank für die Antwort.

Ich werde dann am besten nochmal das Krankenhaus anrufen und auch noch mal wegen Fachärzten nachfragen. Die erste Dosis L-Thyroxin wurde mir vom Nuklearmediziner des Krankenhauses verschrieben, aber zur Nachsorge wurde ich an meine Hausarztpraxis überwiesen, die die Blutabnahmen durchführt. Da der TSH-Wert noch viel zu hoch war, hat meine Hausärztin mir eine höhere Dosis verschrieben (von 125mg auf 150mg) und einen weiteren Termin zur Blutabnahme schon 3 Wochen später, das ist in etwa einer Woche. Vielleicht ist der Abstand zur letzten Blutabnahme zu kurz? Ich bin etwas unsicher, wie ich da nun einen Endokrinologen dazubringen könnte, ohne meine Hausarztpraxis zu verärgern …

Ich habe viele, viele Jahre im Ausland gelebt und bin nun doch ziemlich überrascht, um wie viele Dinge die Patienten und Patientinnen sich in D selbst kümmern müssen. Man braucht wirklich einiges an Eigeninitiative und die meisten Menschen scheinen sehr gut über ihre gesundheitlichen Fragen informiert zu sein, dafür ist dieses Forum auch ein gutes Beispiel.

Was die Angioinvasion betrifft, sagte mir die Chirurgin ein paar Stunden nach der OP, dass die Krebszellen nicht gestreut hätten, mit den Lymphknoten etc. war alles in Ordnung. Aber wie gesagt, das lasse ich mir noch mal schriftlich bestätigen.

Liebe Grüße

LilyPurple

 

Antwort auf: Minimal-invasives follikuläres SD-Karzinom-Diagnose, totale Thyreoidektomie und noch offene Fragen …

| Beitrags-ID: 426445

Hallo Lily,

ich denke, es kommt auch immer auf das Krankenhaus an. Ich kann mich nicht beschweren,meine Doc hat alles gemacht, sogar den Antrag für Immuntherapie & dann auch den Widerspruch. Ich musste mich um nix kümmern.Gut ,ich bin auch immer etwas nervig & frage viel.

Solltes Du auch machen. Mein Mann sagt immer  – mach das was Du am besten kannst – nerven 🙂

Alles Gute für Dich.

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