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Studie: Gefälschte wissenschaftliche Artikel (Paper Mills) in der Krebsforschung (Scancar 2026)

HaraldBundesgeschäftsführer
Leitungsteam SHG Berlin
follikulärer SD-Krebs 1997 (oxyphil), Zungengrundkrebs 2024

Studie: Gefälschte wissenschaftliche Artikel (Paper Mills) in der Krebsforschung (Scancar 2026)

| Beitrags-ID: 484805

Hallo,

Eine aktuelle Studie im BMJ (bis 1988 British Medical Journal) von französischen und australischen Wissenschaftler*innen zeigt, dass sogenannte „Paper Mills“ – Unternehmen, die gegen Bezahlung wissenschaftliche Artikel produzieren – ein wachsendes Problem in der Krebsforschung darstellen:

Scancar B, Byrne JA, Causeur D, Barnett AG. Machine learning based screening of potential paper mill publications in cancer research: methodological and cross sectional study. BMJ. 2026 Jan 29;392:e087581. doi: 10.1136/bmj-2025-087581. PMID: 41611528; PMCID: PMC12853418.

Mit Hilfe eines KI-Modells wurden rund 2,6 Millionen Publikationen analysiert. Ergebnis: knapp 10 % der Arbeiten zeigen Auffälligkeiten, die typisch für solche gefälschten oder zumindest problematischen Studien sind.

Auf der anderen Seite vermuten die Autoren: Dass moderne KI-Technologien das Problem weiter verschärfen könnten, da sie die automatisierte Erstellung von Texten und Bildern erleichtern und damit die Produktion solcher Fake-Artikel noch weiter wachsen lässt.

Wichtig: Die KI in der Studie liefert nur eine statistische Einschätzung („Flagging“) und keinen Beweis für Betrug. Dennoch zeigen die Ergebnisse deutlich, dass die Dimension des Problems größer ist als bisher angenommen.

Zentrale Erkenntnisse:

Auch beim Schilddrüsenkrebs zeigt sich ein relevanter Anteil auffälliger Publikationen (im Bereich von etwa 10–14,7 % laut Auswertung nach Krebsarten (Fig 4 https://public.flourish.studio/visualisation/27227226/).

Herkunft der Publikationen:
Auffällige Arbeiten stammen überproportional aus bestimmten Ländern:

  • China: 35,7 % der Krebs-Publikationen wurden als auffällig markiert
  • Iran:  20 %
  • Saudi-Arabien: 15,6 %
  • Ägypten: 15,2 %
  • Deutschland: 1,9 %
  • USA: 1,2%
  • Großbritannien 0,9% – an letzte Stelle. (Figure2 vollständig unter: at https://public.flourish.studio/visualisation/2722614)

Insgesamt zeigt sich aber, dass das Problem weltweit verbreitet ist.

Fazit:
Die Integrität wissenschaftlicher Forschung steht zunehmend unter Druck. Es braucht mehr Aufmerksamkeit, bessere Prüfprozesse und gemeinsames Handeln von Verlagen, Forschenden und Institutionen.

Anmerkung Harald:

Beim Schilddrüsenkrebs ist mir dies zuvor auch schon aufgefallen, dass Studien zu Schilddrüsenkrebs insbesondere aus China bei mir den Eindruck hinterließen, dass diese mit KI erstellt wurden. Insbesondere wenn die Relevanz der Ergebnisse für die Therapie und Nachsorge eigentlich von marginaler Bedeutung war.

Auch ist mir aufgefallen, dass Studien zur Lebensqualität von Schilddrüsenkrebspatienten vielfach aus Ländern kamen, von denen man es nicht gerade vermutet, dass es in diesen ein relevantes Thema ist.

PS: Diese Zusammenfassung wurde auch mit Hilfe von KI erstellt.

Siehe auch:

Wiki: Qualität von medizinischen Studien? Datenbanken zu klinischen Studien

  • Dieses Thema wurde geändert vor 1 Woche, 3 Tage von Harald.
    Dieses Thema wurde 3-mal bearbeitet.
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