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Studien: Niedrig dosierte RJT und rhTSH in der Ablation

Studien: Niedrig dosierte RJT und rhTSH in der Ablation

| Beitrags-ID: 249106

Studien:
Niedrig dosierte RJT und rhTSH zeigen die gleichen Erfolge in der Ablation wie die Standardtherapie

Auf unserem 5. GruppenleiterInnen-Treffen im Mai 2012 stellte Prof. Markus Luster von der nuklearmedizinischen Klinik der Universitätsklinik Ulm uns u.a. auch zwei kürzlich im angesehenen New England Journal of Medicine (3. Mai 2012) erschienene Studien aus Großbritannien und Frankreich vor.

Beide prospektiven Studien untersuchen, ob mit einer geringeren Strahlenaktivität 1.1 GBq [30 mCi] anstelle der üblichen Standardaktivität von 3.7 GBq [100 mCi] I-131 bei der Radiojodtherapie (RJT) der gleiche Erfolg bei Patienten mit geringem Risiko (low-risk) bei der Behandlung von Schilddrüsenrestgewebe (=Ablation) zu erreichen ist. Gleichzeitig wurde auch untersucht, ob Anstelle einer Stimulation durch eine Schilddrüsenunterfunktion eine durch rhTSH (= zwei Spritzen Thyrogen®) ebenfalls zum gleichen Ziel führt.

Hintergrund beider Studien sind Berichte, dass eine RJT bei Patienten mit geringem Risiko bezüglich der Lebenserwartung keinen eindeutigen Vorteil zeigt gegenüber Patienten, bei denen die Schilddrüse nur operativ entfernt wurde. Einigkeit besteht unter den Ärzten lediglich darin, dass mit einer ablativen RJT die Nachsorge über das Thyreoglobulin einfacher ist. Ob eine ablative RJT das Risiko auch eines lokalen Rezidivs senkt wird hingegen kontrovers diskutiert (u.a. konnte eine retrospektive Auswertung des Würzburger Studienregister ein Vorteil nach über 10 Jahren aufzeigen; ferner Sawka, Mazzaferri und Handkiewiz).

Da der zusätzliche Nutzen einer ablativen RJT nicht eindeutig ist, stellen sich beide Studien die Frage, ob mit einer für den Patienten weniger aggressiven RJT nicht auch das gleiche Ziel erreicht werden kann.

Ob die RJT erfolgreich war, wurde in beiden Studie nach 6-9 bzw. 8 Monaten mit Ultraschall und einem mit rhTSH stimulierten TG-Wert kontrolliert, in der britischen Studie auch mit einem Ganzkörperszintigramm.
Beide Studien konnten so zeigen, dass man mit einer geringeren Menge an Radioaktivität und mit einer Stimulation mit rhTSH bei low-risk Patienten den gleichen Erfolg erzielen kann.

Prof. Luster hat angesichts dieser beiden guten prospektiven Studien ein Plädoyer dafür gehalten, auch in Deutschland zu prüfen ob in der Zukunft die RJTs bei low-risk Patienten schonender mit geringerer Strahlung und rhTSH zu machen (weniger Nebenwirkungen). Auch konnte er am Beispiel einer Patientin, bei der im Ganzkörperszintigramm nach der 1. RJT Lymphknotenmetastasen zu sehen waren, zeigen, dass die RJT über einen großen Zeitraum nachwirkt und manchmal Geduld vor einer Übertherapie schützt.

Viele Grüße
Harald

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Antwort auf: Studien: Niedrig dosierte RJT und rhTSH in der Ablation

| Beitrags-ID: 341225

Hallo,

für Patienten mit geringem Risiko (=low-risk) werden in Großbritannien und Frankreich nun (ab 2013) jeweils prospektive Studien durchgeführt:

siehe auch:
FAQ: Sinn und Nutzen einer RJT nach OP (ATA 2009).

Viele Grüße
Harald

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Antwort auf: Studien: Niedrig dosierte RJT und rhTSH in der Ablation

| Beitrags-ID: 341226

Hallo,

die amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat für die USA auf Grund dieser Studien die Zulassung von rhTSH (=Thyrogen®) geändert.

Für die Ablation mit rhTSH können nun auch 1.1 GBq [=30 mCi] verwendet werden.
Quelle: Pressemitteilung von Genzyme International vom 26.3.2014

siehe auch : Studie: Effektive Aktivität zur Ablation (Jentzen 2014).

Viele Grüße
Harald

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