Studienteilnahme „Rationale“
- Dieses Thema hat 5 Antworten und 1 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert 23.11.2025 - 22:08 von
Harald.
Studienteilnahme „Rationale“
RATIONALE nimmt seltene Krebserkrankungen in den Fokus – Erste standortübergreifende Studie des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT)
Hallo zusammen, ich möchte euch mal von meiner Erfahrung berichten, und fragen, ob das gerecht ist?
Ich bin an weit fortschritten Schilddrüsenkrebs erkrankt, knapp 50 Jahre alt und werde seit 3 Jahren palliativ mit TKI behandelt, aussichtslos auf Besserung und extreme Nebenwirkungen. Ich hätte nun, nach langen bemühen um Hilfe, die Möglichkeit bekommen an der Studie „Rationale“ teilzunehmen.
Die Studie soll den Beweis erbringen, dass sich die Prognose bei fortgeschrittenen seltenen Krebserkrankungen mit individuell maßgeschneiderten – auf Genom-, Epigenom- und Transkriptomanalysen basierenden – Therapien verbessern lässt. Man gehe von einer Verdopplung des progressionsfreien Überlebens im Vergleich zur Standardtherapie aus.
Der Onkologe mit Fachgebiet Genetik hätte da für mich durch eine neue Biopsie große Chancen gesehen, da bei meinen differenzierten papp. Schilddrüsenkrebs, wohl die Genetik die Aggressivität ausmacht, dies ist genau die Aufgabe der Studie. Ich bin der ideale Patient für diese Studie, der seltenen Tumor, denen man durch diese Studie eine Chance geben möchte.
Jetzt bekam ich die Absage, ich darf nicht teilnehmen.
Grund: ich hatte vor 3 Jahren schon ein molekulare Analyse. Das war vor dem Beginn der Studie. Jetzt nach 3 Jahren hat man viel mehr Möglichkeit eine genaue Analyse meiner Genetik zu erstellen. Aber man gibt mir nicht Chance dabei zu sein. Es ist der richtige Ansatz, da ich in der Nuklear und in der Endokrinologie keine Therapie zu erwarten habe was über die Standarttherapie hinaus geht (Leitlinien). Mein Arzt stimmt mir zu, dass ich da dabei sein müsste, aber so sind die formalen Regeln. Was soll ich tun? Kann mir wer helfen? VG Hedi
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Dieses Thema wurde geändert vor 3 Wochen, 1 Tag von Harald.
Dieses Thema wurde 2-mal bearbeitet.
Leitungsteam SHG Berlin follikulärer SD-Krebs 1997 (oxyphil), Zungengrundkrebs 2024
Antwort auf: Studienteilnahme „Rationale“
Hallo Herbst,
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Habe oben eine Link zur Studie-RATIONALE eingefügt, damit alle wissen worum es geht.
Ich hatte vor 3 Jahren schon ein molekulare Analyse.
Zunächst: Ich denke, du kannst auch Hilfe ohne diese Studie finden. Ich würde den Nutzen für Dich als nicht besonders hoch einschätzen, da du eben bereits vor 3 Jahren eine molekulare Analyse hattest.
So viel hat sich in diesen 3 Jahren nicht getan. Bei der Studie-RATIONALE geht es ja vor allem darum, dass man auf Grund der molekularen Analyse Medikamente, die eine Zulassung bei häufigen Tumoren haben, auch bei seltenen Tumoren im Off-Label einsetzt, und man damit nachweisen möchte, dass dieser Off-Label-Use von Nutzen ist und gerechtfertigt ist.
Es gibt nur wenige Medikamente für bestimmte Genveränderungen, die in Frage kommen, die sind in der S3-Leitlinien im Kapitel 7.3. Wann besteht die Indikation zur systemischen Therapie? Und mit welchen Medikamenten soll diese durchgeführt werden? aufgeführt:
7.15 ALK-Fusion => selektiver ALK-Inhibitor
7.16 BRAF-Mutation => Dabrafenib und Trametinib
7.17 Rasch progredient => Lenvatinib + Pembrolizumab
Alle anderen bekannten Gen-Veränderungen haben zugelassene Medikamente.
Um dir weiterhelfen zu können:
- Welche Genveränderungen wurden bei Dir gefunden?
- Welche TKI-Therapie machtst Du?
Es gibt bei uns auch ein Online-Treffen zum Erfahrungsaustausch mit TKI (Lenvatinib, Selpercatinib, …), 4. Dezember 2025 um 19:30.
Ab dem Jahr 2026 jeden 2. Donnerstag im Monat.
Viele Grüße
Harald
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Antwort auf: Studienteilnahme „Rationale“
Herzlichen Dank Harald, für die Antwort.
Was meinst du, ich kann auch ohne Hilfe dieser Studie Hilfe finden? Natürlich wurde die bestehende gewertet, ein Befund: keine BRAF V 600.
Ich beschäftigt mich ja schon länger mit dem Thema. Ich muss dir leider widersprechen, doch eine erweiterte spezifische molekulare und genetische Untersuchung kann neue Behandlungsansätze mit Medikamenten bringen. Dies hat mir auch ein leitender Onkologe der in der Studie involviert ist bestätigt. Das sind die aktuellen Ansätze in der allgemeinen Krebsmedizin. Und da ich an einen sehr selten Schilddrüsenkrebs mit einer Fusion in der Genetik habe, muss man auch andere Faktoren aus der erweiterten Genetik berücksichtigten, und da hat man auch bei anderen Tumoren Erfahrung. Leider tut sich nichts in der Nuklear und Endokrinologie der ja der Schilddrüsenkrebs untergeordnet ist, dass kann ich bestätigen. Dort ist die letzten Jahre gar nichts voran gegangen, ich nenne nur die Redifferenzierung. Therapien mit Dabrafenib und Trametinib oder Prembrolizumab, gibt man doch kaum Erfolgschancen. Woran arbeiten die Forscher auf diesem Gebiet und den Fachzentren wie z.B. Essen, München? Extrem enttäuschend bin auch von den Leitlinien, was ist da neu? Aus der Sicht von Patienten mit fortschritten Schilddrüsenkrebs. Zusammengefasst und oberflächlich erwähnt, und wenn diskutiert, nicht realisierbar. Wenn einer nicht den BRAF V600 hat ist er doch überall raus. Es wäre an der Zeit neue Erkenntnisse mit meiner aktuellen Biologie nach 3 Jahren Behandlung gegenüberzustellen und neu zu bewerten nach den jetzigen Stand der Medizin. Der Tumor schreitet langsam voran, leicht gebremst durch die TKI. Er wäre doch gerecht, dass ich das bekomme was möglich ist, und eine wirksame Behandlung zu finden und mir die Hoffnung daran zu geben. In dieser Studie würde endlich mal aus einen anderen Blickwinkel beurteilt. Leider gibt man mir nicht die Chance.
Nochmal meine Frage: Was kann ich tun in die Studie zu kommen? Grüße Hedi
Leitungsteam SHG Berlin follikulärer SD-Krebs 1997 (oxyphil), Zungengrundkrebs 2024
Antwort auf: Studienteilnahme „Rationale“
Hallo Herbst,
was für eine Fusion wurde gefunden?
Es gibt ja ein paar wenige Endokrinolog*innen und Onkolog*innen, die ja durchaus sehr engagiert sind.
Dort hin muss man sich dann begeben, um dann entsprechend im Offlabel ein passendes Medikament zu dieser Fusion zu bekommen.
An den Endokrinologischen Kliniken in Essen und München, oder der Onkologie in Halle an der Saale.
Auch bei den Heidelbergern, die die RATIONALE-Studie machen, würde ich anfragen, dass du zumindest auf das entsprechende Off-Label-Medikament Zugang hast.
Auch wenn du nicht diese Studie kannst, weil du dann eben die Ergebnisse verfälschen würdest, kann man entsprechend passend zu deiner Fusion ein Medikament geben.
Heute wird entsprechend der S3-Leitlinie nicht nur nach der BRAF-Mutation gesucht.
Viele Grüße
Harald
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Antwort auf: Studienteilnahme „Rationale“
Herzlichen Dank nochmal Harald,
darf ich dich nochmal Fragen, was du mit „Heute wird entsprechend der S3 Leitlinie nicht nur nach der BRAF Mutation gesucht“ meinst? Nach was noch? Das wäre ja schön, aber es interessiert keinen! Sonst würde man ja ein neue molekulare Analyse machen, und diese etwas ernster nehmen wie ich es ja die letzten drei Jahre erlebt habe.
Tut mir leid, dass ich zur Fusion keine Angaben machen möchte, ist sehr selten!
Ich habe noch keine engagierte Endokrinologen kennengelernt, weder in Essen noch München, dort ist niemand gewillt mit mir die Option eines Off-Label-Medikament zu erarbeiten, in dem man die Genetik und den Krankheitsverlauf genauer anschaut. Es ist ein Trauerspiel!
Kannst du mir engagiert Onkologen auf diesem Gebiet nennen, in Halle a. d. Saale oder Heidelberg? Obwohl ich die Erfahrung habe, keiner möchte sich in die Therapie einmischen, man überlässt es den behandelnden Arzt. Erst einmal brauche ich eine neue molekulares Analyse, die krieg ich ja nicht! Und dann scheitert es an den Kosten, so wird es mir immer gesagt!
Traurig ist es, dass ich das Ergebnis verfälsche, ist es das Wert, wenn ich damit mein Leben etwas verlängern könnte, ich bin noch keine 50 Jahre! Man nimmt jeden Strohhalm. Und engagierte Ärzte habe ich kaum erlebt, nur ein tut mir Leid, alles Gute! Ich bin zu speziell und würde Zeit kosten! Viele Grüße
Leitungsteam SHG Berlin follikulärer SD-Krebs 1997 (oxyphil), Zungengrundkrebs 2024
Antwort auf: Studienteilnahme „Rationale“
Hallo Herbst,
also für RET-Fusion und NTRK-Fusion gibt es zugelassene Medikamente: Selpercatinib bzw. Entrectinib und Larotrectinib.
Für die ALK-Fusion gibt es eine Empfehlung in der S3-Leitlinie 7.15 für den Einsatz von ALK-Inhibitoren, wie Crizotinib
Für die BRAF-Fusion laufen Baske-Studien; siehe Forenthema: Klinik mit Studien zur BRAF Fusion ?
Wenn Du Dich registrierst – kostenfrei – dann kannst Du mir per PM eine Nachricht zu kommen lassen, oder per Vereinsmitglied, kannst Du auch die nicht-öffentlichen Foren benutzen.
Viele Grüße
Harald
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