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Zweitkrebsvorfälle nach Radiojodtherapierapie

Zweitkrebsvorfälle nach Radiojodtherapierapie

| Beitrags-ID: 468524

Hallo,

ich bin ein sehr ängstlicher Mensch und soll nächste Woche wegen meinem papillärem Schilddrüsenkarzinoms eine Radiojodtherapie Therapie nach Komplettop erhalten.

Nun besteht es geringes Risiko für die Entwicklung von Zweitkrebs nach Radiojodtherapierapie: Leukämien und sonstige solide Tumore.

Nun wollte ich wissen ob es hier Betroffene gibt besonders in Bezug auf eine Leukämie und wie die Wahrscheinlichkeit ist.

Außerdem wüsste ich gerne ob auch diesbezüglich dann eine umfassendere Betreuung in der Nachsorge stattfindet bzw. Speziell wegen Blutbildveränderungen gescreent wird.

 

Vielen Dank schon mal

LG

HaraldBundesgeschäftsführer
Leitungsteam SHG Berlin
follikulärer SD-Krebs 1997 (oxyphil), Zungengrundkrebs 2024

Antwort auf: Zweitkrebsvorfälle nach Radiojodtherapierapie

| Beitrags-ID: 468583

Hallo Isabel25,

herzlich Willkommen bei uns im Selbsthilfe-Forum!

Jede Strahlenbelastung kann das Risiko für Krebs erhöhen, dabei ist die Frage, um wie viel das Risiko erhöht ist.

Wichtig zur Einschätzung ist, dass man unterscheidet zwischen relativen und absoluten Risiko.

Wiki: Risiken verstehen

Die S3-Leitlinie gibt keine Empfehlung zu einer speziellen Nachsorge, Vorsorge oder Früherkennung von Zweitkrebs.

Dort findet sich nur ein Statement (5.6.8), dass ein sicher nachgewiesenes Risiko für eine Leukämie erst bei hohen Aktivitäten – auch in der Summe – bei der Radiojodtherapie bestehe. Hohe kumulative Aktivitäten von über 5,5 GBq werden erst bei Patienten eingesetzt, die ein hohes Rezidivrisiko (Wiederauftreten des Schilddrüsenkrebs) haben.

Bei geringerem Risiko für das Wiederauftreten (Rezidiv) des Schilddrüsenkrebs sollte man das Risiko von Nutzen und Schaden der Radiojodtherapie individuell abwägen.

Eine Empfehlung in den Leitlinien zur Kontrolle der allgemeinen Blutwerte nach der RJT ist mir nicht bekannt. Es werden nur die Schilddrüsenwerte kontrolliert.

Wichtig zu Wissen:

Nach einer Radiojodtherapie können Leukozyten und Thrombozyten bis zu einem Jahr erniedrigt sein. Ein Handlungsbedarf hierfür gibt es laut S3-Leitlinie (2025) nicht.

Ein systematischer Review und eine Metaanalyse (Berta 2025) zeigte auf, dass es deutliche Veränderungen bei Erythrozyten und Hämoglobin (Hgb) nach einer Radiojodtherapie gibt. Die Autoren Berta et al. schlussfolgern daraus, dass Patienten mit einer Radiojodtherapie einem hohen Risiko für Anämie, Infektionen und Blutungen ausgesetzt sind. Durch ein Screening solle man hier rechtzeitig Krankheiten erkennen. In den Leitlinien sind keine Empfehlungen hierzu bekannt.

Habe das Wiki: Zweitkrebs nach Schilddrüsenkrebs um die aktuellen Empfehlungen der Leitlinien aktualisiert.

Siehe auch Wiki: Radiojodtherapie beim differenzierten Schilddrüsenkrebs

Viele Grüße

Harald

  • Diese Antwort wurde geändert vor 9 Monaten, 3 Wochen von Harald.
    Diese Antwort wurde 3-mal bearbeitet.
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