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Recurrensparese rechts, Stimmband steht in Medianstellung

Butterfly76
Nutzer*In
multiple kalte Knoten, Struma, Hypothyreose

Recurrensparese rechts, Stimmband steht in Medianstellung

| Beitrags-ID: 252618

Hallo Zusammen,

ich hätte da mal eine Frage. Kennt sich jemand mit Recurrenspares aus? Ich hatte gestern meinen Nachsorgetermin beim HNO, der mir sagte das mein rechtes Stimmband wohl in Medianstellung steht. Meine Beschwerden sind noch harmlos gehen das, was ich hier gelesen habe. Aber die schnelle Atemnot beeinträchtigt schon, mit der tieferen Stimme kann ich leben, aber bei jeder kleinen Treppe und beim Sport nach 5 Min wie so ein Fisch auf dem Trockenen nach Luft zu schnappen ist unangenehm.
Meine OP ist jetzt am 31. vier Wochen her.
Laut OP Bericht sind die Nerven nicht beschädigt worden.
Habe nun einen Termin bei einem Logopäden, habe hier gelesen, das dieser Erfahrung haben sollte mit SD Patienten. Ok, ist die erste Frage, die ich stellen werden.
Hat jemand Erfahrung damit? Kann sich der Nerv wieder regenerieren?
Oder wenigstens die Logopädieübungen beim Atmen helfen?
Vielen Dank für Informationen.

Antwort auf: Recurrensparese rechts, Stimmband steht in Medianstellung

| Beitrags-ID: 356617

Hallo,

mein linkes Stimmband steht ebenfalls seit der OP vor 4 Jahren, und ich komme damit eingermaßen klar. Die Atemnot inklusive einiger VCD-Anfälle hatte ich am Anfang auch, das hat sich mit der Zeit und den Logpädiesitzungen gebessert. Auch das Bewusstsein, dass die Atemnot zwar unagenehm bis angsteinflößend aber auf keinen Fall lebensgefährlich ist, hat einiges gebessert. Ich kann die Atemnot durch sehr heftige forcierte Atmung z.B. bei großer Anstrenung heut noch provozieren beherrsche sie aber gut.

Die Stimme hat sich durch die Logopädie auch sehr gebessert ist lediglich nicht wieder so belastbar wie früher geworden. Zur Zeit denke ich darüber nach, mal wieder meine Phoniaterin aufzusuchen und mir ein paar Logopädiesitzungen verschreiben zu lassen, was wir so vereinbart hatten, falls die Entwicklung stagniert oder die Stimme wieder nachlässt, was in letzter Zeit subjektiv der Fall war.

Das ist die Situation bei mir, nachdem ich davon ausgehen muss, dass die Recurrensparese permanent sein wird. Auch bei mir hat der Recurrens beim Neuromonotoring noch geantwortet, die Phoniaterin meinte allerdings, das er trotzdem so weit geschädigt sein kann, dass er sich nicht erholt. In den meisten Fällen erholt er sich jedoch, in der Regel auch vollständig. Das kann sehr unterschiedlich lang dauern, meist einige Wochen oder ein paar Monate, aber es hat auch Fälle gegeben, wo die Funktion erst nach 2 Jahren wiederkam. Danach besteht allerdings kaum mehr Hoffnung auf Erholung.

Auch die Logopädie kann zur Regeneration des Nervs beitragen, die Verordnung ist daher auf jeden Fall sinnvoll, auch wenn man noch nicht weiß, ob die Störung dauerhaft oder vorübergehend ist. Und man sollte so früh wie möglich damit beginnen.

Aus meiner Sicht ist neben der Erfahrung mit Stimmproblemen (manche Logopäden sind eher auf Sprachprobleme voe allem bei Kindern spezialisiert) auch die Chemie zwischen Patient und Therapeut wichtig. Die beste Erfahrung nützt wenig, wenn man mit dem Therpeuten nicht kann.

Viele Grüße
Karl

Ich muß mit der Gewohnheit brechen, ehe sie mich gebrochen hat.
G.C.Lichtenberg

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Antwort auf: Recurrensparese rechts, Stimmband steht in Medianstellung

| Beitrags-ID: 356618

Hallo Butterfly,
meine OP war am 17.07. Nebenwirkung da die SD riesig war und schwer zu entfernen, beidseitiger Stimmbandirritation.
Bereits am 6. Tag nach der OP bewegte sich ein Stimmband wieder.
Schon im Krankenhaus bekam ich sofort postoperativ Medikamente, damit sich die Nerven regenerieren, der Selbstheilungsprozess angeregt wird.

Direkt nach der Entlassung, hat bei mir 8 Tage gedauert, da der histologische Befund nicht eher da war, ging es zur Logopädie.

Ich habe jetzt 7 Stunden hinter mir und kann sie NUR empfehlen.
Ganz, ganz wichtig ist ein Logipäde, der sich mit Paresen auskennt und gezieltes Atemtraining an den Beginn seiner Therapie stellt.
Bin auch wie ein japsender Hund herumgelaufen.
Die kleinste Anstrengung und ich war außer Atem.
Während der Logo habe ich gelernt, wie man richtig atmet, mit der zur Verfügung stehenden Luft „haushaltet“, bezw. Atemtechniken einsetzt, wenn einem die Luft „ausgeht“
Nach und nach kamen Stimmübungen hinzu, nach jetzt 6 Wochen bin ich ich schon sehr viel weiter und sehr zufrieden.

Deine Stimmbänder sind zwar nicht beschädigt, aber während der OP irrtiert worden.
Das reicht schon aus, dass die Stimme kippt, die Bänder „beleidigt“ sind.
Es sind immerhin sehr empfindliche Nervenstränge.

Man muss Geduld haben, das wird wieder :D

Viele Grüße
Sommerwind

Butterfly76
Nutzer*In
multiple kalte Knoten, Struma, Hypothyreose

Antwort auf: Recurrensparese rechts, Stimmband steht in Medianstellung

| Beitrags-ID: 356619

Vielen Lieben Dank für die Antworten. Machen ja Mut.
Habe jetzt nächste Woche erstmal den ersten Termin beim Logopäden, danach werde ich weitersehen. Lass mich dort mal beraten, dann sehe ich ja, ob er sich mit Paresen auskennt.
Und die Geduld. Ja, das ist mein Problem. :) Mir geht es ja eigentlich gut, und da denkt man dann nicht mehr dran, das da doch noch was ist, was heilen muss. Der Holzhammer kommt dann nur wenn man mit Einkaufskorb auf der Treppe steht, und sich denkt, klasse selbst Paterre bekommst nicht mehr hin. :)

Antwort auf: Recurrensparese rechts, Stimmband steht in Medianstellung

| Beitrags-ID: 356620

Hallo Zusammen,
ich wurde im Januar 2015 an meiner Schilddrüse operiert. Mir wurde die komplette Schilddrüse entfernt, aufgrund einem kalten Knoten (Verdacht auf bösartigem Tumor). Der Verdacht hat sich bestätigt. Es handelte sich um ein papilläres Karzinom. Die Op dauerte ca. 3 Std.
Nach der OP hatte ich keine Stimme, konnte nur flüstern, Schluckbeschwerden und die Atmung war schlecht. Das Essen fiel mir schwer und ich konnte sehr schlecht trinken.
Diagnose: beidseitige Stimmbandlähmung (Meridian Stellung).
Laut Operateur konnte er das rechte Stimmband gut darstellen aber das linke nicht. Er war sich sicher, dass zumindest ein Stimmband hätte funktionieren müssen.
Aber beide taten nicht. Schreckliche Situation. Ich schreibe heute deswegen, weil ich viel rumrecherchiert habe aber nicht wirklich was gefunden habe.
Laut diversen HNO-Ärzten und HNO-Kliniken könnte es sich um eine Beleidigung, Verletzung oder eine Lähmung handeln. Welcher Fall wirklich eingetreten ist, könne man erst nach mindestens 1 Jahr sagen. Ich war entsetzt das Leben war der reinste Horror ich habe nur noch geheult. Ich habe kaum mehr geschlafen und war nur noch bei Ärzten und Foren.

Genau nach 6 Wochen hatte ich eine kratzige und in 7-8 Wochen meine vollständige Stimme wieder zurück. Aber ich muss sagen, die Stimme baut sich von Tag zu Tag auf. Heute habe ich eine leicht rauhere Stimme aber beide Stimmbänder haben sich erholt.

Ich weiss nicht, ob es euch hilft aber das habe ich alles nach der OP gemacht:

Parallel war ich bei einer orthomolekularischen Medizinerin für Krebsheilkunde.
Bei ihr habe ich eine Vitamin-Kur gemacht, die ich über die Vene (Infusionsartig) bekommen habe.
B-Vitamin ist sehr unterstützend bei Nervenregenerierung. Ich habe unter anderem Zink, Selen, Vitamin D, B, C etc. bekommen.
Oral bekam ich Omega 3, Magnesium und Coenzym – Kapseln.

LOGOPÄDIE. Ich habe 3 mal in der Woche Logopädie gemacht.
Mein Tipp: sucht euch eine Logopädin die super ist. Die euch motiviert, euch immer anstupst und euch Hoffnung macht. Die sehr positiv eingestellt ist und euch auch beeinflussen kann.
Das bringt echt viel.

Ich war in der Uni-Klinik Freiburg bei einem Phoniatrist. Kann ich auch weiterempfehlen.

Dazu habe ich frischen Salbeitee, Ingwertee getrunken und jeden morgen ein Esslöffel Honig gegessen.
Ich habe 2-3 mal am Tag mit Kochsalzlösung inhaliert.
AUch habe ich viele Bonbons gelutscht.

Fazit: es ist eine sehr schwierige Situation. Aber Kopf nicht hängen lassen. Denn die Psyche steuert euch ein bisschen. Geduld und Zeit ist das Wichtigste.
GUT DING WILL WEILE HABEN.

Ganz liebe Grüsse Erdbeere11

Antwort auf: Recurrensparese rechts, Stimmband steht in Medianstellung

| Beitrags-ID: 356621

Du brauchst viel Geduld und einen guten Logopäden.
Ich erzähle dir mal meine Geschichte.

Meine OP war am 31.10.2012 und wurde mittendrinn abgebrochen weil das Signal weg war das den Stimmbandnerv kontrolliert.Mir wurde gesagt der Nerv wäre nicht durchtrennt worden und das wird in 4 Wochen wieder gut sein und dann operiert man nochmal um den Rest der Schilddrüse zu entfernen.
Nix war in 4 Wochen gut.Ich war 3 Monate krank geschrieben zu Hause,konnte gar nichts.Nach 10 m laufen hab ich mich gefühlt wie nach einem Marathon.
Ich habe Logopädie bekommen wodurch erreicht wurde das mein noch intaktes Stimmband weiter rüber geht als bis zur Mitte und trotz der einseitigen Lähmung fast erreicht wird das die Stimmbänder schliessen.Es gibt nur noch einen klitzekleinen Spalt.An der Stimme hört man auch gar nichts mehr.
Inzwischen mache ich auch wieder sehr viel Sport.Unter anderem auch Fitboxen und andere extreme Sachen.Ich komme etwas schneller aus der Puste als die anderen,aber es geht.
Das Stimmband ist nach wie vor gelähmt,aber ich kann sehr gut damit leben.Das einzige was mir Sorgen macht ist der Schilddrüsenrest und die Knoten darinne .Was ist wenn die wachsen und bösartig werden?Was ist wenn bei einer erneuten OP das andere Stimmband auch noch schlapp macht?

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