Kann jemand übersetzen? Alleinegelassen mit SD Verdacht / keine Aufklärung über die Bedeutung der Punktionsbefunde
- Dieses Thema hat 1 Antwort und 2 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert 30.07.2025 - 16:25 von
Harald.
Kann jemand übersetzen? Alleinegelassen mit SD Verdacht / keine Aufklärung über die Bedeutung der Punktionsbefunde
Hallo zusammen,
Ich (Marcel, 30J) wende mich aus einer äußerst verzweifelten Lage an dieses Forum.
Bei mir wurde vor einem Jahr eine ca. 2 cm großer Schilddrüsenknoten auf der linken Seite festgestellt. Nach Sonographie und Szintigraphie wurde eine Feinnadelpunktion durchgeführt. Die Ergebnisse habe ich vor 1 Monat erhalten und mein Hausarzt hat mir den Inhalt der Berichte ich’s erklären können, Weil er dies zT selbst nicht versteht.
Er hat nur auf die OP Empfehlung verwiesen und ich werde unter Druck gesetzt, eine zeitnahe OP Termin zu vereinbaren. Die Zeit reicht nicht mal um einen Endokrinologen aufzusuchen, der mir ggf den Bericht erklären könnte und eine Einordnung mit mir durchführt.
Worauf muss ich mich einstellen, ist ein Krebs sehr wahrscheinlich? Ist eine negatives Krebs-Ergebnis nahezu ausgeschlossen? Warum werde ich so unter Druck gesetzt, ohne dass mir jemand verständlich erklärt, was dieser Bericht nun aussagt?
Es würde mir wahnsinnig viel bedeuten, wenn der eine oder andere, gerne auch aus seiner Erfahrung heraus erklären könnte, was diese Ergebnisse und den Verdacht auf SD Krebs bedeuten.
Vielen Dank vorab.
Schilddrüsenszintigraphie und Schilddrüsensonographie vom 26.05.2025
Schilddrüsenpunktion mit Histologie und RNA-Analyse vom 26.05.2025
Klinische Angaben/Indikation: Zuletzt unergiebige Szintigraphie auf Grund eines erniedrigten Uptakes nach Jodidexzess. Patient ist weitgehend beschwerdefrei. Derzeitige schilddrüsenwirksame Medikation: –
Befund:
Nach i.v .- Applikation von 70 MBq Tc-99m-Pertechnetat zeigt sich ein Uptake von 0,7 %. Die Aktivität wird rechts homogen aufgenommen. Im gesamten Seitenlappen links findet sich in Deckung mit dem mit kaudal gelegenen Knoten ein entsprechender Speicherdefekt. Kein Nachweis fokaler Autonomien.
Sonographisch beträgt das Schilddrüsenvolumen 32 ml. Der linke Seitenlappen ist mit 23,4 ml deutlich größer als der rechte. Er beinhaltet den vorbeschriebenen Knoten, relativ unverändert zur VU mit einem Volumen von 20 ml. Echoarmes Areal im dorsalen Anteil, ansonsten glatte Berandung, nach wie vor keine vermehrte Vaskularität oder verminderte Elastizität. Keine vergrößerten Hals-LK.
Beurteilung:
Struma nodosa links mit hypofunktionalem Knoten und auffälligen echoarmen Anteilen
Im Anschluss erfolgte eine Feinnadelpunktion des suspekten Areals links zervikal (echoarmer Anteil). Die Untersuchung erfolgte unter sonographischer Sicht. Die Punktion verlief komplikationslos.
Therapieempfehlung/Procedere:
Das weitere Procedere empfehle ich von dem Punktionsergebnis abhängig zu machen.
Pathologisch Anatomische Begutachtung 28.05.25:
Pathologisch-Anatomische Begutachtung
Klinische Angaben: Katter Knoten. SD.Punktat
Makroskopie: Zwei Ausstrichpreparate.
Histotechnik: HE
Mikroskopie:
Massenhaft Erythrozyten, wenige Makrophagen, einzelne Lymphozyten und neutrophile Granulozyten sowie mehrere kleine Thyreozyton-Verbande. z.T mn mikrofollikuläre: Lagerung. Køine signifikanten Atypien
BEURTEILUNG:
Hämorrhagisch überlagertes Schilddrüsen-Feinnadelpunktal mit winzigen Thyreozyten-Verbanden, z.T. mit mikrofollikularer Lagerung, passend zu einer follikulären Neoplasie unklarer Dignitat (EDTA-Klassifikation III).
Vorbefunde: –
Molekulargenetische Diagnostik 29.05.25:
Befundbericht Molekulargenstische Diagnostik
Klinische Informationen/Auftrag:
Feinnadelbiopsie (FNB) zur Differentialdiagnostik von Schilddrüsenknoten bei V.a. papilläres Schilddrüsenkarzinom – PTC; kalter Schilddrüsenknoten (Keine Angabe der Lokalisation)
Ergebnis: Auffälliger Befund (mit Einschränkung – siehe unten)
Variante KRAS-Gen c.182A>G; p.(Gin61Arg) (Tier 2C – pathogenic nach ACMG und QCI) Anteil der krankheitsrelevanten Sequenzvarianten in der untersuchten Probe ca. 52% Sequenzlertiefe (coverage) = 178 (mit UM?)
Beurteilung:
Die follikulären Varianten des PTC (FVPTC) weisen eine höhere Sensitivität der RAS-Sequenzvarianten auf (ca. 75%). RAS-Varianten werden aber auch bei ca. 25% der Fälle mit follikulären Adenomen nachgewiesen.
Bei der DNA-Sequenzierung wurde für alle Gene Jedoch nur eine relativ geringe Coverage erhalten (für BRAF lag diese bel ca. 172), damit wird die Aussage zum Ausschluss der krankheitsrelevanten Sequenzvarianten eingeschränkt.
In den anderen untersuchten Gemen, insbesondere in BRAF, waren keine krankheitsrelevante Sequenzvarianten nachweisbar.
Mittels RNA-Sequenzierung erfolgte der Nachweis spezifischer Marker für Schilddrüsengewebe (z.B. PAX-8). Damit wurde die spezifische isolation der DNA- und RNA-Probe aus Schilddrüsenzellen bestätigt. In der RNA-Analyse wurde die Sequenzvariante KRAS-Gen c.182A>G: p.(Gin61Arg) ebenfalls mit einer Variantenallelfrequenz von 21,9% bei einer Coverare von 169 nachgewiesen.
Wir empfehlen grundsätzilch zusätzlich einen Abgleich mit dem zytopathologischen Betund und den weiteren Untersuchungsergebnissen [z.B. Ultraschall, Verlaufsuntersuchungen).
Da eine Variantenallefrequenz (VAF) >30% grundsätzlich auf eine Keimbahnvariante hinweisen kann, empfehlen wir aufgrund der hier nachgewiesenen Variantenallelfrequenz von 52% außerdem die Untersuchung einer Blutprobe des Patienten.
Marcel
Leitungsteam SHG Berlin follikulärer SD-Krebs 1997 (oxyphil), Zungengrundkrebs 2024
Antwort auf: Kann jemand übersetzen? Alleinegelassen mit SD Verdacht / keine Aufklärung über die Bedeutung der Punktionsbefunde
Hallo,
habe hier geantwortet: Antwort auf: Alleinegelassen mit SD Verdacht / keine Aufklärung über die Bedeutung der Punktionsbefunde
Viele Grüße
Harald
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