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Wie lange ohne L-Thyroxin nach OP

Wie lange ohne L-Thyroxin nach OP

| Beitrags-ID: 481469

Hallo,

bei mir wurde vor 14 Tage die gesamte SD entfernt, jetzt habe ich nächste Woche einen Termin in der Nukelarmedizin um zu klären ob RJT noch notwendig ist.

Aber ich bekomme noch kein L-Thyroxin weil man das ja vor einer RJT nicht nehmen soll. Jetzt fangen aber die ersten Symptome der Unterversorgung an. Und natürlich schieb ich im Kopf auch jede Veränderung darauf. Aber gibt es Erfahrungen wie lange man wirklich ohne klar kommen kann?

mfg Oliver

LottileinLeitungsteam NW Hypopara pap. SD-Ca pT 4b N1M1, Hypopara

Antwort auf: Wie lange ohne L-Thyroxin nach OP

| Beitrags-ID: 481484

Hallo Oliver,

leider machen es manche Klinken so, dass sie den Patienten nach der OP kein Thyroxin geben, solange man nicht weiß, ob eine RJT nötig ist. Viele wollen noch auf den genauen Befund warten. In meinem Augen ist das eine unnötige Quälerei für den Patienten und regelrecht grausam!

Sollte eine RJT nötig sein, so kann man die heutzutage mit Thyrogen machen. Das sind zwei Spritzen, die vor der RJT den TSH in die Höhe treiben. Das Absetzen bzw. Einnahme der Tabletten weglassen treibt auch den TSH in die Höhe, aber mit vielen unangenehmen Symptomen.

Hast du einen fitten Hausarzt oder Hausärztin? Dann geh doch mal morgen oder übermorgen vorbei und schildere den Symptome. Vielleicht kann der oder die mal nachfragen, warum man dich denn in die Unterfunktion schickt, obwohl noch nicht mal klar ist, ob eine RJT gemacht wird und wenn eine gemacht wird, warum dann nicht mit Thyrogen. Der Hausarzt kann dir dann auch Thyroxin verschreiben.

An sich kommt man schon einige Wochen ohne Thyroxin aus, meine längste Zeit waren 5 Wochen. Es ist aber nicht schön.

Liebe Grüße

Lotti

HaraldBundesgeschäftsführer
Leitungsteam SHG Berlin
follikulärer SD-Krebs 1997 (oxyphil), Zungengrundkrebs 2024

Antwort auf: Wie lange ohne L-Thyroxin nach OP

| Beitrags-ID: 481492

Hallo Oliver,

eigentlich sollte alle Patienten nach der Operation sofort die Schilddrüsenhormone bekommen.

Dann sollte ein Tumorboard darüber entscheiden, ob eine Radiojodtherapie empfohlen wird.

Empfehlung 5.31:  

Die Empfehlung zu einer Radioiodtherapie soll auf der Basis des klinischen und histopathologischen Befundes im Tumorboard interdisziplinär getroffen werden.

Im Hintergrundtext der  S3-Leitlinie Schilddrüsenkarzinom Version 1.0 steht dann:

Der/die Patient/in sollte zeitnah, d.h. in den ersten Tagen nach der Operation und nach der histopathologischen Diagnosestellung eines Schilddrüsenkarzinoms in der Nuklearmedizin vorgestellt werden. Dadurch werden eine Aufklärung in Hypothyreose vermieden und alle Aspekte der Therapieplanung (keine RIT, RIT mit endogener oder exogener TSH-Stimulation, Berücksichtigung vorhandener Komorbiditäten des Patienten u.a.m.) offengehalten. Die Indikationsstellung zur RIT erfolgt durch einen Arzt mit Fachkunde im StrahlenschutzNuklearmedizin [536][537][538]. Der Patient soll in angemessener Form in die Therapieentscheidungen einbezogen werden [539].

Wobei dort eigentlich ein anderer Text stehen sollte, um Missverständnisse zu vermeiden (leider durch einen menschlichen Fehler nicht aufgenommen).

In einer ausstehenden leicht korrigierten Version 1.1.  der S3-Leitlinie sollte dann dieser Text stehen:

Um eine Aufklärung in Hypothyreose zu vermeiden, sind Patienten bei denen eine Radioiodtherapie erfolgen kann, sollte oder soll, nach der Operation mit L-Thyroxin zu substituieren oder zeitnah nach der Operation (vor Ausbildung einer Hypothyreose) in einer nuklearmedizinischen Therapiestation zur Beratung, Aufklärung über eine Radioiodtherapie und Festlegung des Therapiekonzepts vorzustellen.

Wichtig ist ja auch das interdisziplinäre Tumorboard, welches meist nur einmal die Woche tagt.

Bei klarer histopathologischer Indikation mit einer soll Empfehlung zur RJT wird meist nicht substituiert, und da muss die Aufklärung zeitnah dann erfolgen, und nicht erst nach Wochen.

Da bei Dir ja die Indikation für eine RJT eher nicht („sollte keine“) ist, finde ich das Vorgehen um es höflich zu formulieren, nicht sehr optimal.

Viele Grüße

Harald

  • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Woche, 3 Tage von Harald.
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