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Schilddrüsen OP kein Spaziergang

Schilddrüsen OP kein Spaziergang

| Beitrags-ID: 421795

Hallo an alle lieben Mitleser.
Meine SD wurde in zwei Etappen innerhalb von 3 Tagen entfernt. Die zweite OP war am Mo, 13.6.22

Was als Standardeingriff deklariert ist, muss dennoch nicht immer alles easy und luftig laufen.
Ich hatte vor Monaten einen Knoten im Hals ertastest und daraufhin den HA aufgesucht. Dieser machte einen US und tastete das Gebiet ab. Bekannt war zu diesem Zeitpunkt bereits eine jahrelange Unterfunktion, die mit L-Thyroxin eingestellt war.
Laut meinem HA handelte es sich bei dem knoten um einen Lymphknoten – direkt neben dem Kehlkopf!? Ich habe das von Anfang an nicht glauben können. Deshalb also einige Wochen später nochmal zum HA und erneut um eine Untersuchung gebeten.
Da war er dann bereits sehr genervt und meinte, manche Leute hätten nunmal einfach einen Fetthals.
Danke fürs Gespräch! Ich habe nun einen anderen HA.

Lange Rede, kurzer Sinn: nach der Szintigrafie war der Fall schnell klar, dass kaum noch intaktes SD-Gewebe vorhanden ist. Die eigentliche SD war bereits zersetzt und mit zahlreichen kalten knoten gespickt – so auch dieser meines Tastbefundes.

Eine SD OP muss her, einmal bitte alles raus – mit Ausnahme der Nebenschilddrüsen.

Hier mache ich einen Sprung:

10.6.

– 7 Uhr Einbestellung zur stationären Aufnahme. Bürokratie.

– 8 Uhr „Frau Petri, der Punkt vor Ihnen wurde abgesetzt, Sie sind dran.“ Und los gehts.

– ca 8.45 Uhr Narkoseeinleitung

– ca. 13 Uhr halbwegs vorhandenes Bewusstsein im Aufwachraum.

Der Chirurg tritt ans Bett und beichtet mir, dass sie nur eine Hälfte der SD entfernen konnten, weil das Neuromonitoring defekt gewesen sei. Sie hatten mich intraop extubiert und erneut intubiert, alle Kabel ausgetauscht, sogar den Hersteller des Gerätes angerufen, leider erfolglos. Also deshalb sicherheitshalber nur die eine Hälfte entfernt, um Nervenschäden einzudämmen.

Nach der ersten OP war ich zügig wieder fit, die Schmerzen waren moderat.

 

13.6.

-8.45 Uhr Abruf in den OP

-9.45 Narkoseeinleitung

Leider dauerte die Einleitung ewig, weil ich durch die erste OP und ständigen Blutentnahmen völlig verstochen war und keine Vene zu finden war.

– ca 13 Uhr Aufwachen im AWR

Dieses Mal hatte alles geklappt. Leider hatte sich ein knoten um den Vagusnerv gewickelt, weshalb sie intraop sehr viel präparieren mussten. Das dauerte seine Zeit. Von diesem knoten wusste zuvor kein Mensch was.

Letztendlich hatte ich nach der Zeiten OP ein wahnsinnig schweres Outcome. Schmerzen ohne Ende im Nacken und Kopf, brennende Schmerzen in der Narbe, Kreislaufprobleme.

Jedoch keine Einschränkung beim Schlucken oder Sprechen (außer die gereizte Stimme und Schluckbeschwerden Dank des Tubus). Ich wurde nach zwei weiteren Übernachtungen entlassen.

Jetzt kommt der Kracher:

Der tastbare Knoten, weshalb ich überhaupt erst operiert wurde, war in der Histologie unauffällig.

Der Knoten um den Vagus, von dessen Existenz wir erst bei der OP erfuhren, der war leider auffällig. Auffällig im Sinne von: aktuell noch gutartig, zu einem späteren Zeitpunkt aber definitiv nicht mehr. Er habe schon auffallende Zellveränderungen aufgezeigt.
Nun kann mir nichts mehr passieren, es ist alles draußen (bis auf eine Nebenschilddrüse, die in den Muskel implantiert wurde, die andere konnten sie leider aufgrund starker Verwachsungen nicht erhalten).

zudem: ein jahrelang unentdeckter Hashimoto hatte dafür gesorgt, dass sich die Schilddrüse so derart zersetzen konnte.
Ich bereue es nicht und bin froh, dass ich es hinter mir habe.

Zuhause habe ich die letzten 2 Tage noch Novalgin 1g 4x täglich eingenommen (bei meinem Blutdruck kann ich mir das leisten!).

Zudem kühle ich die Narbe weiterhin täglich mit Kühlpacks. Hier hat sich oberhalb der Narbe dennoch eine Wulst gebildet. Kann man wohl nichts machen. In 3 Tagen werden die Fäden gezogen.

Liebe Grüße an euch alle,

die operierte Chrissy.

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