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Vom pap. SD-Ca zum follikulären Adenom

Vom pap. SD-Ca zum follikulären Adenom

| Beitrags-ID: 260912

Nachdem ich sehr viel in den letzten Wochen von diesem wundervollen Selbsthilfeforum profitiert habe, möchte ich gern mit euch meine Geschichte teilen (stichpunktartig).

Gelegentlich kann aus einem Karzinom auch ein Adenom werden.

2008 Oligomenorrhoe
Diagnose: Hashimoto (TSH 5,2 mIU/l und TPO 330 U/ml sowie 2 kleine Knoten unbekannter Größe, Schilddrüsengesamtvolumen 8ml)
Substitution mit 75µg L-Thyroxin (Oligomenorrhoe ist verschwunden)

2013 Schwangerschaft (ungeplant) samt Erhöhung bis 112,5 µg L-Thyroxin
nach Geburt keine L-Thyroxineinnahme mehr nötig; TSH immer um 2,3 mIU/l (freie Werte im unteren Drittel) sowie kein Gefühl einer Unterfunktion

2020 Schilddrüsenknoten links, Wachstum in 6 Monaten um 4mm auf 13x16x21mm
zur Abklärung Szintigraphie und FNP
TSH 2,35 mIU/l, fT3 4,63 (3,1-6,8) pmol/l, fT4 14,70 (12,0-22,0) pmol/l, Anti-TPO 20,11 (<34)IU/ml, TR-AK <0,800 (<1,75) IU/l, Calcitonin neg

Ergebnis:
links kaudal hochsuspekter, hypoechogener Knoten mit Mikrokalzifikazion mit teilweisem Halo, glatt abgrenzbar 2,4ml
TIRADS 4b
keine fokale Mehrspeicherung, Uptake 1,0%
FNP: zytologisch Zellen eines papillären Schilddrüsenkarzinoms

2 Wochen später onkologische Thyreoidektomie inkl. Lymphknotendissektion (Komp K1b) einschließlich prälaryngealer Lymphknoten in Starnberg durch Prof. Trupka

Vorläufiges Befund:
interoperativer Schnellschnitt ergab keinen eindeutigen Befund
auch in der Paraffin-Histologie konnte keine eindeutige Differenzierung zw. pap. SC, foll. Variante und follikulärem Adenom gelingen
molekularpathologische Untersuchung zeigte keine BRAF-Mutation

Konsiliarische Begutachtung durch Prof. Schmid, Uniklinik Essen angefordert

Endbefund (nach 5 Wochen)
follikuläres bis mikrofollikuläres Adenom mit Pseudopapillen
täglich 75 µg L-Thyroxin

Ergänzend möchte ich noch hinzu fügen:
Wenige Tage nach der OP litt ich unter sehr starken Hals-, Genick- und Kopfschmerzen. Meine Muskeln waren Aufgrund der Lagerung während der OP und der Schonhaltung danach in Dauerkontraktion.
Ibu und Para haben keine Wirkung gezeigt. Ich konnte meinen Kopf überhaupt nicht mehr bewegen und wegen der unerträglichen Schmerzen habe ich mich in der Notfallambulanz vorgestellt. Dort habe ich Lidocaininjektionen in die Halsmuskel bekommen sowie Tilidin.
Obwohl ich Anfang echte Bedenken hatte, ein Opioid zu nehmen, sind nach 48 Stunden die Schmerzen endlich zurück gegangen.
Vom Hausarzt habe ich zusätzlich noch manuelle Therapie mit Wärme verschrieben bekommen – absolut empfehlenswert!

Auch wenn sich alles nochmal zum Guten gewendet hat, muss ich jetzt ohne Schilddrüse leben und auch die psychischen Wunden überwinden, die die anfängliche Krebsdiagnose hinterlassen haben.

Antwort auf: Vom pap. SD-Ca zum follikulären Adenom

| Beitrags-ID: 390136

Hallo Lindra,

danke für Deinen Bericht!

Eine kleine Klarstellung:

    Wie jede Diagnostik kann auch eine Feinnadelpunktion ein falsch positiven Befund liefern.
    Dieser Fall kommt zwar sehr selten vor, aber passiert.
    Der bekannteste Fall eines falsch positiven Ergebnisses einer Feinnadelpunktion ist die früherer argentinische Präsidentin Fernandez 2011/12:

Für Dich war dieser falsch positive Befund natürlich sehr belastend, da du ja davon ausgehen musstest, dass es wirklich Krebs ist.

Viele Grüße
Harald

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