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Etikette – Wie kommunizieren wir miteinander?

Jan
Nutzer*In
follik. SD-Ca; OP 04-05/2001

Etikette – Wie kommunizieren wir miteinander?

| Beitrags-ID: 248661

Dies ist ein Forum für den Austausch untereinander und die gegenseitige Unterstützung. Zwar kann niemand von uns letztlich wissen, welche aktuellen Umstände jemanden im Moment veranlassen, auf eine bestimmte Art und Weise zu schreiben. Doch der Respekt vor allen anderen Menschen und die Tatsache, dass viele, die hier schreiben, akut krank sind oder sich in schwierigen Phasen befinden, gebietet persönliche Rücksichtnahme. Dazu gehört:

– Niemand urteilt öffentlich über einen anderen
– Niemand unterstellt irgend einem anderen, etwas zu haben oder nicht zu haben, zu können oder nicht zu können, zu sein oder nicht zu sein
– Niemand beschimpft oder diffamiert jemanden oder verwendet Schmähbegriffe oder Schimpfworte
– Niemand verwendet Verallgemeinerungen oder „argumentiert“ anhand seiner eigenen Vor-Urteile

Manchmal weichen Menschen, die hier schreiben, von diesen Regeln ab. Wenn ich diesen Eindruck habe versuche ich, das Thema zu versachlichen.

Dabei helfen „Ich-Botschaften“ (im Sinne von „ich habe verstanden dass …“, „bei mir war/ist es so, dass …“).

Verallgemeinerungen und „Du-Botschaften“ („Du hast aber …“, „Du bist ja …“ etc.) tragen nicht dazu bei, die Kommunikation zu versachlichen.

siehe auch: 3 stufiges Konfliktmanagement System

Jan
Nutzer*In
follik. SD-Ca; OP 04-05/2001

Antwort auf: Etikette – Wie kommunizieren wir miteinander?

| Beitrags-ID: 339137

Bei unserem kurzen Workshop am 24.01.16 in Kassel haben wir einige typische Situationen zusammengetragen, aus denen Konflikte und Störungen entstehen können, darunter:

Verstoß gegen Forums-Regeln
Werbung jeder Art; unseriöse Aussagen/Pauschalierungen, z.B. „Aprikosenkerne helfen gegen Krebs“

Rechthaberei
„Meine Ansicht ist richtig; du hat ja keine Ahnung!“

Direkte (offene) oder indirekte (verdeckte) Angriffe
„Du bist ja psychisch gestört!“; „Lies erst mal richtig, was ich geschrieben habe.“; Jemanden „aus der Reserve locken“ wollen

Egozentrisches Verhalten
„Meine Erlebnisse waren die Schlimmsten“; „Nun stell dich mal nicht so an“

Unterschiedliche Erfahrungen oder Meinungen
„Mir haben Narbensalben nicht geholfen“; „Ich glaube nicht, dass Reha wirklich was bringt“

Missverständnisse
in der Sache oder bezüglich dessen, was die/der Andere gemeint hat
Viele Hausärzte kennen sich mit SD-Krebs nicht gut aus“ ist nicht dasselbe wie „Alle/die meisten Hausärzte kennen sich mit SD-Krebs nicht aus“; „Schreib doch in einem/dem anderen Forum“ kann heißen „Dort wird dir vielleicht besser geholfen, weil die Betroffenen dort andere Erfahrungen haben“, wird aber vielleicht wahrgenommen als „Was willst du hier, du störst nur unsere Kreise“

In solchen und ähnlichen Fällen können z.B. helfen:

Ich-Botschaften
„Ich habe verstanden, dass …“; „Bei mir war/ist es so, dass …“

Fragen/Nach-Fragen
„Was genau willst du damit ausdrücken?“; „Habe ich richtig verstanden, dass du … meinst?“

Weitere/ergänzende Sichtweisen
„In unseren FAQs kannst du lesen, warum … „, „XYZ hat andere Erfahrungen gemacht …“, „Auf dem Beipackzettel steht …“

Nachtrag am 08.07.2016: Im „Eifer des Gefechts“ kann es jeder/jedem passieren, dass die Wortwahl ein wenig „aus dem Ruder läuft“, wenn es in der Sache nicht läuft wie gedacht oder gewollt. Böse Absichten unterstelle ich – was die oben diskutierten Themen angeht – niemandem.

Hilfreich für die „Beziehungsebenen“ können sein:

– Luft holen, nicht sofort antworten
– sich nicht jeden „Schuh“ sofort persönlich anziehen
– die Perspektive des Anderen suchen (was hat sie/ihn zu dieser Äußerung veranlasst?)
– nachfragen, was genau gemeint war

Das betrifft auch Situationen, in denen vielleicht die „Chemie“ nicht stimmt bzw. einem das Gegenüber schlicht „auf den Geist geht“: Wir sind nun mal alle sehr verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Charakteren, Temperamenten und Vorstellungen von der Welt. Damit muss jede/r hier im Verein und im Forum zurecht kommen – sonst kann unser gemeinsames Anliegen nicht gelingen.

Wenn wir jemandem im Forum auf seine Wortwahl hinweisen möchten, dann könnte das z.B. als PM wie folgt klingen:

Liebe*r …
vielen Dank für deine Nachricht. Ich freue mich sehr, dass du dich ins Forum einbringst, denn du hast viel Erfahrung – aus der Mitwirkung hier im Forum und (soweit ich das mitbekommen habe) wohl auch aus eigenem Erleben. Das kann ausgesprochen wertvoll für Menschen sein.

Du hast an „***“ geschrieben. Über ihre/seine genaueren (Lebens-)Umstände wissen wir nichts; deshalb bietet es sich nicht an, Urteile zu fällen. Wir können – und das immer nur aus unserer jeweils eigenen Perspektive – lediglich Hinweise und Anregungen bieten. Ob der/die Adressat/in diese als passend empfindet und ggf. annimmt oder nicht, entscheidet er/sie selbst. Das haben wir nicht zu bewerten. Es ist auch legitim, wenn jemandem „nur“ nach „jammern“ zu Mute ist – darauf müssen wir ja nicht antworten.

Falls du dazu eine Anregung von mir möchtest: Vielleicht schaust du mal, ob du in deinen Postings etwas weniger absolut formulieren könntest und statt dessen stärker betonen wolltest, dass du aus deiner Perspektive schreibst (statt: „das ist so …“ eher: „das ist aus meiner Sicht so …“). Ich glaube, dass es manchen anderen Menschen dann leichter fiele, sich deine Vorschläge und Ideen genauer anzusehen und sie ggf. auf die eigene Situation zu übertragen.

Wenn du möchtest, können wir dazu auch gern telefonieren; unter … bin ich erreichbar.

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Jan
Nutzer*In
follik. SD-Ca; OP 04-05/2001

Antwort auf: Etikette – Wie kommunizieren wir miteinander?

| Beitrags-ID: 339138

Zur Vorbereitung eines evtl. Workshops zum Thema fange ich hier mal an, Zitate (jeweils ohne Quellen-Nennung) zu sammeln aus Postings, die ich für nicht so gelungen halte:

Ständige Wiederholungen der Situation ändern hieran kurzfristig aus meiner Sicht nichts.

Aber auch egal, du machst ja doch was du willst.

Das musst Du aber.

… dann mach von mir aus so weiter. Soooo schlecht scheint es Dir ja nicht zu gehen, das Du auf Ratschläge (professionelle … Hilfe) so reagierst.

… die obige Mail an … erreichte mich. Wie und wann wir über … gesprochen haben, ist mir nicht klar. Insoweit bitte ich um Aufklärung.

Ich wünsche dir, dass du eine Möglichkeit findest, aus deiner „Opferrolle“ wieder herauszukommen.

Vielleicht solltest du deine Erkundigungen besser bei Facebook machen.

Wieso schreibst du das unter das denn unter diesem Themenbereich?

Nee, nee, stell hier lieber mal … rein. Das würde uns alle mehr interessieren als …

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