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Anne Müller
Gast

Hat jemand Erfahrung mit Thybon?

| Beitrags-ID: 406258

Seit vielen Jahren nehme ich Novothyral, soll jetzt Thybon 20 (1/4 Tablette) und L-Thyroxin 50 nehmen.

Das solle besser für mein Herz sein. Nach dem Lesen der Beipackzettel bin ich sehr verunsichert, denn auf beiden stehen Herz- und Schlafprobleme drauf. Darunter leide ich leider. Gibt es etwas besseres, schonenderes?

Es würde mich freuen, wenn mir jemand helfen kann.

 

Antwort auf: Hat jemand Erfahrung mit Thybon?

| Beitrags-ID: 406279

Wie hoch war die Dosis von Novothyral?                                                                                                             Die gibt es in verschiedenen Dosierungen. Eine Tablette mit 50mcg LT enthält 10mcg T3 (Thybon). Du würdest somit T3 reduzieren

Herz- und Schlafprobleme sind wohl bei einer unpassender Dosierung ein Thema.

LG Ellen

  • Diese Antwort wurde geändert vor 6 Monaten, 2 Wochen von Ellen1.
    Diese Antwort wurde 5-mal bearbeitet.
BeateMitglieder-Beirat SD-Krebs 2000 (pap. + foll.)

Antwort auf: Hat jemand Erfahrung mit Thybon?

| Beitrags-ID: 406329

Hallo,

keine Sorge, diese „Nebenwirkungen“ sind dieselben für alle T3-Präparate, und betreffen nur die Überdosierung – natürlich muss man mit T3 (viel aktiver und vor allem schneller in der Wirkung als T4) immer sehr vorsichtig sein und nur ganz langsam einführen/erhöhen.

Aber wenn du bereits Novothyral nimmst (das ja besonders viel T3 enthält, das Verhältnis T4:T3 ist 1:5, während es bei „gesunden Patienten ohne SD-Probleme“ eher bei 10:1 oder 12:1 liegt), solltest du bei entsprechender Dosierung keine besonderen Probleme mit dem Präparatwechsel haben – denn das T3 in Novothyral und in Thybon ist ja genau dasselbe!

Hattest du eine komplette SD-Entfernung? Dann sind 50 µg T4 eigentlich extrem wenig (wieviel wiegst du?) – welche Dosis Novothyral nimmst du zur Zeit? Wenn du 100 nimmst, sind das 100 µg T4 und 20 µg T3 (bzw. bei einer halben 50/10).

1/4 Thybon 20 wären nur 5 µg T3, wäre also eine Reduzierung des T3, und wenn du 50 µg T4 nimmst und 5 µg T3, wäre das auch ein relativ „ideales“ Verhältnis von T4 zu T3. Bleibt nur zu sehen, ob man nicht die Verringerung des T3 durch eine geringe Erhöhung des T4 ausgleichen muss.

Wie sind denn deine aktuellen Werte (TSH, T3, T4) ?

Beate

Mitglied im Forum seit 1999. Gründerin des französischen Schwester-Forums und -Vereins "Vivre sans Thyroïde" (seit 2000): www.forum-thyroide.net

Antwort auf: Hat jemand Erfahrung mit Thybon?

| Beitrags-ID: 406420

Hallo,

das was @beate schreibt mit dem Verhältnis von T4 zu T3

„gesunden Patienten ohne SD-Probleme“ eher bei 10:1 oder 12:1 liegt

wird von einigen Ärzt*innen leider  auch immer noch so kommuniziert, und die alten Kombipräparate L-T4 + L-T3, haben daher auch dieses Verhältnis 10:1.

In der bislang einzigen Leitlinie zur L-T4 und L-T3 Substitution wird jedoch ein viel niedrigen Anteil von L-T3 empfohlen:

Das von den Autoren genannte Ziel einer Kombinationstherapie von L-T4 und L-T3 ist die „Normalisierung“ des TSH-Werts, der fT4– und fT3-Werte sowie des Verhältnisses von fT4 und fT3 im Blut. Grundlage hierfür ist eine Reihe von Studien mit nur geringem Evidenzgrad, was den experimentellen Charakter der Kombinationstherapie verdeutlicht.
Alle folgenden Empfehlungen haben ebenfalls nur den geringsten Evidenzgrad (+00):

  • (R10)Es wird vorgeschlagen eine Kombinationstherapie zu beginnen mit einem Verhältnis von L-T4:L-T3 zwischen 13:1 und 20:1 (2/+00).
  • (R11) Während die L-T4 Dosis einmal am Tag gegeben werden kann, soll die L-T3 -Dosis, wenn möglich aufgeteilt werden, in eine Dosis vor dem Frühstück und eine größere Dosis vor dem Schlafengehen, um den natürlichen fT3-Spiegel im Tages verlauf zu simulieren (2/00).

Eine solche Kombinationstherapie ist mit den vorhandenen Kombinationspräparaten nicht möglich, da sie ein viel zu niedrigeres L-T4:L-T3-Verhältnis, oder anders ausgedrückt einen viel zu hohen L-T3-Anteil haben. Besonders das aus Schweineschilddrüsen hergestellte Armour Thyroid® hat einen sehr niedriges L-T4:L-T3-Verhältnis von 4,2:1. Aber auch die synthetisch hergestellten Schilddrüsenhormonkombipräparate Prothyrid® (10:1), Novothyral® (5:1) und Thyreotom® (4:1) haben einen relativ hohen L-T3-Anteil.

Zitat aus: Forenthema: Europäische Leitlinie zur L-T4 und L-T3-Substitution (2012)

Mit dem „schnell wirken“ ist es auch so eine Sache. Das fT3 ist nach der Einnahme erhöht, manche reagieren darauf sehr empfindlich, andere wie ich merken davon nichts, ähnlich wie mit den L-T4 Prräparaten.

Es wird auch in der Leitlinie empfohlen, eine größere Dosis L-T3 vor dem Schlafengehen, um den natürlichen fT3-Spiegel im Tages verlauf zu simulieren (siehe oben ).

Viele Grüße,

Harald

 

BeateMitglieder-Beirat SD-Krebs 2000 (pap. + foll.)

Antwort auf: Hat jemand Erfahrung mit Thybon?

| Beitrags-ID: 406483

Hallo Harald,

danke für die Ergänzung und den Link zur Leitlinie der ETA!

Dass ich das Verhältnis der freien Werte von T4 und T3 mit „10:1 oder 12:1“ betont habe, war vor allem im Kontrast zur Dosierung von EUTHYRAL gedacht – denn darin bekommt man ja ein Verhältnis von 5:1 (!), was für viele Patienten viel zu viel T3 ist und bei zu rascher Einführung/Erhöhung starke Probleme verursachen kann!

Gerade in der Einführungsphase sollte man lieber zu wenig T3 nehmen als zuviel, und auch nur ganz allmählich steigern.

Beate

Mitglied im Forum seit 1999. Gründerin des französischen Schwester-Forums und -Vereins "Vivre sans Thyroïde" (seit 2000): www.forum-thyroide.net

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