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Brain Fog, visuelle Probleme nach L-Thyrox Übermedikation? L-Thyroxin und Decostriol gleichzeitig?

Brain Fog, visuelle Probleme nach L-Thyrox Übermedikation? L-Thyroxin und Decostriol gleichzeitig?

| Beitrags-ID: 485239

Hallo zusammen,

bei meinem Mann 65 Jahre alt wurde die L Thyrox Dosis erhöht und sollte im  täglichen Wechsel 200 mg/175 mg eingenommen werden. Dies wurde unzureichend kommuniziert und es wurde täglich eingenommen, was natürlich zu hoch war.

daraufhin kamen Symptome wie Herzrasen, Hitzewallungen, Müdigkeit, Unkonzentriertheit und kognitive Probleme. Man forderte ein MRT und EEG an was ohne Befund war. Die Dosis wurde daraufhin nach Wechsel des Internisten auf 0 gesetzt und neu eingestellt und ist derzeit bei 1 Mal täglich 175 mg. Die Symptome verschwanden bis auf die kognitiven Probleme. Nach Besuch eines Endokrinologen wurde festgestellt, dass auch die Einnahmne von Decostriol zusammen mit L Thyrox nicht optimal ist. Jetzt wird beides seit ca 3 Wochen getrennt eingenommenm was die kognitiven POrobleme langsam verbessert aber nicht vollständig beseitigt. Visuelle Probleme sind immer noch da. Meine Frage: gibt es im Forum jemanden der ähnliche Erfahrungen gemacht hat ? Ich meine nicht ob jemand falsch eingestellt war, sondern dass jemand gravierenden Brain Fog bekam und auch über Monate damit zu kämpfen hatte. Wenn ja was habt ihr unternommen ?

Danke Grüße Dornröschen

  • Dieses Thema wurde geändert vor 4 Wochen, 1 Tag von Harald.
InSeNSU
Moderator
Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Brain Fog, visuelle Probleme nach L-Thyrox Übermedikation? L-Thyroxin und Decostriol gleichzeitig?

| Beitrags-ID: 485419

Hallo Dornröschen,

da dein Mann Decostriol nimmt, gehe ich davon aus, dass er als Begleiterscheinung der OP eine Nebenschilddrüsenunterfunktion hat. Und wenn die nicht gut eingestellt ist (Calciumwert!), ist Brainfog ein ganz typisches Symptom.

Schaut mal bitte die Infomaterialien auf unserer Nebenschilddrüsen-Seite an:

http://www.hypopara.de

Auch hier im Wissensbereich des Forums gibt es viele Informationen zum Hypoparathyreoidismus. Der kommt nach Schilddrüsenoperationen nicht selten vor, bleibt aber meist nicht dauerhaft bestehen. Deshalb muss die Medikation engmaschiger kontrolliert werden, als in Sachen Schilddrüse.

Für Hausärzte, die sich damit nicht auskennen, empfehlen wir die DGE-Behandlungsempfehlungen, die man in gedruckter Form wie auch die anderen Infos beim Verein bestellen kann:

https://hypopara.de/cms/wp-content/uploads/Behandlungsempfehlungen_Hypopara-August-2024.pdf

Da in Decostriol der Wirkstoff (Calcitriol) fettlöslich ist, wird es am besten zu einer Mahlzeit genommen. Die Schilddrüsentabletten nimmt man eine halbe Stunde vorm Frühstück. Wenn zusätzlich zum Decostriol Calciumtabletten genommen werden müssen, sollte man die allerdings mit mindestens 2 Stunden Abstand zum Thyroxin nehmen.  Calcium stört die Aufnahme von Schilddrüsenhormon, Decostriol nicht.

In Sachen Brainfog tippe ich aber eher auf einen schlecht eingestellten Calciumwert. Decostriol fördert die Calciumaufnahme. Das Calcium muss aber auch irgendwo herkommen. Mit der Nahrung soll man als  Gesunder täglich 1000 mg per Nahrung (Milchprodukte, grüne Gemüse, Mineralwasser) aufnehmen. Das klappt oft schon nicht, was beim Hypoparathyreoidismus dann noch ungünstiger ist. Allen Ärzten, die Calcium in Tablettenform generell ablehnen, sei unsere Broschüre empfohlen:

https://hypopara.de/cms/wp-content/uploads/2022/04/Ernaehrungsbroschuere_Hypopara_201906.pdf

Viele Grüße

Frauke

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Juli23

Antwort auf: Brain Fog, visuelle Probleme nach L-Thyrox Übermedikation? L-Thyroxin und Decostriol gleichzeitig?

| Beitrags-ID: 485424

Hallo Frauke, Hallo Dornröschen,

Ich kenne die Symptome ebenfalls. Ich soll Calcium reduzieren, da auch Calcium im 24Std.Urin war. Aber immer, wenn ich es reduziere oder das Präparat (Kautabletten, Filmtabeltten o.Ä.) wechsele, gehen die Symptome los. Einzig mit den Sandoz Brausetabletten komme ich klar. Ich teile sie nun aktuell und nehme sie über den Tag verteilt, sodass ich trotzdem eine Reduzierung hinbekomme. Ich mache mir allerdings über die Inhaltsstoffe Gedanken. Aspartam etc…. Wenn ich sowas täglich mehrfach nehme und es teils als „krebserregend“ eingestuft wird, kann ich das mit meiner Krebsdiagnose nicht sehr gut vereinbaren. Frauke, hast du da noch eine Idee oder sind die Bedenken unbegründet? Die Zusammensetzung von Sandoz scheine ich einfach besser aufzunehmen. Ich habe noch keine 1:1Alternative gefunden….

Dazu habe ich noch die Frage. Soll man bei Hypopara eigentlich auch Vitamin K nehmen? Ich nehme 3xAlfacalcidol je 0,25 und 2x500mg Calcium (auf 3-4x aufgeteilt). Aktuell auch noch 2000i.E Vitamin D am Tag, da der Spiegel zu niedrig war. Da mir zuvor niemand gesagt hat, dass ich auch Vitamin D nehmen muss, dachte ich immer es wäre nun mit dem Alfacalcidol abgedeckt. Das ist alles wirklich kompliziert 🙂

(Dass 500mg Calcium nicht immer 500mg Calcium sind und man teils umrechnen muss, habe ich beachtet. Ich finde das allerdings sehr verwirrend, zumal man keinen Hinweis von den Ärzten/Apotheken erhält. Ich vermute, dass das Vielen nicht klar ist. Super und danke, dass ihr darüber auf eurer Hypopara-Infoseite informiert)

Liebe Grüße,Julia

InSeNSU
Moderator
Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Brain Fog, visuelle Probleme nach L-Thyrox Übermedikation? L-Thyroxin und Decostriol gleichzeitig?

| Beitrags-ID: 485470

Hallo Julia,

die komplizierten Zusammenhänge in Sachen Vitamin D bei Hypopara werden hier erklärt:

https://www.sd-krebs.de/wissensbereich/schilddruese-neben-sd/vitamin-d-grundlagen/

Vitamin K wird in den Leitlinien/Behandlungsempfehlungen meines Wissens nicht berücksichtigt, vermutlich mangels Studien dazu.

In Sachen Aspartam schau mal hier:

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/kennzeichnung-und-inhaltsstoffe/suessungsmittel-was-sind-suessstoffe-und-zuckeraustauschstoffe-81624

Viele Grüße

Frauke

 

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Antwort auf: Brain Fog, visuelle Probleme nach L-Thyrox Übermedikation? L-Thyroxin und Decostriol gleichzeitig?

| Beitrags-ID: 485471

Hallo Dornröschen,

ich hatte vor einigen Jahren durch eine/nach einer versehentlichen Überdosierung mit Thybon ähnliche Beschwerden wie dein Mann bis hin zu einer fiesen Hyperakusis (= Geräuschüberempfindlichkeit), die nur langsam weggingen.

Auch jetzt, nach zwei OPs und einer RJT wegen eines papillären SD-Karzinoms, zu deren Vorbereitung ich vier Wochen lang mein Thyroxin ganz weglassen musste, hatte ich deutliche Beschwerden, die dieselben Körperbereiche/-funktionen betrafen, nur eben sozusagen anders herum (z.B. statt Herzrasen nun langsamer Herzschlag, statt schneller nun langsame Verdauung, statt permanter Gedankenblitze nun verlangsamtes Denken etc.). Durch das Austarieren der richtigen Thyroxindosis war ich auch schon wieder kurz in der Überfunktion, was sich direkt in Form von Kopfschmerzen etc. bemerkbar gemacht hat.

Laut meiner Optikerin hat die SD bzw. -Medikation immer auch Einfluss auf die Sehfähigkeit. Nachdem meine SD ganz entfernt worden war, habe ich noch ca. vier Monate gewartet, um dann meine Brillenwerte anpassen zu lassen. Sie hatten sich zumindest auf einem Auge geändert.

Was die kognitiven Fähigkeiten angeht, kommen sie laut einer Psychiaterin und Psychologin, mit der ich neulich gesprochen habe, aus ihrer Erfahrung meist erst am Schluss zurück, wenn alle anderen Beschwerden schon überwunden sind.

Der Brainfog deines Mannes könnte natürlich auch an Calciummangel liegen (das kenne ich auch, weil ich seit meiner zweiten OP Hypopara habe), aber dann hätte er wahrscheinlich auch Kribbeln in den Händen, Füßen oder am Mund. Hat der Endokrinologe denn den Calcium-Wert, am besten incl. auch anhand eines Sammelurins, überprüft?

Wenn das alles richtig eingestellt ist, sollte sich dein Mann ein bisschen Zeit geben. Für den Körper bedeutet so eine längere Überdosierung, dann das Weglassen und Wiedereinstellen ja puren Stress. Aus meiner Erfahrung ist ein Wunder, was der Körper alles schafft. Manchmal geht es zwei Schritte vor und dann wieder einen zurück. Man muss einfach geduldig sein und die kleinen Erfolge sehen.

Mir helfen Spaziergänge, Meditation, Yoga und Techniken wie Progressive Muskelentspannung und Bodyscan, um im Moment zu sein und den Fokus auf etwas anderes als die Bschwerden zu lenken.

Es braucht beides: eine gute Diagnsotik und Behandlung, aber auch viel Geduld und Selbstfürsorge!

Alles Gute für deinen Mann!

Anonym
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