Metastasen im Halsbereich, was jetzt???
- Dieses Thema hat 3 Antworten und 2 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert 25.11.2025 - 01:08 von
Harald.
Metastasen im Halsbereich, was jetzt???
Hallo zusammen!
In meiner Verzweiflung habe ich mich hier mal angemeldet. Vielleicht bekomme ich hier ja eine Antwort auf meine Fragen. Im Dez. 2021 wurde mir ein papiläres SD-Karzinom entfernt (komplette SD). Jetzt ist mein TG-Wert auf mittlerweile 58 gestiegen und man hat ein PET/CT gemacht, bei dem man Metastasen im Halsraum entdeckt hat. Der Prof. in der Klinik hier in Oldenburg sagte mir daraufhin, dass er da im Moment nichts machen würde, da sie ja noch recht klein wären. Das fällt mir als Betroffene aber sehr schwer. Ich kann nicht einfach nur abwarten. In einer onkologischen Praxis hat man mich abgewiesen mit dem Hinweis, ich solle mich in der Nuklearmedizin melden. Aber das ist ja gerade mein Problem. Dort komme ich ja her. Mein Hausarzt weiß auch nicht weiter und hat mich nochmal an die Onkologie verwiesen.
Nun meine Frage: kann es sein, dass Metastasen zu klein zum Behandeln sind? Macht man da wirklich gar nichts??? Über eine Antwort wäre ich super dankbar!
Leitungsteam SHG Berlin follikulärer SD-Krebs 1997 (oxyphil), Zungengrundkrebs 2024
Antwort auf: Metastasen im Halsbereich, was jetzt???
Hallo Gitta,
herzlich willkommen bei uns im Selbsthilfe-Forum.
Ja, das kann sein, dass man kleine Lymphknotenmetastasen auch erst mal beobachtet.
In der S3-Leitlinie Schilddrüsenkarzinom (2025) lautet die Empfehlung 7.2.:
7.2. Konsensbasierte Empfehlung
Lokoregionär persistierende oder rezidivierende DTC, zervikale Weichteilinfitrate sowie persistierende oder rezidivierende Lymphknotenmetastasen sollten der chirurgischen Therapie zugeführt werden. Zur Abwägung patientenindividueller alternativer, begleitender oder nachfolgender Therapieoptionen bzw. kontrollierender Beobachtung sollte im interdisziplinären Tumorboard der individuelle Behandlungsplan empfohlen werden.
Starker Konsens (96%)
Bei deiner Diagnose sind noch weitere Dinge zu beachten.
- Der Tg von 58 wurde festgestellt unter TSH-Unterdrückung oder unter TSH-Stimulation? Nur Tg Werte mit der gleichen Stimulation lassen sich vergleichen.
- Wie schnell steigt der Tg? Dies um einschätzen zu können, ob der Krebs schnell oder langsam wächst.
- Wenn in der PET-CT Lymphknoten leuchten, kann dies auch eine Entzündung sein. Die PET-CT muss daher in der Gesamtschau betrachtet werden:
- Sind die Lymphknoten auch im Ultraschall verdächtig?
- Wurde ein Tg-Wash-Out des größten verdächtigen Lymphknoten gemacht, um sicher zu sein, dass es sich wirklich um eine Metastase des Schilddrüsenkrebs handelt?
Wenn sich der Verdacht bestätigt, dass es Lymphknotenmetastasen sind, dann ist davon auszugehen, dass diese nicht mehr auf Radiojod ansprechen. Eine Radiojodtherapie macht also keinen Sinn.
Ob man Operiert hängt also davon ab, wie aggressiv der Tumor ist, und wie Groß die Risiken einer erneuten Operation sind.
Ich würde daher an Deine Stelle an ein interdisziplinäres Zentrum gehen, wo auch ein erfahrener Chirurg ist; z.B. Uniklinik Essen.
Der Onkologe wird dir nicht weiterhelfen können.
Viele Grüße
Harald
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- Diese Antwort wurde geändert vor 2 Wochen, 5 Tage von Harald.
Antwort auf: Metastasen im Halsbereich, was jetzt???
Hallo Harald!
Erstmal ganz herzlichen Dank für deine schnelle Antwort. Echt toll! Bitte entschuldige vorab schonmal meine laienhafte Ausdrucksform. Nachdem die SD weg war und erstmal alles gut war, habe ich mich nicht weiter mit dem Thema beschäftigt und es weitesgehend verdrängt. Aber jetzt muß ich mich halt intensiv damit beschäftigen, da alles auf ein Rezidiv hindeutet. Also der TG-Wert ist erst sehr sehr langsam gestiegen, so dass man mir immer sagte, ich solle mir keine Sorgen machen. In diesem Jahr geht es aber leider meiner Meinung nach rasant nach oben. Im Juni 2024 lag er bei 3,5 im Sept 2024 bei 6,5 im April2025 bei 13,9 im Sept.2025 bei 39,4 und Ende Okt 2025 bei 58,2. Immer gemessen beim Hausarzt. Ich nehme 125 mg L-Thyroxin.
Im Sommer letzten Jahres entfernte man mir einen auffälligen Lymphknoten im Hals, der sich allerdings als gutartig heraus stellte. Jetzt sind im Ultraschall keine Auffälligkeiten zu sehen. Radiojodtherapien habe ich auch schon drei Mal hinter mir. Der Prof hier in der NUK sagte genau wie du, daß das wohl nicht anschlagen würde.
Ein TG-Wash-Out (mußte ich gerade erstmal googlen:-)) wurde nicht gemacht. An wen sollte ich mich dafür wenden? Nuklearmedizin oder Radiologe?
Ich habe mich jetzt auf Empfehlung meines Radiologen an die Uniklinik in Halle gewandt. Da warte ich jetzt auf Antwort der Frau Prof. Lorenz. Sollte da nichts bei heraus kommen, wende ich mich an Essen.
Sind den hier in diesem Verband auch Ärzte tätig? Befunde schaut Ihr Euch wahrscheinlich nicht an, oder ?
Aber ich bin froh, etwas gefunden zu haben, wo man sich austauschen kann. Hatte auch schon einmal nach einer Selbsthilfegruppe hier in Oldenburg geschaut, bin aber leider nicht fündig geworden.
Ich wünsche Dir einen schönen Abend!
Viele Grüße aus Oldenburg
Gitta
Leitungsteam SHG Berlin follikulärer SD-Krebs 1997 (oxyphil), Zungengrundkrebs 2024
Antwort auf: Metastasen im Halsbereich, was jetzt???
Hallo Gitta,
wir sind eine Selbsthilfeverein. Wir haben einen wissenschaftlichen Beirat, der berät uns jedoch nur in allgemeinen Fragen.
Für Zweit-Meinungen muss man sich direkt an die Kliniken wenden.
Die Tg-Verdopplungszeit unter einem Jahr ist vor allem ein Zeichen für weitere Diagnostik, eine Prognose konnte man in Studien daraus nicht ableiten.
Ganz unten in diesem Forenthema: FAQ: Thyreoglobulin und Nachsorge des Schilddrüsenkarzinoms habe ich Studien zur Tg-Verdopplungszeit aufgelistet.
Es ist auf jeden Fall gut, sich eine Zweitmeinung in Zentren wie Halle (Chirurgie) und Essen zu holen.
Viele Grüße
Harald
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