Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten
- Dieses Thema hat 20 Antworten und 10 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert 29.03.2026 - 18:20 von
Olivenoel.
Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten
- Hallo an alle!
Mein Freund hatte vor nun 2 Jahren seine Schilddrüsen op – diese wurde komplett entfernt.
Er hat sich stark verändert und da ich mir nun wirklich nicht mehr weiter zu helfen weiß hab ich nun diese Forum gefunden und möchte mich schon jetzt recht herzlich für die Informationen und Hilfe bedanken!
Er hat starke Stimmungsschwankungen – reagiert oft sehr aggressiv oder depressiv – kann das wirklich mit der Entfernung der Schilddrüse – nach dieser Zeit – Zusammenhängen? Gibt es Leute die ähnliches erlebt haben? Tabletten sind eingestellt er nimmt Euthyrox.
Nun hab ich von einer Kundin gehört die nicht nur die Hormon Tabletten nimmt sondern auch einiges an Vitaminen zuführt seit der op – gibt es da eine Liste auf was man achten sollte?
Weder in der Klinik noch vom Arzt wurde so etwas erwähnt.
Vielen Dank für eure Hilfe!
lg Yvonne
Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten
Hallo Yvonne,
eine wichtige Frage ist, ob bei der OP die Nebenschilddrüsenfunktion intakt geblieben ist. Man sieht das am Calciumwert im Blut und am Parathormon.
Unbehandelter Calciummangel im Blut kann (neben diversen körperlichen Symptomen) auch zu Ängstlichkeit oder Aggressivität und auch zu depressiver Verstimmung führen.
Über das Krankheitsbild des postoperativen Hypoparathyreoidismus (so heißt es, wenn die Nebenschilddrüsenfunktion gestört ist) findest du ausführliche Informationen hier im Wissenbereich und auf der Webseite des Netzwerkes Hypopara (www.hypopara.de ), z.B. dies:
https://www.sd-krebs.de/wp-content/uploads/2022/10/Merkblatt_Hypopara_20210615.pdf
Die Nebenschilddrüsenunterfunktion läßt sich medikamentös behandeln. Vielleicht könnte sich ggfs damit die Lebensqualität deines Freundes verbessern.
Viele Grüße
Frauke
Mit dem Verein sind wir stärker:
Fördermitglied oder aktives Vereinsmitglied werden
Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten
Hallo Yvonne,
wenn die Hormondosis noch nicht passt, kann das durchaus solche Symptome auslösen. Wichtig wäre dafür allerdings, seine Werte zu kennen (TSH, fT3, fT4).
Eine Einnahme von Vitaminpräparaten hat dagegen nichts mit einer SD-OP zu tun. Generell bin ich da bei einer wahllosen Einnahme eher skeptisch.
Viele Grüße, Maria
Als Fördermitglied kannst du schon mit 5 € im Jahr unserem Verein sehr helfen!
Gemeinsam sind wir stärker!!!
Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten
Guten morgen!
Vielen Dank für eure schnellen Antworten! Hab gestern noch angefangen den Entlassungsbrief nach der op zu suchen da ich ja nicht mal weiß ob auch die nebenschilddrüse entfernt wurde – es hieß nur komplett… sonst rufe ich morgen beim Arzt der operiert hat nochmal an. Der nächste Termin nun in einer anderen Klinik ist erst im März – werde aber schauen das er nochmal zum Hausarzt geht den Wert anschauen lassen – bin mir auch nicht sicher ob Calcium je angeschaut wurde – aber dann werde ich das nun extra dazu sagen, vielen Dank auch für die links!
Aber so geht es nicht mehr weiter – muss auch für mich wissen ob es wirklich noch an der op hängt oder ob man sich einfach so geändert hat…
Vielen dank erstmal!
Glg Yvonne
Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten
Hi,
ein Vitamin- und Mineralienmangel ist naheliegend (da bei uns in Deutschland weit verbreitet), hat aber nichts mit der Entfernung der Schilddrüse zu tun. Trotzdem kann ein Auffüllen aller wichtigen Stoffe helfen, die Hormone (T4) aus der Schilddrüsentablette besser umzuwandeln (T3).
Die Lister der Stoffe, die fehlen könnten, ist sehr lang, zu den wichtigsten würde ich diese hier zählen:
- Vitamin D (25 OH)
- Vitamin B12 (hier Holo-TC messen lassen)
- Eisen (hier Ferritin und CRP messen lassen)
- Kupfer (zu bestimmen, wenn Eisen nicht nachzieht)
- Selen (ist maßgeblich beteiligt an der Umwandlung von T4 in T3)
- Zink
- Folsäure
- B6
Täglich mindestens 600 – 800 mg elementares Magnesium zuführen. Jod ist extrem wichtig; da wir hier in unseren Breitengraden völlig unterversorgt sind, ist messen nicht nötig (und auch nur aussagekräftig über den sog. Jodsättigungstest). Hier kann einfach mit Kelp begonnen werden. Omega 3 fehlt uns auch allen. Spannend wäre auch noch das Gesamteiweiß (Blutwert) und ein Aminosäureprofil – aber das geht dann schon wirklich „ins Eingemachte“.
Da meine Erfahrungen mit Ärzten im letzten dreiviertel Jahr eher bescheiden waren, habe ich angefangen, mich selbst einzulesen. Die depressive Verstimmung, die Stimmungsschwankungen und die bleierne Müdigkeit werden schleichend weniger, je mehr Vitalstoffe ich auffülle. Literatur von Strunz und Chris Michalk kann ich da auch sehr empfehlen!
Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten
Nachtrag: Wenn man keinen Endokrinologen mit offenem Ohr hat, sind fast alle Werte IGEL-Leistung. Da ich keine Lust mehr auf Diskussionen über die „Unwichtigkeit“ dieser Dinge habe, gehe ich direkt als Selbstzahlerin in ein freies Labor.
Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten
Hallo,
eine Anmerkung zur Empfehlung von Apfelbaum: Bei der Substitution mit Nahrungsergänzungsmitteln sollte man schon vorsichtig sein, um Überdosierungen zu vermeiden.
Beispielsweise liegt der Magnesium-Bedarf für Männern bei ca. 350 mg und für Frauen bei ca. 300 mg. Laut DGE kann es bereits ab einer zusätzlichen Zufuhr von 300 mg täglich zu Überdosierungssymptomen kommen. Die 600-800 mg wären also deutlich zu viel.
Bei einer Unterfunktion der Nebenschilddrüsen kann der Bedarf höher liegen. Generell empfiehlt es sich, einen Nährstoffmangel abzuklären, bevor man auf Verdacht substituiert. Auf Ersteres hat Apfelbaum ja bereits hingewiesen.
Und ohne Schilddrüse ist der Jodbedarf deutlich geringer, weshalb eine zusätzliche Zufuhr meines Wissens nicht indiziert ist.
Liebe Grüße
- Diese Antwort wurde geändert vor 3 Jahre, 4 Monaten von butterflyEffect.
Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten
Bei der Substitution mit Nahrungsergänzungsmitteln sollte man schon vorsichtig sein, um Überdosierungen zu vermeiden. Beispielsweise liegt der Magnesium-Bedarf für Männern bei ca. 350 mg und für Frauen bei ca. 300 mg. Laut DGE kann es bereits ab einer zusätzlichen Zufuhr von 300 mg täglich zu Überdosierungssymptomen kommen. Die 600-800 mg wären also deutlich zu viel.
Stimmt, ich hätte deutlicher dazuschreiben müssen, dass ich damit meinte, diese Werte im Blut auf Mängel hin überprüfen zu lassen (und auch während des Auffüllens regelmäßig zu prüfen).
Allerdings ist der Magnesium-Wert im Blut gemessen nur eine „Momentaufnahme“ und daher für den Spiegel nicht aussagekräftig. Auch kann man Magnesium ruhig überdosieren – es ist nicht gefährlich, den individuellen Bedarf merkt man schnell an der „Porzellangrenze“. Dann einfach etwas weniger nehmen und es passt. Die Empfehlungen der DGE sind ein Durchschnittswert und definitiv nicht pauschal anwendbar.
Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten
Hallo,
auch meine Schilddrüse wurde komplett entfernt. Nun habe ich viel schlimmes im Internet gefunden, schlimme Geschichten, wie es Menschen ohne Schilddrüse geht. Das macht mir sehr Angst. Da auch ich immer noch Überfunktionssymthome habe und mich sehr unwohl fühle. Ich würde mich sehr über positive Berichte freuen.
Gibt es Menschen, die sehr gut zurechtkommen, kann man wieder Glück empfinden, auch mit den künstlichen Hormonen? Oder ist man jetzt psychisch krank – für immer?
Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten
Hallo Leni,
in Überfunktion hab ich mich damals auch nicht richtig wohl gefühlt. Beim kleinsten Anlass bin ich oft ausgeflippt. Damals habe ich festgestellt, dass ich scheinbar zu einem großen Teil hormongesteuert bin (erst mal kein schöner Gedanke).
Aber seit ich gut eingestellt bin, fühle ich mich eigentlich nicht mehr als „Psycho“ 😉
Sehr viele von uns sind komplett ohne SD, teilweise seit vielen Jahren, und leben sehr gut damit.
Also keine Sorge, es kann ein wenig dauern, aber dann ist das Leben wieder ganz normal 👍
Viele Grüße, Maria
Als Fördermitglied kannst du schon mit 5 € im Jahr unserem Verein sehr helfen!
Gemeinsam sind wir stärker!!!
Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten
Hallo Leni,
ich lebe seit Mai 20 ohne Schilddrüse und ich fühle mich absolut wohl damit. Eigentlich sogar besser als vor der OP. Vielleicht ist mein Hormonhaushalt jetzt erst in Ordnung, keine Ahnung. Bei der OP hat man auch eine leichte Entzündung der Schilddrüse gesehen. (Haschimoto?)
Ich nehme 125 Mikrogramm Euthyrox, damit sind meine Werte gut eingestellt (Supression bei Schilddrüsenkrebs) TSH 0,05 Ft3 Ft4 Hochnormal. Die Einstellung war auch unkompliziert.
Im Internet tauchen sich eher Menschen mit negativen Erfahrungen aus, was ja auch verständlich ist. Da hat man bestimmt einfach ein größeres Bedürfnis sich zu informieren und zu reden.
Also ich hoffe es beruhigt dich ein wenig, etwas positives zu hören. Vertraue auf deinen Körper. Jeder Mensch ist anders.
Lg Manuela
Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten
Hallo,
auch meine Schilddrüse wurde komplett entfernt. Nun habe ich viel schlimmes im Internet gefunden, schlimme Geschichten, wie es Menschen ohne Schilddrüse geht. Das macht mir sehr Angst. Da auch ich immer noch Überfunktionssymthome habe und mich sehr unwohl fühle. Ich würde mich sehr über positive Berichte freuen.
Gibt es Menschen, die sehr gut zurechtkommen, kann man wieder Glück empfinden, auch mit den künstlichen Hormonen? Oder ist man jetzt psychisch krank – für immer?
Hallo Leni,
mir wurde 1die Schilddrüse im Mai 1976 entfernt, da war ich sechzehn. Wirklich keine schöne Zeit, die nächsten Jahre. Ich hätte Psychoonkologie sehr gut brauchen können, aber in den Siebzigern wurden Teenager in Not schlichtweg nicht ernst genommen. Das ist heute gottseidank anders!
Gestern bin ich 63 Jahre alt geworden. Immer noch am Leben und voller Power! Treibe mein Unwesen in der Staatsanwaltschaft Berlin :). Also: nur Mut, das wird schon! Und wenn es dir schlecht geht- such dir Hilfe. Ich habe viele kennen gelernt, denen eine Traumatherapie sehr gut getan hat.
Alles Gute und liebe Grüße
Afra
Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten
Hallo,
danke für die beruhigende Antwort. Ja ich muss einfach noch mehr Geduld haben. Die OP ist erst 4 Wochen her. Meine Blutwerte sind noch nicht in Ordnung. Ich bin jetzt in eine Unterfunktion gefallen und muss von 100 auf 125 L-Tyroxin erhöhen. Mein TSH liegt bei 13,8. Ich bin sooooo müde.
Ja, ein Trauma habe ich auch. Da ich schon als Kind an den Nieren operiert wurde sind Ärzte, Krankenhäuser usw. schon immer schwierig für mich und machen ein sehr ungutes Gefühl. Die Schilddrüsen OP war schlimm für mich. Mein Kropf war sehr groß und es fehlt ein großes Stück von mir.
Aber ich muss einfach noch mehr Geduld haben und Vertrauen, dass alles wieder gut wird.
Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten
Hallo,
ich habe seit 30 Jahren viele, kleine kalte Knoten auf der Schilddrüse. Jährlich wird dies mittels Ultraschall und Blutwerte kontrolliert. Alle paar Jahre Mibi-Synthigraphie. Werte sind in Ordnung, ich habe keine Beschwerden, ausser leichte Vergrößeruung der Schilddrüse. Jetzt drängt die Ärztin auf Entfernuung der kompletten Schilddrüse. Ich hbae meine Bedenken. Ich bin mitten in den Wechseljahren und leide unter Liplymphödem an den Beinen. Jede hormonelle Veränderung kann deis verschlimmern. Das habe ich bei Beginn der Wechseljahre feststellen müssen. Fa ich gelesen habe, dass die Knoten nur in seltenen Fällen bösartig wird, würde ich gern die jährliche Untersuchung beibehalten udn nicht operieren. Hat jemand Erfahrung bei Liplymphödem und Entfernung?
Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten
Hallo,
kann man viele kleine kalte Knoten mittels Thermoablation entfernen? Wenn ja, welche Klinik macht das in der Nähe von Bitterfeld? Was gibt es für Nebenwirkungen?
Leitungsteam SHG Berlin follikulärer SD-Krebs 1997 (oxyphil), Zungengrundkrebs 2024
Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten
Hallo Gitte,
aus welchem Grund drängt dich die Ärztin nun zur Schilddrüsenoperation?
Viele Grüße
Harald
Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten
Hallo,
ich habe seit 30 Jahren viele, kleine kalte Knoten auf der Schilddrüse. Jährlich wird dies mittels Ultraschall und Blutwerte kontrolliert. Alle paar Jahre Mibi-Synthigraphie. Werte sind in Ordnung, ich habe keine Beschwerden, ausser leichte Vergrößeruung der Schilddrüse. Jetzt drängt die Ärztin auf Entfernuung der kompletten Schilddrüse. Ich hbae meine Bedenken. Ich bin mitten in den Wechseljahren und leide unter Liplymphödem an den Beinen. Jede hormonelle Veränderung kann deis verschlimmern. Das habe ich bei Beginn der Wechseljahre feststellen müssen. Fa ich gelesen habe, dass die Knoten nur in seltenen Fällen bösartig wird, würde ich gern die jährliche Untersuchung beibehalten udn nicht operieren. Hat jemand Erfahrung bei Liplymphödem und Entfernung?
Hallo Gitte , ich habe genau das gleiche Problem , wie geht es dir und hast du dich Operueren lassen ?
- Diese Antwort wurde geändert vor 10 Monaten, 3 Wochen von Harald.
Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten
Hallo an alle
Ich hatte im oktober 2024 meine SD total entfernung .
Und zuerst hatte ich auch probleme,aber jetzt bin ich super eingestellt und mir geht es viel besser als vor der op.
Ich hatte eine struma und eine grosse angst.
Lieben Gruß
Sonnenschein 1976
Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten
Hallo,
Ich bin weiblich, 40 Jahre alt. Mir wurde mit 27 Jahren auf Verdacht erst die vergrößerten Knoten, dann 2 Tage später die komplette SD entfernt, als das beprobte Gewebe einen bösartigen Tumor ergab. Dabei wurden 34 Lymphknoten vorbeugend entfernt und alle Nebenschilddrüsen zerstört. Der Chefarzt, der mich operiert hatte, sagte mir danach sehr beschwingt: “ den bösartigen Tumor habe er erfolgreich entfernt, es ist nicht mit einem Rezidiv zu rechnen und ich hätte mit Substitution von SD-Hormonen eine normale Lebenserwartung“! Ausserdem: „die Nebenschilddrüsen werden innerhalb 6 Monate wieder zusammenwachsen“! Von wegen! Die OP war in einer Münchener Fachklinik, spezialisiert auf SD-OP’s!!!
Kein Wort davon, dass die Lebensqualität bis in den Keller sinken könnte!
Somit habe ich seitdem Hypopararthyreoidismus, also keinen funktionieren Calcium- und Magnesiumspeicher mehr. Ich muss lebenslang täglich calciumreiches Wasser trinken und mehrere Kapseln Calcium u Magnesium, hochdosiertes Vitamin D und Rocaltrol einnehmen (alles Eigenleistung!) (Ausserdem noch Medikamente für die Psyche).
Habe die ersten 10 Jahre engmaschig umfangreiches Blutbild machen lassen, alle Nachsorgeuntersuchungen in LMU Klinik München und danach einige Jahre in einer endokrinologischen Münchner Fachpraxis jährliche Check-Ups machen lassen. Ausserdem noch etwa 2 mal jährlich beim Hausarzt umfangreiches Blutbild mit allen relevantenten Werten.
Mir wurde 13 Jahre lang von all diesen Ärzten gesagt, meine SD wäre gut eingestellt, mehr könne man aus ärztlicher Sicht nicht machen.
Und das, obwohl ich seit 10 Jahren Depressionen bekomnen habe, die ersten Jahre leichte, dann von Jahr zu Jahr wurde es schlimmer.
(Obwohl ich mich bewusst ernährt habe, zahlreiche NEM genommen habe und auch immer noch nehme).
Ich kämpfte mich trotz Depressionen in die Arbeit, aber alles wurde immer schwieriger aufrecht zu erhalten. Ich berichtete meinem Hausarzt jahrelang, dass ich immer mehr existenzbedrohende Probleme in der Arbeit bekomme: ständige Unpünktlichkeit morgens, Konzentrationsstörungen, mangelnde Leistungsfähigkeit, bleiernde Tagesmüdigkeit und einige mehr. Mir wurden 10 Jahre lang nur 20 – 30 mg Citalopram (viel zu wenig!) vom Hausarzt verordnet. Eine Überweisung zum Psychiater erfolgte erst 2023, bekam aber erst im Herbst 2024 einen Patientenplatz.
Heute habe ich diagnostizierte mittelschwere bis schwere Depressionen, soziale Angst mit Panikstörungen.
WICHTIG für Leute ohne Schilddrüse:
Antidepressiva und L-Thyroxin reichen nicht für einen funktionierenden Gehirnstoffwechsel!!!
Scheut euch nicht vor dem Gang zum Psychiater. Nein, man wird nicht in die Klapse eingewiesen. Behandlung erfolgt ambulant. Ausserdem braucht ihr bei beruflichen Problemen unbedingt ärztliche Atteste vom Psychiater. Hausarztatteste genügen nicht! Ausserdem bitte Schwerbehinderung nach SD-Entfernung beantragen! Diese gilt aber nur, wenn ihr bei der Bundesanstalt für Arbeit die Gleichstellung beantragt.
…… und bitte schließt vor oder kurz nach SD-Entfernung eine BERUFSUNFÄHIGKEITSVERSICHERUNG ab!
Mir haben all meine Ärzte all die Jahre nicht andeutungsweise gesagt, dass nach SD-Entfernung psychische Probleme entstehen können oder gar zu Berufsunfähigkeit führen können.
Ich habe keine BU-Versicherung und bin als alleinstehender Alleinverdiener momentan in der Situation dass ich immer weniger verdiene, bald den Kredit für das Eigenheim (für mein Kind und mich) nicht mehr bedienen kann und bald alles verlieren werde, das ich mir als alleinerziehende Mama allein erarbeitet habe.
Übrigens: in der FAZ gibt es einen sehr interessanten Zeitungsartikel (online) darüber, dass viele Menschen mit bösartigem SD-Krebs jahrzehntelang leben können, da dieser extrem langsam wächst und selten Metastasen streut.
Heute würde ich erst eine Biopsie machen lassen, bevor ich den Versprechungen, dass eine Tablette das fehlende Organ problemlos ersetzen kann, glaube.
Vergesst nicht: Für Krankenhäuser, vorallem auf OP- spezialisierte Krankenhäuser wie z. B. das MM in München sind OPs ein extrem lukratives Geschäft. Es wird bei Erstvorstellung im OP-Krankenhaus IMMER zur OP geraten, weil das die einzige Einnahmequelle ist!!!!
Alles Gute für Eure Gesundheit.
Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten
Hi,
erst einmal tut es mir leid zu lesen, was du in den letzten 13 Jahren durchmachen musstest. Mit ständigen Schmerzen, schwerer Depression und Existenzängsten zu kämpfen, raubt einem viel Kraft.
Dein Appell bezüglich der Psyche ist extrem wichtig!
Der Einfluss der Schilddrüsenhormone auf den Gehirnstoffwechsel wird oft unterschätzt. Dass du anderen rätst, sich frühzeitig psychiatrische Hilfe zu holen und sich nicht abwimmeln zu lassen, ist ein sehr wertvoller Rat!
Für andere Mitleser, die vielleicht gerade frisch ihre Diagnose bekommen haben, möchte ich aber ein paar medizinische und rechtliche Dinge ergänzen und richtigstellen, damit hier keine Missverständnisse entstehen.
Man kann eine BU leider nicht kurz nach der Schilddrüsenentfernung, einer Krebsdiagnose oder bei bestehenden Depressionen abschließen. Die Versicherungen lehnen einen dann ab oder schließen genau diese Krankheiten aus. Eine BU muss man abschließen, solange man noch völlig gesund ist.
Ein GdB ab 50 gilt automatisch als Schwerbehinderung. Man muss dafür keine Gleichstellung beim Arbeitsamt beantragen. Die Gleichstellung ist nur für Menschen gedacht, die „nur“ einen GdB von 30 oder 40 haben und auf der Arbeit den gleichen Schutz wie Schwerbehinderte brauchen.
Ein postoperativer Hypoparathyreoidismus ist eine schwere, anerkannte chronische Erkrankung. Verschreibungspflichtige Medikamente wie Rocaltrol und auch die Calciumpräparate müssen bei nachgewiesenem Mangel eigentlich von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden. Bitte sprich deinen Endokrinologen oder Hausarzt nochmal auf ein Kassenrezept an du solltest das nicht alles selbst zahlen müssen!
Es stimmt, dass man bei winzigen Tumoren also unter 1cm heute oft erst einmal abwartet. Eine Biopsie ist fast immer sinvoll.
Du schreibst es wurden 34 Lymphknoten entfernt, waren diese auch Positiv? Was war deine TNM Klassifikation?
Wenn du weitere Fragen hast frag gerne, ggf kann ich dir bei dem ein oder anderen Punkt noch weiterhelfen.
Ich habe zwar einen Medizinischen Background bin aber kein Arzt!
Bitte im Zweifel immer alles ärztlich abklären lassen und nicht blind auf das Forum vertrauen.
- Diese Antwort wurde geändert vor 2 Wochen, 2 Tage von Osmose.
Geburtstage
Heute haben keine Nutzer*innen Geburtstag.
In den nächsten Tagen haben 4 Nutzer*innen Geburtstag
Zur Zeit aktiv
Insgesamt sind 70 Benutzer*innen online: 0 Nutzer*innen und 70 Gäste.