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Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten

Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten

| Beitrags-ID: 435272
  1. Hallo an alle!

Mein Freund hatte vor nun 2 Jahren seine Schilddrüsen op – diese wurde komplett entfernt.

Er hat sich stark verändert und da ich mir nun wirklich nicht mehr weiter zu helfen weiß hab ich nun diese Forum gefunden und möchte mich schon jetzt recht herzlich für die Informationen und Hilfe bedanken!

Er hat starke Stimmungsschwankungen – reagiert oft sehr aggressiv oder depressiv – kann das wirklich mit der Entfernung der Schilddrüse – nach dieser Zeit – Zusammenhängen? Gibt es Leute die ähnliches erlebt haben? Tabletten sind eingestellt er nimmt Euthyrox.

Nun hab ich von einer Kundin gehört die nicht nur die Hormon Tabletten nimmt sondern auch einiges an Vitaminen zuführt seit der op – gibt es da eine Liste auf was man achten sollte?
Weder in der Klinik noch vom Arzt wurde so etwas erwähnt.

Vielen Dank für eure Hilfe!
lg Yvonne

InSeNSU
Moderator
Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten

| Beitrags-ID: 435275

Hallo Yvonne,

eine wichtige Frage ist, ob bei der OP die Nebenschilddrüsenfunktion intakt geblieben ist. Man sieht das am Calciumwert im Blut und am Parathormon.

Unbehandelter Calciummangel im Blut kann (neben diversen körperlichen Symptomen) auch zu Ängstlichkeit oder Aggressivität und auch zu depressiver Verstimmung führen.

Über das Krankheitsbild des postoperativen Hypoparathyreoidismus (so heißt es, wenn die Nebenschilddrüsenfunktion gestört ist) findest du ausführliche Informationen hier im Wissenbereich und auf der Webseite des Netzwerkes Hypopara (www.hypopara.de ), z.B. dies:

https://www.sd-krebs.de/wp-content/uploads/2022/10/Merkblatt_Hypopara_20210615.pdf

Die Nebenschilddrüsenunterfunktion läßt sich medikamentös behandeln. Vielleicht könnte sich ggfs damit die Lebensqualität deines Freundes verbessern.

Viele Grüße

Frauke

 

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Maria2
Moderator
pap. Karzinom pT3 tall-cell-Variante

Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten

| Beitrags-ID: 435290

Hallo Yvonne,

wenn die Hormondosis noch nicht passt, kann das durchaus solche Symptome auslösen. Wichtig wäre dafür allerdings, seine Werte zu kennen (TSH, fT3, fT4).

Eine Einnahme von Vitaminpräparaten hat dagegen nichts mit einer SD-OP zu tun. Generell bin ich da bei einer wahllosen Einnahme eher skeptisch.

Viele Grüße, Maria

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Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten

| Beitrags-ID: 435292

Guten morgen!
Vielen Dank für eure schnellen Antworten! Hab gestern noch angefangen den Entlassungsbrief nach der op zu suchen da ich ja nicht mal weiß ob auch die nebenschilddrüse entfernt wurde – es hieß nur komplett… sonst rufe ich morgen beim Arzt der operiert hat nochmal an. Der nächste Termin nun in einer anderen Klinik ist erst im März – werde aber schauen das er nochmal zum Hausarzt geht den Wert anschauen lassen – bin mir auch nicht sicher ob Calcium je angeschaut wurde – aber dann werde ich das nun extra dazu sagen, vielen Dank auch für die links!

Aber so geht es nicht mehr weiter – muss auch für mich wissen ob es wirklich noch an der op hängt oder ob man sich einfach so geändert hat…

Vielen dank erstmal!
Glg Yvonne

Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten

| Beitrags-ID: 435482

Hi,

ein Vitamin- und Mineralienmangel ist naheliegend (da bei uns in Deutschland weit verbreitet), hat aber nichts mit der Entfernung der Schilddrüse zu tun. Trotzdem kann ein Auffüllen aller wichtigen Stoffe helfen, die Hormone (T4) aus der Schilddrüsentablette besser umzuwandeln (T3).

Die Lister der Stoffe, die fehlen könnten, ist sehr lang, zu den wichtigsten würde ich diese hier zählen:

  • Vitamin D (25 OH)
  • Vitamin B12 (hier Holo-TC messen lassen)
  • Eisen (hier Ferritin und CRP messen lassen)
  • Kupfer (zu bestimmen, wenn Eisen nicht nachzieht)
  • Selen (ist maßgeblich beteiligt an der Umwandlung von T4 in T3)
  • Zink
  • Folsäure
  • B6

Täglich mindestens 600 – 800 mg elementares Magnesium zuführen. Jod ist extrem wichtig; da wir hier in unseren Breitengraden völlig unterversorgt sind, ist messen nicht nötig (und auch nur aussagekräftig über den sog. Jodsättigungstest). Hier kann einfach mit Kelp begonnen werden. Omega 3 fehlt uns auch allen. Spannend wäre auch noch das Gesamteiweiß (Blutwert) und ein Aminosäureprofil – aber das geht dann schon wirklich „ins Eingemachte“.

Da meine Erfahrungen mit Ärzten im letzten dreiviertel Jahr eher bescheiden waren, habe ich angefangen, mich selbst einzulesen. Die depressive Verstimmung, die Stimmungsschwankungen und die bleierne Müdigkeit werden schleichend weniger, je mehr Vitalstoffe ich auffülle. Literatur von Strunz und Chris Michalk kann ich da auch sehr empfehlen!

Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten

| Beitrags-ID: 435484

Nachtrag: Wenn man keinen Endokrinologen mit offenem Ohr hat, sind fast alle Werte IGEL-Leistung. Da ich keine Lust mehr auf Diskussionen über die „Unwichtigkeit“ dieser Dinge habe, gehe ich direkt als Selbstzahlerin in ein freies Labor.

Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten

| Beitrags-ID: 435491

Hallo,

eine Anmerkung zur Empfehlung von Apfelbaum: Bei der Substitution mit Nahrungsergänzungsmitteln sollte man schon vorsichtig sein, um Überdosierungen zu vermeiden.

Beispielsweise liegt der Magnesium-Bedarf für Männern bei ca. 350 mg und für Frauen bei ca. 300 mg. Laut DGE kann es bereits ab einer zusätzlichen Zufuhr von 300 mg täglich zu Überdosierungssymptomen kommen. Die 600-800 mg wären also deutlich zu viel.

Bei einer Unterfunktion der Nebenschilddrüsen kann der Bedarf höher liegen. Generell empfiehlt es sich, einen Nährstoffmangel abzuklären, bevor man auf Verdacht substituiert. Auf Ersteres hat Apfelbaum ja bereits hingewiesen.

Und ohne Schilddrüse ist der Jodbedarf deutlich geringer, weshalb eine zusätzliche Zufuhr meines Wissens nicht indiziert ist.

Liebe Grüße

  • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 3 Wochen von butterflyEffect.
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Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten

| Beitrags-ID: 435496

Bei der Substitution mit Nahrungsergänzungsmitteln sollte man schon vorsichtig sein, um Überdosierungen zu vermeiden. Beispielsweise liegt der Magnesium-Bedarf für Männern bei ca. 350 mg und für Frauen bei ca. 300 mg. Laut DGE kann es bereits ab einer zusätzlichen Zufuhr von 300 mg täglich zu Überdosierungssymptomen kommen. Die 600-800 mg wären also deutlich zu viel.

Stimmt, ich hätte deutlicher dazuschreiben müssen, dass ich damit meinte, diese Werte im Blut auf Mängel hin überprüfen zu lassen (und auch während des Auffüllens regelmäßig zu prüfen).

Allerdings ist der Magnesium-Wert im Blut gemessen nur eine „Momentaufnahme“ und daher für den Spiegel nicht aussagekräftig. Auch kann man Magnesium ruhig überdosieren – es ist nicht gefährlich, den individuellen Bedarf merkt man schnell an der „Porzellangrenze“. Dann einfach etwas weniger nehmen und es passt. Die Empfehlungen der DGE sind ein Durchschnittswert und definitiv nicht pauschal anwendbar.

Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten

| Beitrags-ID: 437854

Hallo,

auch meine Schilddrüse wurde komplett entfernt. Nun habe ich viel schlimmes im Internet gefunden, schlimme Geschichten, wie es Menschen ohne Schilddrüse geht. Das macht mir sehr Angst. Da auch ich immer noch Überfunktionssymthome habe und mich sehr unwohl fühle. Ich würde mich sehr über positive Berichte freuen.

Gibt es Menschen, die sehr gut zurechtkommen, kann man wieder Glück empfinden, auch mit den künstlichen Hormonen? Oder ist man jetzt psychisch krank – für immer?

Maria2
Moderator
pap. Karzinom pT3 tall-cell-Variante

Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten

| Beitrags-ID: 437864

Hallo Leni,

in Überfunktion hab ich mich damals auch nicht richtig wohl gefühlt. Beim kleinsten Anlass bin ich oft ausgeflippt. Damals habe ich festgestellt, dass ich scheinbar zu einem großen Teil hormongesteuert bin (erst mal kein schöner Gedanke).

Aber seit ich gut eingestellt bin, fühle ich mich eigentlich nicht mehr als „Psycho“ 😉

Sehr viele von uns sind komplett ohne SD, teilweise seit vielen Jahren, und leben sehr gut damit.

Also keine Sorge, es kann ein wenig dauern, aber dann ist das Leben wieder ganz normal 👍

Viele Grüße, Maria

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Maan
Nutzer*In

Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten

| Beitrags-ID: 437868

Hallo Leni,

ich lebe seit Mai 20 ohne Schilddrüse und ich fühle mich absolut wohl damit. Eigentlich sogar besser als vor der OP. Vielleicht ist mein Hormonhaushalt jetzt erst in Ordnung, keine Ahnung. Bei der OP hat man auch eine leichte Entzündung der Schilddrüse gesehen. (Haschimoto?)

Ich nehme 125 Mikrogramm Euthyrox, damit sind meine Werte gut eingestellt (Supression bei Schilddrüsenkrebs) TSH 0,05 Ft3 Ft4 Hochnormal. Die Einstellung war auch unkompliziert.

Im Internet tauchen sich eher Menschen mit negativen Erfahrungen aus, was ja auch verständlich ist. Da hat man bestimmt einfach ein größeres Bedürfnis sich zu informieren und zu reden.

Also ich hoffe es beruhigt dich ein wenig, etwas positives zu hören. Vertraue auf deinen Körper. Jeder Mensch ist anders.

Lg Manuela

 

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Afra1976
SD-Krebs, Entfernung 1976

Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten

| Beitrags-ID: 439210

Hallo,

auch meine Schilddrüse wurde komplett entfernt. Nun habe ich viel schlimmes im Internet gefunden, schlimme Geschichten, wie es Menschen ohne Schilddrüse geht. Das macht mir sehr Angst. Da auch ich immer noch Überfunktionssymthome habe und mich sehr unwohl fühle. Ich würde mich sehr über positive Berichte freuen.

Gibt es Menschen, die sehr gut zurechtkommen, kann man wieder Glück empfinden, auch mit den künstlichen Hormonen? Oder ist man jetzt psychisch krank – für immer?

Hallo Leni,

mir wurde 1die Schilddrüse im Mai 1976 entfernt, da war ich sechzehn. Wirklich keine schöne Zeit, die nächsten Jahre. Ich hätte Psychoonkologie sehr gut brauchen können, aber in den Siebzigern wurden Teenager in Not schlichtweg nicht ernst genommen. Das ist heute gottseidank anders!

Gestern bin ich 63 Jahre alt geworden. Immer noch am Leben und voller Power! Treibe mein Unwesen in der Staatsanwaltschaft Berlin :). Also: nur Mut, das wird schon! Und wenn es dir schlecht geht- such dir Hilfe. Ich habe viele kennen gelernt, denen eine Traumatherapie sehr gut getan hat.

Alles Gute und liebe Grüße

Afra

Antwort auf: Ohne Schilddrüse leben – was ist zu beachten

| Beitrags-ID: 439487

Hallo,

danke für die beruhigende Antwort. Ja ich muss einfach noch mehr Geduld haben. Die OP ist erst 4 Wochen her. Meine Blutwerte sind noch nicht in Ordnung. Ich bin jetzt in eine Unterfunktion gefallen und muss von 100 auf 125 L-Tyroxin erhöhen. Mein TSH liegt bei 13,8. Ich bin sooooo müde.

Ja, ein Trauma habe ich auch. Da ich schon als Kind an den Nieren operiert wurde sind Ärzte, Krankenhäuser usw. schon immer schwierig für mich und machen ein sehr ungutes Gefühl. Die Schilddrüsen OP war schlimm für mich. Mein Kropf war sehr groß und es fehlt ein großes Stück von mir.

Aber ich muss einfach noch mehr Geduld haben und Vertrauen, dass alles wieder gut wird.

Anonym
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