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Papilläre Neoplasie – Abwarten/Wie schnell wieder fit?

  • Dieses Thema hat 6 Antworten und 4 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert 14.04.2026 - 21:42 von Wyse.

Papilläre Neoplasie – Abwarten/Wie schnell wieder fit?

| Beitrags-ID: 484700

Hallo zusammen,

bei mir wurde vor knapp 1 Jahr einen SD Knoten (ca. 1.2cm x 1cm) durch den HA entdeckt; Damals wurde die Devise gefahren wir schauen in 6 Monaten nochmal – gesagt getan; Knoten unverändert also nochmal in 6 Monaten … ja immer noch unverändert.

Auf eigenen Wunsch von mir haben wir nun doch eine Szinti gemacht -> Kalter Knoten und nun die Erkentnis das nach einer Feinnadelbiopsie das Ergebnis rauskam: Papilläre Neoplasie – Möglicherweise Karzinom.

Nun habe ich quasi das ganze Jahr durchgeplant und hatte verdammt viel vor… Nachdem das ganze bislang komplett ambulant war und ich quasi noch bei 0 Stehe was OP Termin und co angeht stellt sich mir schon die Frage: Kann man da noch 4-6 Wochen „warten“ oder muss das Teil sofort raus?

Bzgl. Sono, Blutbild und co ist alles sehr unauffällig und faktisch das Ganze ein kompletter Zufallsbefund. Klar mir ist durchaus bewusst, dass es ein Risiko ist, andererseits erachte ich das Jahr quasi als gelaufen…

Antwort auf: Papilläre Neoplasie – Abwarten/Wie schnell wieder fit?

| Beitrags-ID: 484701

Aus medizinischer Sicht kannst du in aller Regel problemlos noch 4 bis 6 Wochen mit der OP warten. Papilläre Schilddrüsenkarzinome wachsen extrem langsam, was man bei dir ja auch daran sieht, dass sich der Knoten im letzten Jahr nicht verändert hat.

Hier kommt es nicht auf ein paar Wochen an. Ob der Knoten jetzt oder in 2 Monaten entfernt wird, ändert an deinen ohnehin hervorragenden Heilungschancen nichts. Oft betragen die Wartezeiten in guten Fachkliniken ohnehin einige Wochen. Besprich deinen Zeitplan einfach offen bei der Terminvergabe du musst dein Jahr also nicht zwingend über Bord werfen.

Ich habe zwar einen Medizinischen Background bin aber kein Arzt!

Bitte im Zweifel immer alles ärztlich abklären lassen und nicht blind auf das Forum vertrauen.

Antwort auf: Papilläre Neoplasie – Abwarten/Wie schnell wieder fit?

| Beitrags-ID: 484703

Ich kann die Gedanken gut verstehen. Hatte sowohl von Radiologe als auch Endokrinologin die Empfehlung zur OP. Der Radiologe meinte, das sei nicht zeitkritisch und hat mir bestätigt, dass eine OP im Sommer reicht. Das wäre mir sehr entgegen gekommen, da ich im Mai noch größere sportliche Pläne hatte. Die Endokrinologin hingegen meinte, ich solle es nicht auf die lange Bank schieben. Ich habe es also doch direkt in Angriff genommen. Im Krankenhas haben sie mir dann bestätigt, dass das die richtige Entscheidung war, da sie bereits beim Ultraschall sicher waren, dass es ein Karzinom mit Lymphknotenbefall ist (hat sich bei der OP bestätigt).

Aber wie Osmose gesagt hat: Das geht trotzdem nicht von heute auf morgen. Ich habe in München im Martha Maria einen OP Termin innerhalb von 3-4 Wochen bekommen. Deine gewünschten 4-6 Wochen sind also realistisch.

Und warum sollte das Jahr gelaufen sein? Es ist sicher individuell unterschiedlich, aber ich konnte eine Woche nach OP wieder arbeiten und auch wieder mit Sport beginnen. Die Radiojodtherapie vor einer Woche hat mich auch nicht beeinträchtigt. Und alle Ärzte ermutigen mich, dass ich meine sportlichen Pläne im Mai durchziehen kann.

Insofern: Such dir einen Termin in den kommenden Wochen, der zeitlich passt, und halte deine Pläne trotzdem aufrecht 😉

Antwort auf: Papilläre Neoplasie – Abwarten/Wie schnell wieder fit?

| Beitrags-ID: 484704

Danke für die Antworten. Interessehalber: Wie waren die Erfahrungen mit Martha Maria? Ich muss nächste Woche erstmal Erstgespräche ausmachen. Mir wurde mehrfach Martha Maria empfohlen bzw. Alternativ der dritte Orden.

Eigentlich wollte ich die Anfang Mai 3 Wochen nach Skandinavien. Klar Reiserücktritt und co wäre eine Option aber es war ein riesiger Traum der erstmal in eine weite Ferne gerückt ist. Zudem war eigentlich ein Segeltrip im August geplant 😣 Aktuell bin ich etwas frustriert was die Situation angeht und ärgere mich schon, dass ich nicht letztes Jahr mehr Aktionismus an den Tag gelegt habe.

Antwort auf: Papilläre Neoplasie – Abwarten/Wie schnell wieder fit?

| Beitrags-ID: 484705

Ich war im Martha Maria sehr zufrieden. Kenne auch im Bekanntenkreis zwei Leute, die kürzlich dort operiert wurden und ebenfalls zufrieden waren. Dritter Orden wurde mir auch als Alternative genannt, da kenne ich aber niemanden, der in letzter Zeit dort war.

Ehrlich gesagt verstehe ich nicht ganz das Problem. Natürlich machst Du den Skandinavien-Trip, und die OP dann bald danach. Der Segeltrip im August ist dann sicher auch möglich!

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HaraldBundesgeschäftsführer
Leitungsteam SHG Berlin
follikulärer SD-Krebs 1997 (oxyphil), Zungengrundkrebs 2024

Antwort auf: Papilläre Neoplasie – Abwarten/Wie schnell wieder fit?

| Beitrags-ID: 484715

Hallo,

also der Tumor zählt mit 1,2 cm nicht mehr zu den papillären Mikrokarzinomen (PTMC) <=1,0 cm .

Allerdings hat man in der neuen WHO-Klassifikation diese Kategorie aufgehoben, da es sowohl Mikrokarzinome gibt mit aggressiver Histologie, die früh Metastasen bilden als auch papilläre Schilddrüsenkarzinome größer 1 cm, die sich weniger aggressiv verhalten.

In der deutschen S3-Leitlinie Schilddrüsenkarzinom wird für das  PTMC auch die Beobachtung empfohlen (Empfehlung 5.2):

Ein isoliertes unifokales PTMC ohne aggressive zytologische Merkmale und ohne Risikofaktoren kann beobachtet werden, wenn sich der Patient > 30 Jahre im Rahmen eines „informed consent“-Aufklärungsprozesses unter Berücksichtigung insbesondere der Größen- und der Altersabhängigkeit des Rezidivrisikos dafür entscheidet.


Expertenkonsens (EK), Starker Konsens (100%)

Bei größeren Tumoren wird die Beobachtung in der deutschen S3-Leitlinie nicht empfohlen. Allerdings kann die Hemithyreodektomie ausreichend sein, wenn keine weiteren Risikofaktoren vorliegen (Empfehlung 5.8)

In begründeten Fällen kann beim PTC pT1b/pT2 die Hemithyreoidektomie eine Therapiestrategie darstellen, insofern keine Risikofaktoren wie Angioinvasion, Lymphknotenmetastasen, Kapselinfiltration, familiäre Prädisposition oder vorausgegangene Bestrahlung vorliegen.


Empfehlungsgrad 0 [offene Empfehlung „kann“], Evidenzlevel 2b, Starker Konsens (96%)

Wichtig ist also für dich, dass keine weiteren Risikofaktoren vorliegen. Dies müsstest Du dann mit einem Experten für Schilddrüsenkrebs besprechen, der Erfahrung mit Ultraschall beim Schilddrüsenkrebs hat, und entsprechend auch die Lymphknoten im Halsbereich mit Ultraschall untersucht. Auch wird in der neuen S3-Leitlinie gefordert, dass ein Tumorboard eine Empfehlung über das Ausmaß der Operation abgibt (Empfehlung 5.1)

Bei klinischem Verdacht auf ein Schilddrüsenkarzinom sollte der Fall in einem interdisziplinären Tumorboard vorgestellt und das Procedere individuell beraten und empfohlen werden.


Expertenkonsens, Konsens (87%)

Auch die amerikanische Leitlinie von 2025 empfiehlt, beobachten nur für Tumore T1a (das sind Karzinome <= 1 cm).
Also wie die anderen schon geschrieben haben, ist eile nicht notwendig, aber länger beobachten (mit Ultraschall all 6 Monate für 1 bis 2 Jahre) ist nicht empfohlen.

Viele Grüße
Harald

  • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Woche, 4 Tage von Harald.
Wyse
Gast

Antwort auf: Papilläre Neoplasie – Abwarten/Wie schnell wieder fit?

| Beitrags-ID: 484875

Also ich hatte Bethesda Rating 5 und alle haben Panik gemacht, immer wieder davon geredet, dass während der OP entschieden wird die ganze SD zu entfernen und alle Lymphknoten dazu. Am Ende war es nix und ich war 7 Tage nach der OP wieder am Arbeitsplatz und nach 10 wieder im Fitness, nach 14 wieder laufen. Ich würde erst mal die OP abwarten.

Anonym
Gast

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