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Über- oder Unterfunktion?

  • Dieses Thema hat 8 Antworten und 4 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert 26.07.2022 - 16:53 von Anonym.
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Anonym
Inaktiv

Über- oder Unterfunktion?

| Beitrags-ID: 424375

Hallo und danke, dass ich hier sein darf, auch wenn ich noch eine SD habe.

Seit ca. 2,5 Jahren habe ich hauptsächlich nachts schlimme Herzrhythmusstörungen bis hin zum Vorhofflimmern. Ich war bei 3 Kardiologen, das Herz ist altersentsprechend in Ordnung.
Seit ca. einem Jahr ist TSH ganz leicht erniedrigt, T4 und T3 sind in der Norm. Die Nuklearmedizinerin fand etliche Zysten in der SD und rät jetzt zur RJT.
Heute war ich zur Voruntersuchung in der Klinik, alle Blutwerte sind in der Norm, TSH aber im unteren Bereich. Die Ärzte berieten sich und empfehlen mir trotzdem eine RJT. Die aktuellen Blutbefunde habe ich nicht, die bekommt mein Hausarzt. Ich hänge aber mal die vom Mai und Juni 2022 an.
Ich bin nun verunsichert. Eine RJT ist zwar relativ einfach durchzuführen, aber dennoch ein invasiver Eingriff. Allerdings sind die Herzprobleme auch erheblich, im Langzeit-EKG komme ich z. B. auf 10.000 Extrasystolen, und ich spüre jede einzelne, was zu stundenlanger Schlaflosigkeit führt.
Was mich auch wundert: Ich habe innerhalb von 2 Jahren 8 kg zugenommen! Ich friere schnell, beides passt ja nicht zu einer Überfunktion.
Was meint ihr zu all dem? Danke für jeden Ratschlag!

Liebe Grüße
Elke
https://up.picr.de/44033636ax.jpg

https://up.picr.de/44033635tu.jpg

InSeNSU
Moderator
Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Über- oder Unterfunktion?

| Beitrags-ID: 424376

Liebe Elke,

willkommen im Forum!

Zu der Schilddrüsenproblematik werden sicher noch kompetentere Leute hier antworten. Mein „‚Fachgebiet“ sind die Nebenschilddrüsen und der Calciumhaushalt. Sind alle Elektrolyte im Normbereich?

Calcium ist ja genau wie die anderen Elektrolyte (Kalium, Natrium, Magnesium,…) wichtig für die richtige elektrische Reizleitung im Blut. „Kurzschlüsse“, die im EKG zun sehen sind, können somit auch von Störungen im Elektrolyt-Haushalt kommen. Kaliummangel oder -überschuss ist für die Herzfunktion ebenfalls sehr problematisch.

Da die Störungen besonders nachts auftreten, sollte unbedingt auch geprüft werden, ob eine Schlafapnoe vorliegt. Die kann durch den zeitweisen Sauerstoffmangel auch zu erheblichen Puls- und Blutdruckspitzen führen. Die Blutgase werden zusätzlich gestört und der  Elektrolyt-Haushalt durch pH-Wert-Veränderungen durcheinandergebracht.

Schlafapnoe-Messungen können heute auch ambulant mit selbst anzulegenden Geräten gemacht werden. Ansprechpartner dafür sind Lungen- oder HNO-Ärzte.

Bei der Entscheidung für oder gegen eine Sd-OP kann dir ansonsten vielleicht auch eine wenig unsere Broschüre zu Schilddrüsenknoten helfen:

Wiki: Broschüre: Knoten der Schilddrüse und ihre Behandlung

Viele Grüße

Frauke

 

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  • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Wochen, 6 Tage von Harald.
    Diese Antwort wurde 2-mal bearbeitet.
Anonym
Inaktiv

Antwort auf: Über- oder Unterfunktion?

| Beitrags-ID: 424379

Hallo liebe Frauke,

vielen Dank für deine Rückmeldung!

Die Elektrolyte sind im Juni (und auch vorher mehrmals) getestet worden und völlig in Ordnung, ebenso das PTH:

PTH Parathormon Vollblut venös:  29.7 ng/l (Ref. 16 – 65)

Danke auch für den Link, den lese ich mir sofort durch!

Liebe Grüße
Elke

Anonym
Inaktiv

Antwort auf: Über- oder Unterfunktion?

| Beitrags-ID: 424383

Ich habe vergessen auf die Schlafapnoe einzugehen. Die Herzrhythmusstörungen beginnen meist dann, wenn ich ins Bett gehe. Ich bin dann noch eine ganze Weile wach und das Herz fängt an zu poltern. Zusätzlich werde ich vom Poltern während des Schlafs geweckt. Ich stehe dann auf und setze mich auf den Heimtrainer, bringe den Puls auf ca. 130 und die Rhythmusstörungen sind weg. Dann lege ich mich wieder hin, wenige Minuten später geht es erneut los. Nun kann ich ja nicht die ganze Nacht auf dem Heimtrainer sitzen. 😉
Was noch auffällig ist: Ich habe immer mal wieder Phasen völlig ohne Herzpoltern, dann bin ich ein paar Wochen lang wie befreit, und plötzlich geht es wieder los. Tagsüber bin ich meist im normalen Sinusrhythmus, aber auch da kann es schonmal zu starken Störungen bis hin zum Vorhofflimmern kommen, aber sehr selten.

Antwort auf: Über- oder Unterfunktion?

| Beitrags-ID: 424415

Hallo,

hast Du mal darauf geachtet, was du isst.

Sehr jodhaltige Nahrung (Meeresfisch, Sushi, Algenprodukte, Nahrungsergänzungsmittel, jodhaltige Medikament) können Symptome einer Überfunktion verursachen.

Oder auch unbewussten Einnahme von Würsten oder Mitteln zur Gewichtsabnahme, denen heimlich Schilddrüsenhormone beigemengt sind: siehe Forenthema: Schilddrüsenhormone in Lebensmitteln

Viele Grüße,

Harald

 

Anonym
Inaktiv

Antwort auf: Über- oder Unterfunktion?

| Beitrags-ID: 424418

Hallo Harald,

ich ernähre mich seit über 25 Jahren vegetarisch, nehme keine Medikamente außer Trusopt zur Drucksenkung der Augen. Als NEM nur Vitamin D mit K2 und Magnesium, alles ohne Jod. Mittel zur Gewichtsabnahme habe ich noch nie genommen. Ich bin wirklich ratlos…

Danke für deine Tipps!

Liebe Grüße
Elke

InSeNSU
Moderator
Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Über- oder Unterfunktion?

| Beitrags-ID: 424448

Hallo Elke,

Ist dein Vitamin B12-Spiegel trotz Vegetarismus in Ordnung?

Die Lage-Abhängigkeit bei dir bringt mich drauf: Im Hals hat man Druckrezeptoren, die dafür sorgen, dass der Blutdruck an die Lage/Stellung des Körpers im Raum angepasst bleibt. Ist deine Halswirbelsäule in Ordnung? Vielleicht wirkt da sowas wie ein Nerven-Reiz durch ein mechanisches Problem der HWS, der dann die Tachykardie auslöst. Das würde auch erklären, dass es nur phasenweise auftritt, weil die Körperstatik nur manchmal (nach Überlastung, Fehlhaltung?) gestört ist.

-Ist nur so eine Idee, aber vielleicht lohnt weiteres Forschen in die Richtung. Ansprechpartner wär dann übrigens weniger der Orthopäde als ein Neurochirurg.

Viele Grüße

Frauke

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  • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Wochen, 5 Tage von InSeNSU.
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Lottilein
Moderator
pap. SD-Ca 4b N1M1, Hypopara

Antwort auf: Über- oder Unterfunktion?

| Beitrags-ID: 424506

Hallo Elke,

ich verstehe nicht, was man sich von einer RJT verspricht, wenn Dein Schilddrüsenstoffwechel okay ist. Du hast ja Werte gepostet. Dein Ft4 ist sogar eher unten im Referenzbereich. Das Labor vom Mai setzt die Grenze vom TSH höher an als das vom Juni, so dass Du ein Mal drunter liegst.

Wenn man jetzt Schilddrüsengewebe durch eine RJT zerstört, was soll sich dann bessern? Es ist doch von den Werten her nichts schlecht? Vielleicht rutschst Du dann in die Unterfunktion und dann muss man Thyroxin geben, was Du jetzt nicht brauchst.

Ich bin ja keine Ärztin, nur jahrzehntelange Patientin, aber ich kapier es echt nicht.

Liebe Grüße

Lotti

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Anonym
Inaktiv

Antwort auf: Über- oder Unterfunktion?

| Beitrags-ID: 424805

Hallo Lotti und alle anderen,

sorry, dass ich mich jetzt erst wieder melde. Ich wollte abwarten, was ein Arzt sagt, den ich noch zusätzlich privat aufgesucht habe.

Mein Hauptproblem sind ja diese schlimmen Herzrhythmusstörungen, die mich nachts nicht schlafen lassen. Ich spüre sie nicht nur, ich höre sie auch, da ich einen pulssynchronen Tinnitus habe. Diese sollen (nach Aussage der vorherigen Ärzte) nach der RJT verschwinden, eine Garantie gibt man mir aber nicht, klar.

Nun war ich gestern bei diesem anderen Arzt, er ist Radiologe und hat sich auf die SD spezialisiert. Er schallte die SD, bestätigt die Knoten und Zysten, ich habe den Bericht auch schon vorliegen. Er rät auch zunächst von der RJT ab und meint, dass ich es erstmal mit Medikamenten versuchen soll. Wenn diese nichts bringen, muss man weiterdenken.

Was sagt ihr zu seinem Therapievorschlag?

„Ex juvantibus: Einnahme von 2,5mg Carbimazol und 25µg L-Thyroxin. L-Thyroxin sollte morgens eine
halbe Stunde vor dem Frühstück auf nüchternen Magen, jeden Tag um die gleiche Zeit eingenommen
werden. Das Ziel ist die Reduktion von T3 und Ersatz durch T4 (zur Vermeidung eines strumigenen
Effekts). Ggf. kann im Falle einer zu hohen PF das L-Thyroxin auf 12,5µg reduziert werden.
Sollte die kombinierte Therapie (‚block and replace‘) effektvoll sein, wären die autonomen Zellnester
doch von klinischer Bedeutung.“

Im Grunde widersprechen sich ja die beiden Medikamente, ich kenne es so von Katzen, aber er hat es mir eben mit diesem „block and replace- Effekt“ erklärt, was mir auch einleuchtet.

Liebe Grüße
Elke

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Anonym
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