Warum keine Feinnadelpunktion?
- Dieses Thema hat 4 Antworten und 3 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert 16.04.2026 - 08:31 von
Lina30.
Warum keine Feinnadelpunktion?
Liebes Forum,
ich bin 45, habe Hashimoto und bei mir wurde vor ca. 7-8 Jahren im Rahmen der regelmäßigen Kontrollen ein kleiner Knoten in der rechten Schilddrüse entdeckt, damals knapp unter 1 cm.
Der Knoten war über viele Jahre weitgehend unauffällig und ist nur sehr langsam gewachsen. Eine MIBI-Szintigrafie vor ca. 5 Jahren war ebenfalls unauffällig.
Im letzten Jahr hat der Knoten dann deutlicher zugelegt. Der Verlauf war ungefähr so:
- 2021 noch unter 1 cm
- Anfang 2025 ca. 1,5 x 1,1 x 1,6 cm
- aktuell knapp über 2 cm
Eine MIBI-Szintigrafie vor 3 Wochen zeigte jetzt eine leichte persistierende Mehrspeicherung bzw. moderat gesteigerte Aktivität. Im Ultraschall wurde der Knoten zuletzt als TIRADS 4 eingestuft. Beschrieben wurden leichte Verkalkungen und ein schwacher Halo am Rand. Calcitonin war immer im Normbereich, suspekten Lymphknoten wurden nicht gesehen.
Meine Endokrinologin in Berlin, die mich seit 10 Jahren toll betreut, sowie zwei Berliner Schilddrüsenchirurgen raten mir inzwischen unabhängig voneinander zur OP. Geplant wäre wohl eine Hemithyreoidektomie.
Was mich verunsichert:
Alle drei haben mir auf Nachfrage eher von einer Feinnadelpunktion abgeraten bzw. gesagt, dass sie die OP-Entscheidung in meinem Fall wahrscheinlich nicht wirklich verändern würde.
Als Gründe wurden u.a. genannt:
- selbst ein negativer Befund würde keine ausreichende Sicherheit geben
- der Knoten könnte ggf. nicht repräsentativ getroffen werden
- die Aussagekraft hängt extrem von der Erfahrung des Arztes ab
In Leitlinien und bei eigener Recherche lese ich dagegen oft, dass eine FNP bei so einem Knoten eigentlich ein naheliegender erster Schritt wäre.
Ich habe jetzt einen OP-Termin in knapp drei Wochen und bin unsicher, ob ich die OP wirklich ohne FNP vorher machen sollte. Kurzfristig habe ich bisher in Berlin leider auch keinen Termin für eine Punktion bekommen.
Daher meine Fragen an euch: Wie schätzt ihr den Sinn einer Feinnadelpunktion ..
a) ganz allgemein und b) konkret in meinem Fall ein?
Vielen Dank für eure Mühen im Voraus!
- Dieses Thema wurde geändert vor 2 Wochen, 2 Tage von Seb12345.
Antwort auf: Warum keine Feinnadelpunktion?
Die FNP würde an der OP Entscheidung tatsächlich nichts mehr ändern.
Deine Hashimoto Erkrankung die Beurteilung der entnommenen Zellproben durch die chronische Entzündung extrem schwierig und fehleranfällig. Ebenso zeigt deine MIBI Szintigrafie eine Mehrspeicherung, was aufällig ist. Das tritt auch bei Follikulären Tumoren auf hier ist eine FNP Fehleranfällig!
Um sicher festzustellen was es ist, muss der Pathologe zwingend die gesamte Gewebekapsel am Stück unter dem Mikroskop beurteilen, was nur nach einer OP möglich ist.
Ebenso ist der Knoten zuletzt deutlich gewachsen und als TR 4 eingestuft worden. Selbst wenn eine Punktion jetzt gutartig anzeigen würde, wäre das Restrisiko eines falsch negativen Befundes viel zu hoch, um einfach weiter abzuwarten, anstatt ihn zu entfernen.
Sprich diese FNP hätte keine Therapeutische Konsequenz daher die Entscheidung zur OP.
Ich habe zwar einen Medizinischen Background bin aber kein Arzt!
Bitte im Zweifel immer alles ärztlich abklären lassen und nicht blind auf das Forum vertrauen.
- Diese Antwort wurde geändert vor 2 Wochen, 1 Tag von Osmose.
Antwort auf: Warum keine Feinnadelpunktion?
Herzlichen Dank für die schnelle Einschätzung, @Osmose!
Sehen das die anderen hier im Forum ähnlich?
Ich habe tatsächlich kurzfristig in 4 Tagen noch einen Termin für eine Feinnadelpunktion bekommen. Wenn die Meinung hier aber überwiegend dahin geht, dass die FNP in meiner Konstellation keine echte Konsequenz mehr hätte, würde mir diese vermutlich sparen und direkt die OP machen.
Vielen Dank euch & allen Frohe Ostern!
- Diese Antwort wurde geändert vor 2 Wochen von Seb12345.
Antwort auf: Warum keine Feinnadelpunktion?
Hallo! Deine Nachricht erinnert mich an viele Diskussionen über Diagnoseprotokolle für die Schilddrüse. Der Übergang zu TIRADS 4 bei schnellem Wachstum ist oft der Punkt, an dem Ärzte vorsichtig werden. Was sie nicht immer klar sagen: Die Zytologie (durch die Punktion) hat eine große Grenze; sie kann nicht mit Sicherheit zwischen einem follikulären Adenom (gutartig) und einem follikulären Karzinom (bösartig) unterscheiden. Der Unterschied liegt in der Kapselinvasion, etwas, das man erst unter dem Mikroskop sieht, nachdem das Gewebe entfernt wurde.
Im Grunde genommen, wenn deine Punktion als „unbestimmt“ (Bethesda III oder IV) zurückkommt, was bei soliden Knoten, die im MIBI anreichern, oft vorkommt, landest du sowieso auf dem OP-Tisch, um Gewissheit zu haben. Deshalb drängen sie dich direkt zur Hemithyreoidektomie: Für sie ist die endgültige histologische Untersuchung der einzige zuverlässige „Friedensrichter“. Kleine Anekdote: Ein Freund von mir bestand auf der Punktion, sie war negativ, aber da der Knoten im MIBI weiterhin aktiv war, stresste er sich zwei Jahre lang, bevor er sich doch operieren ließ… am Ende war es umsonst. Aber zumindest schläft er jetzt besser!
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