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Calcitriol Auslassversuch

tapferweiter

Calcitriol Auslassversuch

| Beitrags-ID: 469643

Hallo Ihr Lieben,

hat jemand Erfahrung damit, das Calcitriol komplett wegzulassen? Ich soll dies auf Anraten meiner Endokrinologin nun versuchen, da ich nach einem aktuellen Test Calcium mit dem Urin ausscheide, was beim letzten Test noch nicht der Fall war.  Habe Bammel davor und noch nicht damit begonnen. Meine Calcitriol-Dosis ist realtiv niedrig: 0,25 am Tag. Calciumpräparate nehme ich nicht ein, achte aber darauf, dass ich durch Mineralwasser und Ernährung auf meine 1000mg täglich komme. Ich bin 2020 operiert worden und mit einer Tagesdosis von 3000mg Calcium und 2mal 0,5 Calcitriol und einem PTH von 4 entlassen worden, die Reduzierung auf die heutige kleine Menge hat sehr lange gedauert und war mit vielen Begleiterscheinungen, mein PTH ist seither aber nie über 15 gekommen.  Was meint ihr zu der Überlegung, das Calcitriol täglich ein paar Stunden später  als am Vortag einzunehmen und so den Zeitraum ohne Calcitriol schrittweise zu verlängern? Ich hab noch einen interessanten Artikel über Fälle angehängt, in denen bei Frauen die Calcitriol-Dosis vom Östrogenstatus abhängt. Das macht mir Hoffnung, dass der Auslassversuch klappen könnte  :-), bin jetzt 62 und hab in den letzten beiden Jahren ziemlich Veränderungen an mir bemerkt :-)).

Bin gespannt, wie ihr das mit dem Auslassversuch seht

Liebe Grüße

Christine

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Antwort auf: Calcitriol Auslassversuch

| Beitrags-ID: 469810

Hallo Christine,

eine Dosis von 0,25 Calzitriol am Tag ist bereits recht niedrig und auch das Du eine Endokrinologin an der Hand hast, ist sicher eine gute Ausgangslage (hat diese Dir keinen Plan für die Reduktion an die Hand gegeben?). Allerdings ist ein PTH von 15 auch höchstens untere Normgrenze. Bei Bedarf sollte er eigentlich deutlich ansteigen.

Ich bin zwar kein Arzt und mein eigener Fall ist auch etwas anders gelagert (ich bin innerhalb einem halben Jahr nach der OP vom Calzitriol weg; hatte anfangs aber auch sehr niedrige PTH-Werte – zuletzt jetzt 14), aber vielleicht kann ich ein paar Tipps aus meiner Erfahrung geben.

Calzitriol wirkt noch einige Tage nach dem Absetzen nach, daher ist ein Absetzen immer mit der Gefahr verbunden, dass man in einen Calziummangel rutscht und Symptome auftreten. Daher habe ich in den Wochen der Dosisreduktion eine Art Tagebuch geführt. Dort habe ich die Calzitriol- und Calzium-Mengen (auch Calzium über Nahrung) mit jeweiliger Uhrzeit erfasst und auch genauestens Symptome dokumentiert. Das hat mir enorm geholfen die Problemsystematik in meinem Fall zu verstehen. Außerdem habe ich mit meinem Hausarzt ein engmaschiges Labormonitoring vereinbart.

Das Calzitriol habe ich dann so reduziert, dass ich zunächst jede vierte, dann jede dritte, dann jede zweite Einnahme ausgelassen habe. Zwischen jeder „Stufe“ hatte ich eine Woche gewartet und hatte auch eine Blutentnahme mit Check des Calziums. Ziel waren mind. Werte an der unteren Normwert-Grenze. Wenn ich leicht darunter lag, habe ich die Reduktion zunächst belassen und dem ganzen etwas mehr Zeit gegeben.

Gemerkt habe ich die Reduktion häufig recht schnell durch leichtes Kribbeln der Finger, v.a. beim Sport. Das habe ich kurzfristig mit Calziumeinnahmen überbrückt, die ich jedoch dann auch recht zeitnah reduzieren konnte. Um nicht unbedingt so hohe Einmalmengen Calzium aufzunehmen, habe ich viel mit einem sehr calziumhaltigen Minearalwasser gearbeitet.

Alles in allem musste ich lernen, dass ich da in keinem Fall zu schnell agieren durfte. Das habe ich recht schnell mit Symtomen quittiert bekommen. Die Geduld musste ich auch erstmal lernen… 🙃

Ansonsten hatte ich in der Zeit eigentlich immer Calziumbrause-Tabletten in der Nähe, um im Fall der Fälle kurzfristig nachsteuern zu können.

Außerdem habe ich vor dem geplanten Absetzen vom Hausarzt meine Vitamin D-Wert (25-OH-Vitamin D) und auch den Magnesiumspiegel checken lassen. Gerade der Vitamin D-Spiegel sollte im Normbereich liegen, sodass die verbliebene Nebenschilddrüsenfunktion möglichst effektiv arbeitet.

 

Vielleicht sind da ja ein paar Gedankenanstöße dabei, die Dir bei Deinem Plan weiterhelfen 😊

 

Liebe Grüße

Wolle

tapferweiter

Antwort auf: Calcitriol Auslassversuch

| Beitrags-ID: 469814

Hallo Wolle,

lieben Dank für deine wirklich wertvollen Tipps! Deine stufenweise Dosisreduktion wirkt auf mich sehr vernünftig, ich denke, ich werde es auch so versuchen! Und werde auch immer Kalziumbrausetabletten dabei haben :-). Meine Endokrinologin ist da cooler drauf, sie hat mir gesagt, ich solle das Calcitriol einfach weglassen und auch das kalziumreiche Mineralwasser, ansonsten aber  Milchprodukte essen. Aber schlagartig weglassen geht total gegen mein Bauchgefühl. Es hilft ja nichts wenn ich zu schnell reduziere und dann das Calcitriol wieder nehmen muss. Ich habe jetzt seit 1 Woche das Mineralwasser weggelassen und spüre sogar dies in meinen Muskeln an Armen und Beinen. Nochmals vielen herzlichen Dank für deinen Bericht. Ich hoffe, es geht dir gut  🙂 !

Liebe Grüße, Christine (drück mir die Daumen…)

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