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Hypokalziämie unter 3.600 mg Calcium täglich

  • Dieses Thema hat 5 Antworten und 2 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert 06.05.2024 - 13:00 von Me.
Me
Gast

Hypokalziämie unter 3.600 mg Calcium täglich

| Beitrags-ID: 458697
Guten Morgen, ich bin 54 Jahre, 170 cm, 59 kg. Meine Schilddrüse und Nenenschilddrüsen wurden 2009 wg. starker Vergrößerung entfernt. Ich habe bis 2023 L-Thyroxin 75, Calcitriol 0.5 und 600 mg Calcium genommen und es ging mir gut. 2019 hat ein Arzt meine Calctriol-Dosis verdoppelt und ich landete mit akutem Nierenversagen und Hyperkalziämie im KH. Seit 2023 habe ich aber trotz der Erhöhung auf inzwischen 3600 mg Calcium täglich immer wieder eine Hypokalzämie mit Beschwerden wie Kribbeln Arme/Beine, Brennen/Ziehen/Schmerzen in den Muskeln. 24h-Urin zeigte eine leichte Kalziurie. Teilweise schwankte 2023 auch mein Thyroxin-Bedarf zw. 63/75/88. Mein ph Wert ist auf 7.35 gesunken. Zuletzt wurde mir eine Osteopenie der Oberschenkel diagnostiziert. Alle anderen Laborwerte liegen im Normbereich. Kardiologische/Neurologische/Rheunatische Gründe für diese Symptome wurden ärztlich ausgeschlossen. Was kann ich tun, damit der Calciumhaushalt sich stabilisiert bzw. das Calcium im Körper ankommt bzw. damit sich der gesamte endokrine Hormonhaushalt wieder nachhaltig stabilisiert? Ich habe bereits verschiedene Endos aufgesucht, die leider ebenfalls ratlos waren und hoffe daher auf Tipps von anderen Leidtragenden. Danke, Me
Me
Gast

Antwort auf: Hypokalziämie unter 3.600 mg Calcium täglich

| Beitrags-ID: 458698

P. S. Mein Vitamin D3-Spiegel (500 mg täglich) liegt ebenfalls im guten Normalbereich.

InSeNSU
Moderator
Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Hypokalziämie unter 3.600 mg Calcium täglich

| Beitrags-ID: 458702

Hallo Me,

wieviel Calcitriol nimmst du denn jetzt? Wie hoch ist der Calciumwert morgens nüchtern gemessen? (Der Albumin-korrigierte Wert ist genauer und deshalb vorzuziehen.)

Je mehr Calcium du täglich nimmst, desto weniger (relativ) davon wird im Darm aufgenommen. Die Aufnahmekapazitäten sind einfach begrenzt. Calcitriol erhöht die Aufnahme. Wird zu viel auf einmal aufgenommen, führt dies zu vermehrter Ausscheidung über die Nieren, was zu Funktionsstörung und Steinbildung führen kann. Mehr als 1500 mg pro Tag wird heute nicht mehr empfohlen. Es muss natürlich auch auf den Calciumgehalt der Nahrung geachtet werden.

Ausführlich erklärt das unsere Broschüre:

https://hypopara.de/cms/wp-content/uploads/2022/04/Ernaehrungsbroschuere_Hypopara_201906.pdf

Man könnte versuchen, die Calciumrückhaltung der Nieren zu erhöhen, indem man ein Thiazid-Diuretikum gibt. Dieses spezielle Diuretikum erhöht den Calciumspiegel, führt aber zu vermehrter Auscheidung von Flüssigkeit und der anderen Elektrolyte. Es muss also mehr getrunken werden und evtl. Kalium als Tablette zusätzlich genommen werden.

Wurden auch die anderen Elektrolyte (Phosphat, Kalium, Magnesium) geprüft? Es liegt nämlich nicht immer nur alles am Calcium. Eine Dysbalance mit Symptomen kann z.B. auch durch zu viel Phosphat entstehen.

Falls die Endokrinologen dir nicht weiterhelfen können, könnte das vielleicht ein Nephrologe (möglichst mit Dialyse-Praxis), denn die kennen sich mit Elektrolyt-Störungen sehr gut aus.

Viele Grüße

Frauke

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Me
Gast

Antwort auf: Hypokalziämie unter 3.600 mg Calcium täglich

| Beitrags-ID: 458704

Liebe Frauke, danke für deine Antwort! Ich nehme 0,5 Calcitriol und hatte ebenfalls mal überlegt, ob ich ggfs. etwas mehr davon einnehmen kann, um auf diese Calcium-Verla-Mengen verzichten zu können. Die Uniklinik sah bei u. a. Werten (und der Riesen-Calcium-Substitution) bisher keinen Grund, irgendetwas an Medikation zu verändern, aber mein Körper zeigt mir deutlich, dass da etwas in die falsche Richtung läuft. Hier die Werte:

Calcium (Alb. korr.) 2,02 (minus) und ionisiertes Calcium: 1,08 (minus)

T4 13,1 ok

T3 2.2 ok

TSH 2.53 ok

Vit. D 47 ok

Albumin 4,7 ok

Phosphat 1,14 ok

Kalium 3,5 (minus)

Magnesium 0,81 ok

Natrium 136 ok

Einen Termin bei einem neuen Endo/Diabetologen habe ich erst Ende Juni ergattern können. Da dieser miese Zustand aber jetzt schon so lange andauert, würde ich gerne schon jetzt neues Input sammeln, denn ich weiß nicht weiter.

 

Antwort auf: Hypokalziämie unter 3.600 mg Calcium täglich

| Beitrags-ID: 458758

Zwei kleine Anmerkungen aus meiner Erfahrung:

Vielleicht magst Du ein anderes Calcium-Präparat ausprobieren. Ich bin mit den Calcium-Verla-Tabletten überhaupt nicht klargekommen (mit den Sticks sehr wohl). Es empfiehlt sich auch, darauf zu achten, dass Du die Calcium-Einnahme über den gesamten Tag verteilst, also nicht alles in ein oder zwei Portionen einnimmst.

Wie Frauke bereits sagte: klopf‘ Deine Ernährung darauf ab, ob viele „Calciumfresser“ enthalten sind: z.B. Kaffee, Cola, Energydrinks, Zucker bzw. generell säure- und phosphatreiche Lebensmittel. Wenn Du die komplett weglässt, ist das nicht nur gut für Deinen Calciumspiegel, sondern auch für Deine Zähne. Bei zu wenig Calcium hast, zieht der Körper sich das gerne auch aus dem Zahnschmelz. Wenn dann noch eine Ernährung mit viel Zucker/Säure dazukommt, ist der Zahnersatz nicht mehr weit;)

Liebe Grüße

Simone

Me
Gast

Antwort auf: Hypokalziämie unter 3.600 mg Calcium täglich

| Beitrags-ID: 458869

Hallo Simone, danke für dein Feedback. Brausetabletten von Calcium Forte von Sandoz und Hexal habe ich ausprobiert, brachten aber keine Verbesserung. Die Calcium-Verla-Sticks kenne ich nicht und werde sie testen. Meine Ernährung habe ich abgecheckt und außer einer Tasse Kaffee und einem Riegel Schoki am Tag ist sie äußerst ausgewogen und quasi frei von Kalzium-Räubern bzw. Zusatzstoffen, die lt. Liste hinderlich sein könnten. Ich bin sportlich und oft an der frischen Luft. Und ich bin ganz deiner Meinung: Die Aufnahme von Calcium in meinem Körper muss besser werden. Osteopenie und Paradontose lassen bereits grüßen… Nur leider weiß ich eben nicht, an welcher Schraube ich sonst noch drehen könnte. Insbesondere erkennen weder die Ärzte noch ich den Grund, warum 15 Jahre lang 600 mg Calcium vollkommen ausreichten und ich im letzten Jahr auf 3.600 mg steigern musste, um zumindest in den nur diskret hypokalziämischen Bereich zu gelangen. An meiner Lebensweise hat sich ansonsten nichts verändert. Daher bin ich für jeden kleinen Tipp dankbar!

Anonym
Gast

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