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wie lange kann man Calciummangel akzeptieren?

tapferweiter

wie lange kann man Calciummangel akzeptieren?

| Beitrags-ID: 484888

Hallo zusammen,

dass Calciummangel ausgeglichen werden muss, ist uns Hypopara ja allen gesagt worden  🙂.  Ich mache seit Oktober 2025 einen sehr langsamen Calcitriol-Auslassversuch und bin seit Januar 2026 bei sehr niedrigen Calciumwerten: jeweils um die 2,03 normal, albuminkorrigiert jeweils so um die 1,98 (alles morgens nüchtern). Bis jetzt hat mein Hausarzt gemeint, dass könne schon eine Zeit lang so sein, da der Calciumspiegel ja ansteigt wenn ich entsprechend esse. Es wurde mir aber auch keine wirkliche Antwort gegeben, wie lange das Calcium so erniedrigt sein darf ohne Langzeitschäden zu riskieren. Den Auslassversuch würd ich sehr gerne weitermachen, da seit Okober 2025 mein Parathormon tatsächlich von 10 auf jetzt 15 gestiegen ist und ich vorher Calciumausscheidung im Urin hatte, die jetzt weg ist. Da ich den Teufel nicht mit dem Belzebub austreiben möchte und keine Langzeitschäden riskieren möchte,  frage ich in die Runde, ob jemand weiß, wie lange man mit so niedrigen Calciumwerten ohne Risiko bleiben kann??? Symptome hab ich komischerweise nur wenige, vor allem Nachts und nach körperlicher Anstrengung: „Blubbern“ in den Bein-Muskeln und Unruhe.  Beim Endokrinologen hab ich erst im Juli  wieder einen Termin. Lieben Dank schon mal und liebe Grüße an alle, tapferweiter 🙂

 

 

InSeNSU
Moderator
Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: wie lange kann man Calciummangel akzeptieren?

| Beitrags-ID: 484914

Hallo tapferweiter,

leider gibt es auf deine Frage keine Antwort, denn dazu gibt es keinerlei Studien. Ausserdem sind die gesamten Bedingungen so einer Situation individuell meist sehr verschieden.

Während man einen beginnenden Grauen Star relativ einfach feststellen könnte, ist das mit der Basalganglienverkalkung sicher nicht „mal eben“ machbar.

Wichtig erscheint mir in jedem Fall, dass auch der Phosphat-Wert immer mit beobachtet wird, denn Weichteilverkalkungen resultieren oft aus einem ungünstigen Calcium-Phosphat-Verhältnis (nicht nur zu hohem Calcium-Phosphat-Produkt!).

Wie man einen zu hohen Phosphatwert als Hypopara vermeidet ist in unserer Ernährungsbroschüre erklärt.

Viele Grüße

Frauke

 

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tapferweiter

Antwort auf: wie lange kann man Calciummangel akzeptieren?

| Beitrags-ID: 484919

Hallo Frauke, lieben Dank für deine Antwort. Mein Phosphatwert ist Gott sei Dank immer in Ordnung gewesen. Ich mach trotzdem gleich die Augenvorsorgeuntersuchung und kann jetzt doch etwas beruhigter auf den Endokrinologentermin im Juli warten. Liebe Grüße!

Antwort auf: wie lange kann man Calciummangel akzeptieren?

| Beitrags-ID: 484993

Hallo tapferweiter, mich würde interessieren, warum Du Langzeitschäden erwartest? Wenn Du das Phosphat zum Calcium immer niedrig hältst, wäre doch hier ein Verkalkung doch eher unwahrscheinlich? Ich könnte mir hier noch eine Auswirkung auf die Knochendichte vorstellen. Oder gibt es hier noch weitere nette unbekannte Auswirkungen?

Vor 2 Jahren hatte ich versucht Calcitriol zu reduzieren, Parathormon war bei 20, die Calciumwerte waren stabil oder ähnlich wie Deine, und das bei mehreren Kontrollen. Das aktive Vitamin D (1,25-Dihydroxy-Vitamin-D3) ist dann unter den Normwert gesunken. Die Endokrinologin hatte mich dann instruiert das Calcitriol wieder auf 0,5 (hatte bereits reduziert auf 0,25) und später auf 0,75 und dann auf 2 mal 0,5 zu erhöhen. Die Drüse hatte sich dann wieder verabschiedet und ist auf bis 6 gesunken bei entsprechend zu hohen Calciumwerten bis 2,4.

Derzeit bin ich nach 3 Jahren Hypopara wieder auf Reduktionskurs, mit anderer Herangehensweise. Ich weiss jetzt zumindestens, dass ich schon ewig sehr niedrige Magnesiumwerte habe, im Blut 0,66 o.ä.. Wäre vielleicht gut gewesen vor 2 Jahren auch Magnesium in den oberen Normbereich zu bringen. Früher war ich eher Salatesser, aufgrund von Kraftsport und auch fehlender Regeneration musste ich meine Ernährung auf mehr Proteinlastig umstellen. Das Phosphat ist dann förmlich durch „die Decke“ gegangen. Jetzt tracke ich meine Ernährung; d.h. das Phosphat Brutto zum Beispiel Netto = < 700 und Calcium Netto bei 300 mg. Auch wenn die Resorbtionsraten und Phosphatbindung sehr theroretisch erscheint, sehe ich doch täglich die Werte sind relativ niedrig und im bestimmten Verhältnis. Auch habe ich Sandoz Calcium 500 mg auf 4 Dosen aufgeteilt und sichere das Magnesium und weiteres ab. Jetzt hoffe ich, dass ich in 2 Wochen stabile Werte sehe, die mit meiner Ernhährung korrelieren. Ein Effekt ist auch, dass ich mich jetzt weniger unruhig fühle. Wenn ich dann ggf. auch weiter das Calcitriol reduziere, weiss ich nicht, welches Risiko hinsichtlich Langzeitwirkung besteht. Ich denke eigentlich, dass ich mit der Vorgehensweise sicher bin? Würde mich freuen, über einen Austasch und hoffentlich geht es bei Dir TapferWeiter Liebe Gruesse

Ulrike

tapferweiter

Antwort auf: wie lange kann man Calciummangel akzeptieren?

| Beitrags-ID: 485001

Hallo Ulrike, ich hab bei den Langzeitrisiken an die paradoxen Weichteilverkalkungen gedacht,  in den Behandlungsempfehlungen für Hypopara (Infomaterial) steh ja z.B. der Graue Star, für die Knochen ist es auch nicht optimal, obwohl wir Hypopara durch den verlangsamten Umsatz nicht so schnell Knochenmasse verlieren. Nach der SchilddrüsenOP hatte man mich erst dann entlassen, und auch nur auf eigenes Risiko, als der Calciumwert bei 2,0 war , das ist für mich seither so eine magisches Grenze… Hatte nach der Antwort von Frauke zwischenzeitlich einen Augenarzttermin, dort wurde tatsächlich jetzt zum ersten Mal ein beginnender Grauer Star festgestellt. Ob das jetzt mit meinen 63 Jahren auch so gekommen wäre, konnte er mir nicht sagen.  Letztes Jahr war noch alles tiptop. Das Ernährungsthema finde ich sehr schwierig, denn wenn man Calcitriol reduziert muss ja die Calciumzufuhr passen. Letztes Jahr hatte ich durch Konsum von calciumreichhaltigem Wasser eine Calciumausscheidung im Urin. Nach Absetzen dieses Wassers besserte sich das wieder in den Normalbereich. Durch Milchprodukte allein habe ich da keine Schwierigkeiten, obwohl ich Joghurt und Käse in rauen Mengen verzehre. Cholesterin ist halt nicht mehr optimal.  Das Phosphat kriege ich so leider auch nicht unter die empfohlenen 700.  Hab auch schon ein Phosphat/Calcium-Ernährungstagebuch während meines Urlaubs geführt, in dieser Zeit hatte ich ständig Hunger und es war sehr aufwendig.  Phosphat wird bei mir nur 1mal jährlich von meiner Endokrinologin gemessen, ist das bei dir öfters? Das aktive Vitamin-D wird schon seit 3 Jahren nicht mehr bestimmt. Ich werde auf Fraukes Rat beim nächsten Termin nach dem Calcium-Phosphat-Verhältnis fragen und ob meine Hausärztin das zwischendrin mal kontrollieren soll. Wenn das dann im Befund steht, macht meine Hausärztin es, sonst ist es schwierig.

So wie du geschrieben hast, nimmst du durch Ernährung ca. 300mg Calcium zu dir und noch aufgeteilt 500mg mit der Brausetablette? Das erscheint mir ein fast ein bisschen wenig, vor allem, wenn du Calcitriol noch reduzieren möchtest.  Bei Magnesium hab ich die besten Erfahrungen mit Magnesiumcitrat und Magnesiumglycinat gemacht.  Der Blutwert dazu sagt leider nichts darüber aus, wieviel Magnesium schon an anderen Orten ist. Außerdem nehm ich normales VitaminD und Vitamin K2, die Verbraucherzentralen geben dazu Empfehlungen raus.

Bei der Reduzierung habe ich immer erst die neuen Werte abgewartet bevor ich wieder reduziert habe. Anfangs ging das schon nach 2 Wochen, jetzt bin ich schon die 5.Woche bei meiner jetzigen Dosis ( jeden 3. Tag 0,25 Calcitriol). Eigenartigerweise habe ich ca. 3 Stunden nach der Einnahme der Calcitrioldosis öfters mal sehr schnelles Muskelzucken, dabei müsste doch grad dann das nicht passieren. Kennst du das auch?

Ich drück dir die Daumen, dass die Werte alle beim nächsten Mal passen, Liebe Grüße, tapferweiter

Antwort auf: wie lange kann man Calciummangel akzeptieren?

| Beitrags-ID: 485004

Hallo TapferWeiter, danke für Deine lange Ausführung.

die Ernährung finde ich auch eine absolute Herausforderung. Phosphatwerte und Calcium, Albumin etc. werden derzeit alle 3 Monate bei mir bestimmt.

Da ich früher viel Salat gegessen habe, wenig Fleisch und auch am Anfang der Hypopara  moderat Naturjoghurt und Hartkäse, lag das Phosphat immer so bei niedrigem 3,xx.

Vor 1,5 Jahren habe ich wegen massiven Wirbelsäulenproblemen mit Kraftsport angefangen. Die Regeneration funktioniert nicht mit so wenig Protein. Also habe beim Quark, oft auch Harzer Roller und Käse zugelegt. Hier habe ich erstmal gemerkt die Einschränkungen. Mein Phosphat lag manchmal bei 5,5 und dann 4,9. GFR, Kreatinin alles verschlechterte sich plötzlich. Das erhöhte Albumin bindet auch mehr Kalzium, es kribbelt und erhöht die Ausscheidung etc.. Die Hausärzte berechnen nicht mal Albumin korrigiert, kann ja auch Vitamin B Mangel sein etc..
Calcium Phosphat Produkt und Albumin korrigiert wird teilweise gemacht, oder ich rechne selbst. Gibt ja ne Formel dafür.

Das war ein bisschen ein Warnschuss. Im Arztbrief stand, ich soll Phosphat senken, aber wie?
Erst habe ich mich auf das Protein konzentriert, nutze Eiklar, Tofu (Calciumsulfat) auch bisschen pflanzliche Phosphatbomben (aber günstigere Resorption im Vergleich Käse) wie Seitan, Lupinen und nur vielleicht 20 g Hartkäse.Auch wenn ich nichts aufschreibe, weiss ich nie, was ich alles gegessen habe. Also packe ich alles ins Excel und dann werte ich dies mit dem Rechner aus, so dass ich hier eine Tabellenübersicht bekomme. Das sieht dann so wie im Beispiel Anlage  aus. Da ich auch Mineralien und Vitamine checke und hier auch deshalb Saaten und Nüsse moderat esse (Phosphat) ist auf einmal meine Balaststoffzufuhr täglich auf über 30 g gestiegen. Das ist auch wieder wohl gut oder schlecht; wegen Calciumbindung aber es entstehen eben auch keine Spitzen und Calcium wird verzögert ins Blut abgegeben. Ich habe jetzt zu mindestens ein besseres Gefühl, dass ich meine Ernährung steuere. Auch Magnesium (ist wohl wichtig, dass die Drüse wieder zündet) Das frage ich auch ab mit meiner Ernährung und versuche so auf 300 mg am Tag zu kommen. Bei Magnesium nehme ich derzeit, um den Mangel auszugleichen zusätzlich 200 mg Direkt Diasporal komme dann auf 500 mg. Dann checke ich noch Verhältnis zum Calcium. Klingt wohl alles ein bisschen verrückt.

Hunger habe ich hier gar nicht mehr auch durch die vielen Ballaststoffe.

Ich bekomme eher kein Muskelzucken oder Krämpfe mehr. Wenn das freie Kalzium dann doch absackt durch viel Sport, trotz dieses verrückten Trackings 😊meldet sich mein Nervensystem, mit Angst, Schwitzen, Gefühl wie Stau. Ich denke, der Stoffwechsel arbeitet hier und das System ist überlastet und gestresst. Wenn das kurze Schwitzen weg ist, dann wird’s besser. Schlimmer wird’s eigentlich nie.

Dann drücke ich Dir auch fest die Daumen, und gutes Gelingen und Geduld beim Reduzieren. Liebe Gruesse Ulrike

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