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Calciumspiegel und Schwangerschaft

Miau
Nutzer*In
Schilddrüsenkarzinom, SD-OP 2004

Calciumspiegel und Schwangerschaft

| Beitrags-ID: 237665

Hi Ihr,
vielleicht hat hier schon mal jemand ähnliches erlebt. Ich bin jetzt in der 23. Woche schwanger, und mein Calciumspiegel verhält sich eigentlich genau so, wie es nicht erwartet wurde.

Bei meiner OP im April 2004 wurde ein Teil der Nebenschilddrüsen versehentlich entfernt, und nachdem auch ein Jahr danach der Rest nicht wieder angesprungen ist, gehen alle Ärzte davon aus, dass der Rest zerstört wurde. Bis vor kurzem klappte die Einstellung ziemlich gut, immer so mit 2100-2400 mg Ca und 2×1 AT10.

Seit ca. 4 Wochen ist mein Blut-Ca-Spiegel jetzt am steigen wie verrückt. Am Anfang der Schwangerschaft war er so bei 2,3, was ja prima war, dann plötzlich 2,7. Also Ca reduziert auf 1800 – und am Dienstag (zwei Wochen später) war er dann bei 3,7. Das kommt mir reichlich spanisch vor. Termin bei der Nuklearmedizinerin habe ich leider erst Mitte Feb bekommen, bis dahin wird weiter beobachtet und das Ca bei Bedarf langsam reduziert (jetzt erst mal 1500). Da leider meine Nierenwerte schwangerschaftsbedingt nicht ganz in Ordnung sind (lt. Gynäkologen aber (noch?) nicht bedenklich), habe ich halt doch etwas Sorge, dass der hohe Ca-Spiegel da auch nicht gerade hilfreich ist. Macht mich alles nicht gerade entspannter :?, auch wenn es lt. Hausarzt keinen Grund zur Sorge gibt.

Kennt das jemand? Woran kann das liegen? Ich habe eine Erklärung gehört, dass in der Schwangerschaft die Knochen „weicher“ werden und dabei Ca ins Blut „abgegeben“ wird – hätte ich aber eigentlich nur dann vermutet, wenn vorher ein Mangel bestanden hätte – und vor allem, gleich so viel?

Vielleicht hat ja jemand ähnliche Erfahrungen, ich bin für alle Tipps dankbar!

Viele Grüße,
Miau

InSeNSU
Moderator
Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Calciumspiegel und Schwangerschaft

| Beitrags-ID: 278534

Hallo Miau,

das verstehe ich gut, dass Dich der Calciumwert nervös macht, zumal Du ja das AT10 nicht so schnell wirksam absetzen kannst, wie es bei Rocaltrol oder dergleichen ginge.
Vielleicht sollte man einfach noch mal das aktuelle Phosphat, PTH und das Vitamin D in Form des 1,25-OH-D3 (Calcitriol) messen. Das sind ja die Werte, mit denen der Körper sich bei der Regulation des Calciumwertes normalerweise beteiligt. Vielleicht versteht man dann besser, was los ist.

In der Callies-Studie wird der Verlauf des Calciumwertes während der Schwangerschaft ja nur bezogen auf Rocaltrol-Patienten beschrieben. Mit AT10, das für seine Calcium-resorptionsfördernde Wirkung ja kein Calcitriol sondern eine andere Verbindung hervorbringt, kann durchaus parallel zu guten Calciumwerten ein Calcitriol-Mangel bestehen. Vielleicht reagieren dadurch die Schwangerschaftshormone dann auch anders in den Calciumstoffwechsel hinein.

Wie geht es Dir denn insgesamt mit den hohen Calcium-Werten? Hast Du davon Beschwerden? Womöglich wäre es bei fortbestehend hohen Calciumwerten nötig, auch mit dem AT10 herunterzugehen, oder eine Weile auszusetzen. Das könnte man mit AT10 Tropfen sicher feiner regulieren als Kapselweise. Aber wie schnell der Calciumspiegel auf reduzierte Mengen reagiert ist leider schwer vorauszusagen. Trotzdem solltest Du diese Möglichkeit baldigst mit den Ärzten diskutieren.

Panik sollte nun natürlich nicht aufkommen, aber ich denke, es wäre richtig, Deine Bedenken bei den Ärzten noch etwas ausführlicher darzulegen. Zumindest zusätzliche Blutkontrollen fände ich angemessen. Ich hoffe Du findest diesbezüglich schnell Gehör bei Deinem Hausarzt.

Alles Gute wünscht Dir (Euch!)
Frauke

Miau
Nutzer*In
Schilddrüsenkarzinom, SD-OP 2004

Antwort auf: Calciumspiegel und Schwangerschaft

| Beitrags-ID: 278535

Hallo Frauke,

danke erst mal für Deine Antwort! Bisher habe ich mich bei meiner Nuk auch gut aufgehoben gefühlt, was die Ca-Einstellung betrifft – ich werde das alles mit ihr besprechen. Häufigere Kontrollen sollten dann auch kein Problem sein, wenn die Empfehlung von ihr kommt. Mein Hausarzt selbst will an die AT10-Einstellung nicht ran, da er dieses Medikament nicht kennt, aber ich denke, Empfehlungen vom Nuk werden auf jeden Fall befolgt. Einzig das Ca wird halt, wenn der Spiegel zu hoch bleibt, schrittweise reduziert.

Auswirkungen durch den hohen Ca-Spiegel von Auswirkungen durch die Schwangerschaft zu trennen ist gar nicht so leicht, wenn ich mal die Infos auf Eurem Notfallausweis als Anhaltspunkte nehme. Ich bin permanent müde, ich muss dauernd aufs Klo und trinken kann ich locker für 2 – aber alles auch total normal in der Schwangerschaft. Ich meine auch nicht, dass diese kleinen „Problemchen“ schlimmer geworden sind in den letzten Wochen, also würde ich es wirklich erst mal auf die Schwangerschaft schieben.

Vielen Dank und viele Grüße,
Miau

InSeNSU
Moderator
Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Calciumspiegel und Schwangerschaft

| Beitrags-ID: 278536

Hallo Miau,

kann Dein Hausarzt sich nicht ausnahmsweise mal telefonisch mit der NUK kurzschließen, wenn er sich ans AT10 nicht rantraut? Bei Deinen Beschwerden ist ein Calciumwert von 3,7 wirklich nichts, was man auf die lange Bank schieben sollte. Calcium würde ich da total absetzen. Wie oft wird jetzt Calcium kontrolliert?

Paß gut auf Euch auf!
Frauke

Miau
Nutzer*In
Schilddrüsenkarzinom, SD-OP 2004

Antwort auf: Calciumspiegel und Schwangerschaft

| Beitrags-ID: 278537

Hi,
das mit dem Hausarzt ist so eine Sache…bei einigen Dingen ist er übervorsichtig, aber einen Ca-Spiegel von 3,5 (hatte mich vertippt) hält er für „nicht besorgniserregend“. Und bei meiner Nuk bin ich selbst telefonisch nicht an der Sprechstundenhilfe vorbeigekommen. Hab da so ein Gefühl, dass die Hilfe neu ist – bisher waren die am Telefon immer etwas entgegenkommender und nicht schon bei der Terminvergabe derart hilflos wie die jetzige :x.

Am Dienstag wird der Ca-Spiegel noch mal kontrolliert, ich habe selbst das Ca schon weiter reduziert…am Dienstag habe ich auch zunächst mal (vor allem wegen Bluthochdruck usw.) einen Termin in der Sprechstunde für Risikoschwangere hier im KH, da werde ich das Thema ansprechen. Ist ja letztendlich auch ein Grund für eine Risikoschwangerschaft. Und, wenn die dann Bedarf dafür erkennen, könnten die mich auch direkt im Haus noch zur Weiterberatung schicken. Eigentlich sollte es dort auch eine Endokrinologie geben, und ich hoffe doch stark, dass auf Risikoschwangerschaften spezialisierte Ärzte etwas sensibler auch mit „exotischen“ Problemen umgehen.

Das mit den Beschwerden dem Hausarzt so zu erklären das er es als „unnormal“ sieht ist halt so eine Sache – denn die Müdigkeit habe ich seit Beginn der Schwangerschaft, und lange Zeit war Ca-mäßig da noch alles ok. Und viel Trinken und oft aufs Klo – das gehört lt. den Ärzten auch alles dazu und ist mengenmäßig wohl auch für Schwangere nicht übermäßig viel – ganz im Gegenteil, das viele Trinken wird sogar als gut angesehen (und ist es wohl auch in den meisten Fällen auch, Schwangeren werden 3-4 l am Tag durchaus empfohlen, so gesehen liege ich im Soll). Mir kommt als sehr viel vor, weil ich vor der Schwangerschaft schon froh war, mal die 2l regelmäßig zu schaffen…Aber auch den Durst habe ich seit Beginn der Schwangerschaft. Da ich mich außer der Müdigkeit eigentlich sehr wohl fühle, werden meine Bedenken nicht so ganz ernst genommen. Und dazu ist mein HA ausgerechnet diese Woche im Urlaub :? .

Hm, alles nicht so einfach. Panik habe ich jedenfalls keine, denn vom Gefühl her gehts mir, wie gesagt, eigentlich gut. Ich hoffe auf den Dienstag – vielleicht weiß ich dann mehr. Und wenn die mich nicht gleich dabehalten (was alleine wegen dem Blutdruck durchaus passieren kann – auch bei dem Thema hat man zwei Ärzte und mind. drei Meinungen – mal gucken, auf welche ich dort treffe) schreibe ich auch, was rauskam! Ist schon etwas frustrierend und nervend, wenn einem jeder Arzt was anderes sagt.

Viele Grüße
Miau

InSeNSU
Moderator
Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Calciumspiegel und Schwangerschaft

| Beitrags-ID: 278538

Hallo Miau,

in welches KH gehst Du? Wenn es da keinen Endo gibt, wäre auch ein Nephrologe vielleicht kompetent, da die Dialyse-Patienten oft mit NSD-ÜF und Hypercalciämie zu tun haben. Aber Vorsicht: die Nephrologen assoziieren mit AT10 meist nichts Gutes, weil sie das fast nur in Zusammenhang mit Vergiftungen „auf den Tisch“ kriegen. Meist empfehlen Sie sofort Absetzen. -Allerdings ist das in Deinem Fall vielleicht auch genau richtig, zumindest, bis sich der Calciumwert wieder normalisiert hat.

Ich weiß nicht, wie das bei Schwangerschaft ist, aber normalerweise gilt ein Calciummangel als weniger gefährlich, wie ein Calciumüberschuss. Und bei Normbereich 2,1-2,65 mmol/l ist auch 3,5 schon ziemlich viel. Gegen Tetanie hilft ja eine Infusion sofort, bei Hypercalciämie kann es länger dauern, bis man notfalls den Normalzustand mit Infusionen und Medikamenten wieder hergestellt hat.

Wenn es Dir vom Gefühl her relativ gut geht, waren die 3,5 vielleicht ein Ausrutscher, aber das muß natürlich geklärt werden. Was nimmst Du denn gegen den hohen Blutdruck? Thiazid-Diuretika („Wassertabletten“) erhöhen ja die Calciumaufnahme, wie Du hier vielleicht auch schon irgendwo gelesen hast.

Jedenfalls drücke ich nun alle Daumen, das Du bald einen kompetenten Arzt samt Termin findest, vor allem falls sich irgendwas verschlechtern sollte.

Du kannst mich als InSeNSU-Mitglied übrigens auch gerne anrufen, wenn Du noch Fragen hast und Dir das übers Forum zu lange dauert. Bei der InSeNSU wird man nur gelegentlich mal vom Anrufbeantworter empfangen, ansonsten bin ich in dringenden Fällen aber „rund um die Uhr“ zu erreichen.

Viele Grüße
Frauke

Miau
Nutzer*In
Schilddrüsenkarzinom, SD-OP 2004

Antwort auf: Calciumspiegel und Schwangerschaft

| Beitrags-ID: 278539

Hi Frauke,
ich gehe in die Dr.-Horst-Schmidt-Klinik nach Wiesbaden zur Untersuchung. Und hoffe, dort den passenden Doc zu finden – das ist das größte und umfangsreichste KH in Wi, also stehen meine Chancen nicht so schlecht, denke ich. Ansonsten weiß ich von mind. einem Gynäkologen/Endokrinologen in Wiesbaden, der ist allerdings an einem anderen Krankenhaus. Falls mir also zunächst nicht weitergeholfen werden kann, müsste ich dann mal mit meinem Gyn fragen, ob er mich evtl. zu dem Endokrinologen überweisen kann. Kompliziert, das alles :roll:.

Mal gucken, was die im KH sagen – bin echt gespannt. Schlechter gehts mir jedenfalls nicht. Die heutige Müdigkeit schiebe ich dann auch eher auf die erhöhte Trittfrequenz heute nacht im Bauch – dieser kleine Strampler hat 3:00 morgens zu seiner/ihrer aktivsten Zeit erklärt. Ein Spaziergang konnte meine „Lebensgeister“ dann aufwecken.

Gegen den Bluthochdruck nehme ich Methyldopa (der Wirkstoff heißt genau so), eines der wenigen Medikamente, das für das Kind unbedenklich in der Schwangerschaft ist. Entwässernd wirkt es nicht. Außerhalb von Schwangerschaften wird dieses Mittel aber woh eher selten verwendet.

Vielen Dank für Deine Hilfe und viele Grüße,
Miau

Miau
Nutzer*In
Schilddrüsenkarzinom, SD-OP 2004

Antwort auf: Calciumspiegel und Schwangerschaft

| Beitrags-ID: 278540

Hi Frauke,
ich bin ja noch eine Antwort schuldig über die weitere Entwicklung…irgendwie ging das die letzten Tage (bzw. Wochen) alles etwas schnell.

Nachdem zu allem Übel auch noch mein Zuckerbelastungstest eine Gestationsdiabetis (Schwangerendiabetis) offenbarte und sich die Nierenwerte nicht wesentlich verändert haben, waren dann die Ärzte so konsequent und haben mich für ein paar Tage ins KH verbannt.

Dort wurde untersucht, beraten, eingestellt…:
Zucker (die Einstellung, klappt – noch und hoffentlich noch lange in der Schwangerschaft – über die Ernährung)
Gestoserisiko (früher mal bekannt als Schwangerschaftsvergiftung – liege dort im Grenzbereich, aber der Blutdruck war gut eingestellt, die Leberwerte alle ok und die Versorgung von meinem kleinen Boxer im Bauch prima). Die ausführlichen (Doppler-)US-Untersuchungen haben uns dann auch verraten, dass es ein Junge wird.
und natürlich das Thema Nieren etc.

Wegen der Nieren war ich bei einem Nephrologen, denn es war nun einmal so, dass meine Nierenleistung bereits beeinträchtigt ist. Da es leider noch keine US-Untersuchungen meiner Nieren gab, gab es auch keine Vergleiche. Es sieht aber tatsächlich so aus, als hätte sich Ca in den Nieren abgelagert und damit die schlechten Werte ausgelöst. Dafür spricht, dass ja mein Blut-Ca, aber auch die Ca-Menge im 24h-Urin deutlich zu hoch waren. Soviel also zu der Aussage eines Arztes, dass der hohe Ca-Spiegel erst mal nicht so tragisch wäre.

Seit Mittwoch morgen nehme ich jetzt kein Ca und kein AT10 mehr, bis der Spiegel im unteren Normalbereich ist. Unterstützt wurde das ganze durch eine calciumarme Diät (in Verbindung mit der Zuckereinstellung wurde das morgens und abend leicht eintönig, was dann noch übrig blieb…). Und natürlich viel trinken…3-4 l am Tag.

Die Weiterbehandlung und natürlich die neue Einstellung soll über die Nuklearmedizinerin und einen Nephrologen ambulant erfolgen. Die letzte Blutanalyse im KH hat auch leicht verbesserte Nierenwerte ergeben – hoffentlich tatsächlich ein Effekt der Aktionen. Großartige Untersuchungen müssen noch bis nach der Entbindung warten, denn außer Blut etc. und Ultraschall kann in der Schwangerschaft nicht viel gemacht werden.

Auswirkungen der 0-Calcium-Diät spüre ich noch keine, allerdings muss ich gestehen, dass ich das „calciumarm“ der Diät etwas vernachlässigt habe. Ich kann einfach keinen Aufschnitt mehr sehen…warum will man immer das am liebsten, was man nicht darf? Käsebrot…. die ganze Schwangerschaft hatte ich absolut keine Lust auf Süßes. Jetzt, wo ich es nicht mehr darf, könnte ich reinhauen :oops:.

Eigentlich gehts mir gut, viel besser jedenfalls als mit der Unsicherheit, und wenn ich dann mal wieder eine Nacht schlafen kann (meine Bettnachbarin im KH hatte besonders nachts massive Unter- und Überzuckerungsprobleme und teils recht heftige Wehen – zu früh, das hat nicht gerade für Nachtruhe gesorgt).

Was noch ungeklärt ist, ist die Frage, WARUM sich bei gleicher AT 10 Menge und reduzierter CA Menge mein Wert so entwickelt hat…vielleicht spielen die Schwangerschaftshormone da mit rein…ein paar Blutwerte (nicht das „normale“ Parathormon, sondern ein anderes, irgendwie spezielles) stehen noch aus, vielleicht gibt das noch etwas mehr Aufschluss.

So, soviel erst mal dazu – wenn es was neues gibt, melde ich wieder!

Viele Grüße
Miau

InSeNSU
Moderator
Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Calciumspiegel und Schwangerschaft

| Beitrags-ID: 278541

Hallo Miau,

vielen Dank für die aktuellen Meldungen! Ich bin sehr froh, dass ihr beide weiter munter seid, auch wenn es ja doch alles nicht so einfach ist. Über die Calciumerhöhung habe ich mir auch noch viel Gedanken gemacht.

Ich denke schon ,dass der Unterschied zwischen dem AT10-Wirkstoff und dem echten Vitamin D3 eine Rolle spielt, denn die Hormonregulation richtet sich eben nach dem 1,25-OH-D3 („Vitamin D-Hormon“, also Calcitriol) im Blut. Da die Menge dieses Hormones normalerweise für den Calciumhaushalt zusammen mit PTH die entscheidende Rolle spielt.

Da nun das AT10 ohne dies Hormon zu bilden den Calciumspiegel erhöht, wird dieser Effekt vom Steuerungssystem wahrscheinlich einfach übersehen. Wenn Du jetzt 3-4 Wochen ohne AT10 auskommen würdest, wäre es vielleicht wirklich sinnvoll, bei erneutem Calcium-Bedarf zur Resorptionsförderung ein Calcitriol-Präparat einzunehmen. Da kennt der Körper den Wirkstoff, weil er naturidentisch ist.

Allerdings enthalten alle Calcitriol-Präparate eine Menge Zusatzstoffe, von denen die Konservierungsmittel (BHA, BHT) die problematischsten sind. Eine andere Alternative wären deshalb Alphacalcidol-Präparate, deren Wirkstoff im Körper in Calcitriol umgewandelt wird. EinsAlpha z.B. kommt mit wenigen Zusatzstoffen aus. Allerdings liegen für diese Art Präparate noch keine Erfahrungen für Schwangerschaft und Stillzeit vor.

Sprich darüber dann am besten mit dem Nephrologen, denn der kennt sicher all diese Medikamente.

Zum Thema Schwangerschaft und Stillzeit mit DHT (AT10-Wirkstoff) habe ich einen interessanten Text aus Amerika gefunden. Da der Link sehr merkwürdig ist, schicke ich Dir den Text lieber als pdf-Datei in einer Mail. Du solltest allerdings keinen Schreck kriegen, da es hier um Hypercalciämie in der Stillzeit geht. Das muß bei Dir ja nun wirklich dann nicht auch noch passieren. Aber die Zusammenhänge der Hormonwirkungen sind sehr gut erklärt, was ja hilfreich sein könnte.

Ich drücke weiter alle Daumen für Euch und würde mich über weitere Berichte sehr freuen.

Viele liebe Grüße
Frauke

Miau
Nutzer*In
Schilddrüsenkarzinom, SD-OP 2004

Antwort auf: Calciumspiegel und Schwangerschaft

| Beitrags-ID: 278542

Hi Frauke,
so langsam scheint sich bei mir einiges wieder einzupendeln…

Nach drei Wochen komplett ohne Calcium und AT 10 o.ä. war mein Calcium-Wert letzte Woche bis auf 2,12 runter – endlich und zum Glück, und das ganze auch noch ohne Beschwerden wie Kribbeln o.ä..

Der Nephrologe hat mir dann letzten Mittwoch AlphaEins (ich glaube, die Einheit ist 0,25 mg…ist wohl die absolut niedrigste Dosierungsform) verschrieben. Wegen Schwangerschaft und Stillzeit steht darüber – wie bei nahezu allen Medikamenten – „nur nach strenger Indikation“, es sind aber keine negativen Auswirkungen bekannt. Na ja, und eine „strenge Indikation“ sollte eigentlich bei so einer Sache eh gegeben sein. Er hat extra noch mal nachgeguckt, so besonders oft hatte er derartige Fälle noch nicht. Der riesen Vorteil ist, dass die Dosierung in ganz kleinen Schritten angepasst werden kann und es im Zweifelsfall nicht so lange wie das AT 10 im Körper nachwirkt (aber wem sage ich das :8) ). Calcium nehme ich nach wie vor keins, und Beschwerden habe ich auch nach wie vor nicht.

Die Nierenwerte haben sich jedenfalls weiter gebessert (werden mindestens den Rest der Schwangerschaft wöchentlich kontrolliert), was bleibt, sind total verkalkte Nieren. DAS ist allerdings wohl mit ziemlicher Sicherheit nicht erst während der Schwangerschaft entstanden, sondern eher ein Ergebnis von knapp zwei Jahren zu viel Calcium. Und ob das noch mal besser wird, darüber will der Arzt nichts sicheres sagen – und wenn überhaupt, wird das Jahre dauern.

Heißt also, ich hatte bereits vor der Schwangerschaft bereits ein (unerkanntes und symptomloses) Problem mit den Nieren, das erst durch den „Zufall“ der Probleme mit dem AT10 erkannt wurde und sich jetzt hoffentlich in Zukunft wenigstens nicht mehr verschlimmern wird. Heißt für mich auch, dass ich in Zukunft jede Calcium-Einnahme lieber mit drei Ärzten durchdiskutiere als einfach mal so die vom Hausarzt verordneten 2000-2500 mg zu nehmen. Je weniger, je besser…und gerade in meiner „Anfangszeit“, in den ersten 8 Monaten nach der OP hatte mir meine alte Hausärztin ja Mengen jenseits von gut und böse verschrieben – 4000-8000 mg am Tag.

Es scheint auch so, als ob meine Nieren normalerweise trotz der Verkalkung in der Lage sind, ordentlich zu arbeiten. Darüber hat sich der Arzt sogar leicht gewundert…aber damit wäre auch mit einem Erhalt der jetzigen Situation schon mal was gewonnen.

Mittlerweile bin ich auch irgendwie überzeugt davon, dass meine Symptome anfangs (Schläfrigkeit, scheinbare Magen-Darm-Grippe) doch entweder vom hohen CA-Wert oder von den zu dem Zeitpunkt nicht richtig arbeitenden Nieren kamen (zumindest die Schläfrigkeit kann wohl auch von den Nieren kommen). Denn so gut wie seit ich kein Ca mehr nehme und die Werte jede Woche besser werden habe ich mich lange vorher nicht mehr gefühlt.

Dem kleinen Fußballer in meinem Bauch geht es nach wie vor prima, er tritt mir kräftig gegen alles, was sich in Reichweite befindet und entwickelt sich bisher wie im Lehrbuch. Und die engmaschige Überwachung gibt mir dann auch ein gutes Gefühl :). Und dass der Kleine trotz der Schwangerschafts-Diabetes bisher nicht zu groß ist, ist auch ein sehr gutes Zeichen – mit jetzt gut eingestellten Zuckerwerten (je nach Wert muss ich Insulin spritzen, das ist lästig, aber man gewöhnt sich an alles) sollte diese Erkrankung dann eigentlich auch keine negativen Auswirkungen auf das Kind haben. Es sieht also im Moment alles gut aus, und ich hoffe, dass das auch so bleibt!

Viele Grüße,
Miau

InSeNSU
Moderator
Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Calciumspiegel und Schwangerschaft

| Beitrags-ID: 278543

Hallo Miau,

vielen Dank für Deinen Bericht. Das klingt doch (bis auf den Nierenkalk) schon recht positiv :D !
Ich denke da freuen sich hier alle mit Dir und drücken weiter die Daumen für unser erstes „InSeNSU-Baby“ 😉 .

:flower: Liebe Grüße sendet Euch
Frauke

Miau
Nutzer*In
Schilddrüsenkarzinom, SD-OP 2004

Antwort auf: Calciumspiegel und Schwangerschaft

| Beitrags-ID: 278544

Hi Frauke,
unser Maximilian hat sein 1-Zimmer-Appartment gekündigt – am 12. Mai um 0:59, leider im Endeffekt durch Kaiserschnitt nach Geburtsstillstand, nachdem es zunächst richtig gut aussah (aber mit PDA, also ohne Vollnarkose). Ein Wehenbelastungstest wurde zur Einleitung…

Da er nur 2270 gr gewogen hatte und ein erhöhtes Infektionsrisiko wegen grünem Fruchtwasser war er erst noch ein paar Tage in der Kinderklinik…letzten Mittwoch kam ich nach Hause, am Freitag kam das Mäxchen hinterher. Seitdem regiert hier das Chaos…aber es ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl :lol:…

Das Allerwichtigste: er ist gesund und nimmt fleißig zu! Das fehlende Gewicht sollte er bald aufgeholt haben…und ich komme auch langsam wieder in Schwung.

So, das war die Kurzform, die Langform folgt, wenn ich mal wieder etwas geschlafen habe :wink:.

Viele Grüße
Miau

Antwort auf: Calciumspiegel und Schwangerschaft

| Beitrags-ID: 278545

Hallöchen Miau, 😉

herzlichen Glückwunsch zu Deinem Kleinen und vor allen gesunden Mäxchen….!!! :flower2:

Du wirst sicher sehr viel Freude mit Ihm haben….!! 😉

Dir und Deiner Familie wünsche ich alles Gute für Eure gemeinsame Zukunft!! :D

Einen lieben Gruß schickt Euch das :angel: Engelchen

InSeNSU
Moderator
Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Calciumspiegel und Schwangerschaft

| Beitrags-ID: 278546

Hallo Miau,

herzlichen Glückwunsch! :flower: :flower: :flower:
Das ist ja super! :D Ich habe viel an Euch gedacht und bestimmt so einige andere hier auch. Schön dass Du dich meldest.
Mir fehlen direkt die Worte. Gut dass es hier auch noch Smilies gibt. :clap:
Viele liebe Grüße an den kleinen Max! :baby:

Nun erholt euch erstmal gut von der ganzen Aktion. So ein Kaiserschnitt ist ja auch nicht ohne. Und nun geht es ja erst so richtig los. Das Paar in der Wohnung über uns hat seit September ein Baby, von dem wir natürlich so einiges mitbekommen. Nach den üblichen Baby-Startschwierigkeiten (Verdauung, Schlafen, Uäääh!) ist es jetzt meist so richtig gut drauf und brabbelt schon munter vor sich hin, wenn Mama es auf dem Flur in den Wagen packt.

Max ist ja übrigens ein Mai-Kätzchen. Das sind die besten, sagte meine Mutter immer, wenn wir mal wieder eine neue Katze bekamen. In diesem Sinne:
:cheers: auf den neuen Erdenbürger und Miau!

Liebe Grüße
Frauke

AlbaLeitungsteam SHG Magdeburg pap. SD-Ca., foll. Variante, pT2, 2002

Antwort auf: Calciumspiegel und Schwangerschaft

| Beitrags-ID: 278547

Hallo Miau,
eine so schöne Nachricht am Morgen!
Ich gratuliere Dir/Euch ganz herzlich zum Mäxchen, wünsche Mutter und Sohn Gesundheit, Wohlergehen, ganz viel Liebe, wenig Stress …

Bei uns sagt man, man muß das Kind mal pullern lassen und das geht so:
:cheers:

Alles Liebe von Alba

Maria2
Moderator
pap. Karzinom pT3 tall-cell-Variante

Antwort auf: Calciumspiegel und Schwangerschaft

| Beitrags-ID: 278548

Hallo Miau,

kann mich nur anschließen: HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!!!
Das Gewicht wird er sicher bald aufholen, ich bin auch ein „Mai-Bummerl“ und nicht gerade klein und zierlich 😉

Also lasst es euch gut gehen, ihr zwei! :cheers2:

Liebe Grüße von
Maria

Mia
Nutzer*In
pap. SD-Karzinom (pT1, N0, Mx, L0, V1 lokal R0 G1); 07/04 Operation

Antwort auf: Calciumspiegel und Schwangerschaft

| Beitrags-ID: 278549

Liebe Miau,

ich freue mich so für Euch!!! 😆 😆 😆 Die ersten paar Wochen mit Baby sind unbeschreiblich schön, aber auch anstrengend. Mein Sohn kam vor 3 Jahren auch im Mai zur Welt. Ich wünsche Euch vor allem Gesundheit und viel Spaß beim Zusammenwachsen als kleine Familie.

Laß wieder was von Dir hören, wenn Du zu Kräften gekommen bist und Dich einige Minuten von Deinem Mäxchen losreißen kannst . 😆

Viele liebe Grüße
Mia :D

HaraldBundesgeschäftsführer
Leitungsteam SHG Berlin
follikulärer SD-Krebs 1997 (oxyphil), Zungengrundkrebs 2024

Antwort auf: Calciumspiegel und Schwangerschaft

| Beitrags-ID: 278550

Hallo Miau,

auch von mir noch die allerbesten Glückwünsche für Dich :flower: :flower: :flower: und den Kleinen :baby: sowie für den Rest der Familie :xmas:

Liebe Grüße
Harald

Anonym
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