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Leicht erhöhtes Risiko von Krebs durch L-Thyroxin?

Anderl

Studie: Leicht erhöhtes Risiko von Krebs durch L-Thyroxin? (Per Wändell 2020)

Hi zusammen,

jaaaa ich weiß, der Link den ich euch schicke verweist eher auf die Apothekerbravo, ich hab den Artikel dazu noch nicht gelesen, Zeitmangel, neuer Job…

Hat ihn jemand vielleicht schon gesehen und gelesen? Scheint ja eine große Kohortenstudie zu sein:

    L-Thyroxin: Erhöhtes Risiko für Tumorbildung
    von Alexandra Negt, 17.04.2020
    in der apotheke adhoc

    Bezugnehmend auf die Studie:
    Levothyroxine treatment is associated with an increased relative risk of overall and organ specific incident cancers – a cohort study of the Swedish population
    Autor*innen: Per Wändell et. al.
    In: Cancer Epidemiology
    Volume 66, June 2020, 101707
    https://doi.org/10.1016/j.canep.2020.101707

Grüße!

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Hector

Hallo Anderl,

Es geht weder im Artikel, noch in dieser Studie um einen ZWEITkrebs! War das deine Interpretation der Überschrift ?

Es geht darum, dass die L-thyroxin Einnahme (bei Personen OHNE Krebs) das Krebsrisiko zu steigern scheint, im Vergleich zu Menschen die kein L-Thyroxin einnehmen.

Dass man mit dem SD-Krebs auch ein Risiko für einen Zweitkrebs hat, stimmt zwar auch, wurde aber vor Jahren in anderen Studien untersucht, aber das bezieht auf die Gesamtbehandlung (RID, TSH-Unterdrückung etc.) und nicht nur auf die L-Thyroxin Einnahme.

Hier zum Beispiel eine Studie von 2016, die Harald aufgearbeitet/kommentiert hat:
Studie: Nach SD-Krebs erhöhtes Risiko fr Zweitkrebs (Uprety 2016).

Grüße,
Hector

Anderl

Hi Hector,

Du hast recht, es geht nicht explizit um den Zweitkrebs. Es geht darum, dass alle Menschen, die L-Thyroxin substituieren anscheinend ein höheres Risiko haben einen Krebs zu entwickeln.

Übertragen auf uns SD-Krebsler hab ich das als Zweitkrebs interpretiert. Anscheinend heißt Zweitkrebs, vom ersten Krebs ausgelöst, da hab ich wohl das falsche Wording benutzt.

Aber ja, was die Studie schließt ist ein ich meine 6% erhöhtes Risiko für einen Krebs. Irgendwo hatte ich den Kommentar gelesen, es würde auf einen Oxidationsprozess bei der Deiodase (kann auch ein andrer Prozess gewesen sein) zurückzuführen sei, der spezifisch mit LT auftritt. Hier kann ich mich auch falsch erinnern. Ich hab die Studie noch nicht gelesen.

Aber ich würde schon sagen dass uns das auch betrifft. Für die Studie wurden anscheinend nur Personen genommen die bis Stichdatum 2009 keinen Krebs hatten, dies dient aber der Herstellung der Korrelation.

Im Umkehrschluss kann man denke ich nicht sagen, wir hatten schon Krebs, deswegen kann uns L-Thyroxin nichts anhaben, ich würde vorsichtig behaupten, wir tragen dasselbe Risiko für einen L-Thyroxin induzierten Krebs wie Personen die noch keinen Krebs hatten. Wenn die Studie korrekt durchgeführt wurde.

Freu mich auf eure Kommentare!

Maria2
Moderator

Hallo Anderl,

von solchen Sachen versuche ich mich nicht zu verrückt machen zu lassen.
Im Endeffekt ist fast alles im Leben gefährlich.
Und wir nehmen ja alle das Thyroxin nicht als Wellness-Tablette ein, sondern weil`s eben sein muss.
So ganz erschließt sich mir ehrlich gesagt nicht, was die mit der Studie bezwecken. Soll man sich`s wirklich gut überlegen, bevor man Thyroxin einnimmt? Lieber auf Dauer eine Unterfunktion riskieren? Die ist aber auch nicht gerade gesund – erhöht zwar kein Krebsrisiko (wobei, wer weiß das schon so genau, wenn`s noch nicht untersucht wurde?), aber führt einen Zustand herbei, in dem der Körper von Haus aus schon mal anfälliger ist, behaupte ich.

Ich glaube, es ist wesentlich sinnvoller, sich andere Risikofaktoren für Krebserkrankungen anzusehen (Rauchen, mangelnde Bewegung, Ernährung, Übergewicht 😳 ) und versuchen daran was zu ändern. Damit kann man dann schon mal sein Risiko, einen Krebs zu bekommen, sehr deutlich senken.

Vielleicht ist es ja auch nur so, dass Menschen, die Thyroxin einnehmen, mehr ihren Gesundheitszustand im Blick haben, öfter zum Arzt (und auch zur Vorsorge) gehen, und dadurch wird leichter was gefunden?
Das erinnert mich ein wenig an das etwas abstruse Studienergebnis, dass Patienten mit einem ganz kleinen SD-Karzinom ohne Metastasen eine höhere (!) Lebenserwartung haben als Leute ohne SD-Krebs.

Viele Grüße von
Maria

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Anderl

Ich mach mich wie Du auch nicht verrückt, mir geht es um die wissenschaftliche Erkenntnis. 😉

Ich bin selbst (Daten) Wissenschaftler und mich interessieren medizinische Studien, besonders wenn’s mich betrifft. Bei mir ist es eher so dass mich Wissen beruhigt, auch wenn das Wissen heißt, dass ich evtl. eine 6% höhere Wahrscheinlichkeit habe einen Krebs zu entwickeln. Ich kann mit (kleinen) Wahrscheinlichkeiten beruflich gut umgehen. Auch die kleinen Wahrscheinlichkeiten erwischen „irgendjemanden“. Dann bin ich fein raus, aber demjenigen hätte geholfen werden können. Dafür machen wir die Studien ja.

Studien sind erstmal dazu da, Umstände zu erkennen und dann nach möglichen Lösungen suchen. Von daher finde ich toll, dass sowas erforscht wird und bald aus der Korrelation eine Kausalität wird und dann eine Lösung gefunden wird.

Wenn sich der Hinweis oxidativer Stress erhärten sollte, wäre eine Aufnahme von Antioxidantien doch ein probates und tolles Mittel, findest Du nicht?

Der Grund den Du beschreibst ist denke ich zu vernachlässigen da der Testzeitraum sehr lange war (6 Jahre). Ich lese doch mal die Studie, ich denke da steht mit Sicherheit ein Kommentar dazu drin. 6% bzw. 8% klingt jetzt an und für sich signifikant (ohne etwas über die Signifikanzniveaus gelesen zu haben).

Also freu mich wenn jemand inhaltlich etwas genaueres weiß. Vielleicht interessiert oder kennt Harald die Studie ja.

Hector

Hallo Maria,

So ganz erschließt sich mir ehrlich gesagt nicht, was die mit der Studie bezwecken. Soll man sich`s wirklich gut überlegen, bevor man Thyroxin einnimmt?

Tatsächlich ist das exakt die Schlussfolgerung dieser Studie :) Im letzten Satz vom Abstrakt steht „…levothyroxine is recommended to be prescribed only on approved indications.“ Man darf natürlich nicht vergessen, dass nicht jede Studie einen wissenschaftlichen Durchbruch darstellt, sondern die meisten Forscher unter Publikationsdruck stehen und vieles hat für ‚das echte Leben‘ nur bedingt Relevanz. Wie Anderl sagt, hier wurde erstmal ein Umstand erkannt und ggf. gibt es weitere Studien, die eine mögliche Kausalität bestätigen. Darauf aufbauend, gibt es dann Studien, die diese Kausalität für die Suche nach neuen Wirkmechanismen nutzen, usw.
Und wie du auch selbst sagst, man muss diese Erbgebniss mit etwas Abstand interpretieren und sich bei der Umsetzung lieber auf andere Faktoren konzentrieren (Ernährung, Sport, Spiritualität usw.). Damit hat man dann auch den oxidativen Stress (den die Studie auch zitiert) ausreichend im Griff.

Grüße,
Hector

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Hallo,

habe den Titel geändert und den Link zur Studie eingefügt und schöner gemacht, oben im Beitrag von Anderl:

    L-Thyroxin: Erhöhtes Risiko für Tumorbildung
    von Alexandra Negt, 17.04.2020
    in der apotheke adhoc

    Bezugnehmend auf die Studie:
    Levothyroxine treatment is associated with an increased relative risk of overall and organ specific incident cancers – a cohort study of the Swedish population
    Autor*innen: Per Wändell et. al.
    In: Cancer Epidemiology
    Volume 66, June 2020, 101707
    https://doi.org/10.1016/j.canep.2020.101707

Habe erst mal nur überflogen.

Ein Zentrale Frage scheint mir zu sein, was für Schilddrüsenkarzinome bei den Männern entdeckt werden (Mikrokarzinome), für mein Gefühl steckt in der Studie sehr viel Bias: Wer geht zum Arzt, wer lässt sich die Schilddrüse untersuchen usw,
Auch scheint mir der Untersuchungszeitraum etwas knapp für Schilddrüsenkrebs, der zu den langsam wachsen gehört.

Auch wer bekommt L-T4?
Betroffene, die einen erhöhten TSH-Wert haben.
Es gibt auch Studien, die einen erhöhten TSH-Wert bei einem Schilddrüsenknoten als möglichen Tumormarker untersuchten.
(Ist jedenfalls besser als Tg vor der Operation).

Viele Grüße
Harald

Windig
Nutzer*In

Was denkt ihr über diesen Beitrag?

    L-Thyroxin: Erhöhtes Risiko für Tumorbildung
    von Alexandra Negt, 17.04.2020
    in der apotheke adhoc

    Bezugnehmend auf die Studie:
    Levothyroxine treatment is associated with an increased relative risk of overall and organ specific incident cancers – a cohort study of the Swedish population
    Autor*innen: Per Wändell et. al.
    In: Cancer Epidemiology
    Volume 66, June 2020, 101707
    https://doi.org/10.1016/j.canep.2020.101707

Mir geht es nicht um Angstmachereich. Ich will für mich informiert sein.

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schlittenhund

Danke für die Info,

aber leider bleibt uns gar nichts anderes übrig, als täglich L-Thyroxin zu schlucken. Ich selbst muss auch seit Jahren zusätzlich eine geringe Menge des im Beitrag erwähnten Betablockers einnehmen, aber ich kann es nur als „gegeben“ hinnehmen und es besteht (für mich) keine Möglichkeit, aufgrund neuer Erkenntnisse irgend etwas zu ändern. Wenn es, so wie beschrieben, zu einem Zweitkrebs kommen sollte, ist dies eben Schicksal. Außerdem könnte man, SD-Krebs und L-Thyroxin hin oder her, sowieso jederzeit einen anderen Krebs bekommen, dieses Schicksal bleibt vielen Menschen im Alter nicht erspart. So ist es eben.

Trotzdem danke und alles Gute!
Schlittenhund

Windig
Nutzer*In

Hallo Schlittenhund,
ich meine jetzt bezogen allgemein auf Schildrüsenkranke mit Unterfunktion. Das richtet sich nicht nur an SD-Krebskranke.

Studie sagt was von hohen Schilddrüsenhormonwerte.

Hansjoerg
Nutzer*In

Hallo

Ich finde den Artikel recht oberflächlich geschrieben.
Zudem sehe ich den Zusammenhang zwischen einerseits der Information von einem höheren Krebsrisiko und dann weiter unten mit dem Hinweis von Interaktionen mit andern Medikamenten und dem Hinwweis, dass man die Tablette am besten 30 Min. vor dem Frühstück einnehmen sollte, nicht ganz.

Ich mache mir darum keine grossen Gedanken.
Da fehlen mir zu viele Details und Angaben.
Zudem könne so viele Faktoren da mit spielen und ich denke rein über die Ernährung und Umweltgifte, Kosmetika etc. nehmen wir Tag täglich mehr schädliche Stoffe auf, welche eine Krebs Entwicklung fördern könnten.

LG Hansjörg

1 Nutzer*in hat sich für diesen Beitrag bedankt.
Windig
Nutzer*In

Hohe Schilddrüsenhormonwerte wurden mit einem erhöhten Risiko für Krebserkrankungen in Verbindung gebracht, insbesondere für Brustkrebs, aber auch für Lungenkrebs und alle soliden Krebsarten. Wir untersuchten, ob bei Patienten, die mit Levothyroxin behandelt werden, ein dqerhöhtes Risiko für allgemeine und ursachenspezifische Krebserkrankungen besteht.

Das scheint sich aber auch auf HOHE Schilddrüsenhormonwerte zu beziehn. Oder verstehe ich das falsch?

Anonymous
Nutzer*In

Hallo,

diese Studie macht mir momentan sehr Angst. Vor einem Monat hab ich die Schilddrüse entfernt bekommen. Ich nehme schon seit 4 Jahren L’Thyroxin. Ich müsste es auch nehmen wenn ich die Schilddrüse noch hätte.

Hab eh schon Krebsangst. Leider gibt es auch keine Alternative für die Tabletten. Ich bin deswegen schon fix und fertig.

Ich bin 43 Jahre und mache mich deswegen so verrückt.

Liebe Grüße

Rainer G3

Hallo,

nehme L-Thyroxin Henning 200 jetzt über 6 Jahre täglich.
Vertrage die Tabletten gut und bin weiter krebsfrei.

LG Rainer

Brita

Hallo Lilly 1234,

Gerade das ich deinen Gast -Beitrag.
Möchtest du dich nicht anmelden im Forum?

Dann können wir besser weiter austauschen und du wirst über E-Mail benachrichtigt, wenn zu den Thema etwas geschrieben wird.
Da gibt es einiges zu sagen zu dem Thema Angst
Ich würde dir wünschen, dass du dich nicht verrückt machst, Angst ist kein guter Ratgeber.
Liebe Grüße aus Frankreich und einen schönen Sonntag Nachmittag!

Brita

Anonymous
Nutzer*In

Hallo,

vielen Dank für die Antworten.

Mir hilft es auch schon zu wissen, dass einige Frauen die Tabletten schon einige Jahre nehmen, ohne das sie Krebs bekommen haben.

Hab mich vorher nicht damit beschäftigt, bis ich vor 2-3 Wochen auf die Studie gestossen bin.

Es gibt ja auch welche die seit der Geburt keine Schilddrüse mehr haben.

Ich mache mir zu viel Kopf da drüber.

Nochmals vielen Dank.

GLG

Anderl

Ich würde auch sagen, erstmal im Hinterkopf vermerkt, dass da ein Risiko ist und warten bis es Gründe und hilfreichere Infos gibt.

Bis dahin gibt es ja auch andere Krebs-Risiken, die weit signifikanter sind, und die wir beeinflussen können.

Ich versteh aber auch, wenn man gerade eine Geschichte hatte, ist man mehr unter Wasser und es fehlt die nötige Gelassenheit um den Überblick zu behalten.

Ich schreib mir meistens nach Zeiten in denen ich mehr Angst hatte und es sich zum Guten aufgelöst hab ein paar knappe Sätze auf. Die les ich mir dann durch wenn ich wieder eine Zeit mit mehr Krebs-Angst habe.

Am liebsten mag ich Valentin: „Des is wia bei jeda Wissenschaft, am Schluss stellt sich dann heraus, dass alles ganz anders war.“ Ich bin selbst Wissenschaftler, ich kann also drüber lachen..

Anonym
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