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Studie "Genug T3 – auch ohne Schilddrüse"

| Beitrags-ID: 242708

Hallo,

in der Online-Ausgabe der Ärzte-Zeitung (11.3.08) war eine Meldung über eine Studie,
dass Patienten nach eine Schilddrüsneoperation mit einer reinen T4-Substitution ausreichend T3 zur Verfügung hätten.

Hier meine Anwort als Leserbrief:

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Ihrer Online-Ausgabe der Ärzte Zeitung vom 11.3.08 berichten Sie von einer prospektiven US-amerikanischen Studie aus Washington, die zum Ergebnis hatte, dass „Patienten auch Monate nach Thyreoidektomie ähnliche T3-Spiegel wie vor der Operation“ hatten.

Die De-Iodase von T4 zu T3 in der Leber und der Muskulatur sei völlig ausreichend. Dies sei auch völlig ausreichend, um den „individuell gewohnten T3-Spiegel zu erreichen.“

Leider fehlt eine genaue Quellenangabe zu dieser Studie.

Für uns Patienten ist es nicht nur von Bedeutung, dass die Blutwerte innerhalb der Referenzwerte sind, sondern auch dass wir eine gute Lebensqualität haben. Einer Schilddrüsenoperation geht immer eine Schilddrüsenerkrankung vorraus. Ein Studiendesign, das nur die Blutwerte vor und nach einer Schilddrüsenoperation vergleicht, ist daher völlig unzureichend.

Unsere Erfahrung ist, dass die Blutwerte meist innerhalb der Referenzwerte liegen, dass jedoch einige (nicht alle) Betroffene zusätzliches T3 benötigen, um ausreichend Energie zur Bewältigung ihres Alltags zu haben.

Ferner haben ein Teil (auch nicht alle) der Betroffenen trotz der TSH-Suppression nach Schilddrüsenkrebs erhebliche Probleme ihr Gewicht zu halten und nicht zuzunehmen.
Hier gibt es inzwischen nachgewiesene biochemische Mechanismen, die dazu führen, dass die Betroffenen unter einer T4-Substitution ein verstärktes Hungergefühl haben.
(Quelle: K.-M. Derwahl: Schilddrüse und Adipositas: Gibt es einen Zusammenhang zwischen einer subklinischen Hypothyreose und Übergewicht?; in: K.-M. Derwahl (Hrsg): Schilddrüse und Stoffwechsel: Diabetes mellitus – Adipositas – Knochenstoffwechsel. Berlin 2006 )

Wir als Betroffene sind daher sehr an Studien interessiert, die nicht nur die Blutwerte im Blickpunkt haben, sondern auch unsere Lebensqualität.

Die Substitution mit Schilddrüsenhormonen mag in vielen Fällen problemlos sein.
Wir als Betroffene widersprechen jedoch entschieden der in ihrem Artikel propagierten Vorstellung, dass so ein kompliziertes Organ wie die Schilddrüse immer völlig problemlos durch ein Medikament ersetzt werden kann.

Mit freundlichen Grüßen
Harald Rimmele
Vorstand von
Ohne Schilddrüse leben e.V.

Die Quelle zur Gewichtsproblematik war auch die Grundlage meines FAQ-Hilfe-Beitrag Gewicht und Schilddrüsenhormone

Viele Grüße
Harald

Ergänzung 26.3.08:
Die Redakteurin hat mir inzwischen die Quellenangabe nachgreicht, die dem Artikle in der Ärzte-Zeitung zu Grunde liegt siehe unten http://sd-krebs.de/phpBB2/viewtopic.php?p=57623#57623

Es ist vollbracht!

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