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Thybonfrage (verteilte Thybonaufnahme über den Tag)

Thybonfrage (verteilte Thybonaufnahme über den Tag)

| Beitrags-ID: 260547

Hallo! Ich muss jetzt nochmal fragen, da ich durchs Lesen einiger Beiträge keine Antwort finde. Eine verteilte Thybonaufnahme über den Tag, oder zu einer festen Zeit macht Sinn. Meine Endokrinologin sagte, dass der Körper die T3 Unwandlung trotz Zugabe nicht einstellt. Einige scheinen Thybon nun bei Bedarf zu nehmen. Kann ich das bedenkenlos mal machen? Feste Zeiten und wenn’s sich mal nicht danach anfühlt weglassen oder eben was dazugeben? Danke!

Hansjoerg
Nutzer*In
2015 SD, wegen Kropf entfernt, ohne SD Krebs

Antwort auf: Thybonfrage (verteilte Thybonaufnahme über den Tag)

| Beitrags-ID: 389164

Hallo Papiervogel.

Ich selber nehme zwar kein Thybon obwohl mein freies T3 nicht sehr hoch ist, aber ich komme gut klar so.
Aber vielleicht kann ich trotzdem ein wenig weiterhelfen.

Betreffend Thybon solltest Du einfach wissen, dass die Halbwertzeit viel geringer ist als beim T4.
Bei Thybon geht man von ca. 19 Stunden aus. Das heist in 19 Stunden ist quasi noch die hälfte wirksam. Das ist wichtig für Dich um zu wissen was Du damit im Körper auslöst. Wenn Du also zb. die ganze Dosis am Morgen nimmst um den Tag über ein wenig mehr „fit“ zu sein und dafür am Abend etwas müder gut schlafen kannst. Dann würde ich dies mal so probieren. Kann sein, dass Du dann am Morgen nicht so toll aus den Federn kommst und es dann vielleicht Sinn macht eine kleine Dosis auch gegen Abend noch zu nehmen. Dann hast Du aber evtl. das Problem vom Anfluten und das Du dann nicht gut schlafen kannst.

Ich würde einfach mal mit kleinen Schritten starten und mal ausprobieren was Dir am besten für Dein Tagesablauf hilft. Denn da kann Dir kein Arzt helfen.

Liebe Grüsse
Hansjörg

Anonym
Inaktiv

Antwort auf: Thybonfrage (verteilte Thybonaufnahme über den Tag)

| Beitrags-ID: 389165

Hallo Papiervogel,

nicht alle Menschen vertragen Thybon gut, das vorweg. Falls du aber mal probieren willst, wie es dir damit geht, so würde ich mit einer halben Tablette an einem ruhigen Tag, am besten am Wochenende, anfangen. Wenn der Tag dann nicht gut läuft, kannst du dich am nächsten Tag davon erholen.

Ich habe jahrelang regelmässig zusätzlich zum T4 Thybon genommen, damals hat es einen riesen Unterschied für mich gemacht, es ging endlich bergauf. Aber irgendwann hatte ich genug davon und habe es weggelassen. Nach etwa 10 Tagen war ich dann aus dem „Loch“ wieder raus und habe es nie bedauert, obwohl meine fT3 Werte nach wie vor deutlich im unteren Drittel liegen, was ich auch merke.

Ich habe übrigens nie mehr als eine halbe Tablette am Tag genommen und hatte damit keinerlei Schwierigkeiten. Allerdings hat es mir auch nie den Energieschub gegeben, den ich mir erhofft hatte. Vielleicht habe ich nicht genug genommen. Es hat jedoch meine Wahrnehmung verändert. Anfangs war das sehr nützlich, später hinderlich.

Alles Gute wünscht

Alexa

Antwort auf: Thybonfrage (verteilte Thybonaufnahme über den Tag)

| Beitrags-ID: 389166

Hallo,

wenn man Tybon (L-T3) nimmt, egal ob regelmäßig oder – was nicht von den Leitlinien empfohlen wird „nach Bedarf“ -, sollte man sich auch im Klaren sein, dass man dadurch mehr Schilddrüsenhormone zu sich nimmt.

Die Dosis L-T4 sollte daher reduziert werden.

Die Europäische Leitlinie zur L-T4 und L-T3-Substitution (2012) empfiehlt u.a.:

  • (R10)Es wird vorgeschlagen eine Kombinationstherapie zu beginnen mit einem Verhältnis von L-T4:L-T3 zwischen 13:1 und 20:1 (2/+00).
  • (R11) Während die L-T4 Dosis einmal am Tag gegeben werden kann, soll die L-T3 -Dosis, wenn möglich aufgeteilt werden, in eine Dosis vor dem Frühstück und eine größere Dosis vor dem Schlafengehen, um den natürlichen fT3-Spiegel im Tages verlauf zu simulieren (2/00).

Es wird oft behauptet, dass fT3 sehr direkt wirke.

Meine persönliche Erfahrung ist eine andere.
Ich nehme aktuell 125µg L-T4 morgens und 10µg L-T3 vor dem Schlafen gehen, und mein TSH-Wert ist im unteren Referenzbereich.

Früher wurde in Vorbereitung zu einer Radioiodtherapie oft ein paar Wochen nur L-T3 gegeben, bevor man gar keine Schilddrüsenhormone mehr bekam.
Meine Erfahrung:

  • Ich konnte nachts nicht schlafen, da ich extreme Hitzewallungen hatten, extrem unruhig war, konnte mich auf nichts konzentrieren, was an der Überdosis wg. gewollter TSH-Unterdrückung lag.
  • morgens nahm ich meine 60 µg L-T3 und konnte dann endlich schlafen
  • mittags habe ich dann die zweite Dosis mit 40 µg L-T3 genommen
  • Nachts hatte ich dann meine Hitzewallungen (siehe oben)

.

Früher – vor der ETA-Leitlinie – sahen manche Ärzt*innen es sehr ungern, dass man L-T3 nahm. Ich hatte daher auch Zeiten, in denen ich nach einer Kombinationstherapie nur L-T4 nahm. Zunächst merkte ich, nach dem Weglassen von L-T3 gar nichts, über mehrere Wochen hinweg, wurde ich jedoch dann immer träger. Nahm ich dann wieder L-T3 zusätzlich (regelmäßig), war alles wieder in Ordnung.

Viele Grüße
Harald

Antwort auf: Thybonfrage (verteilte Thybonaufnahme über den Tag)

| Beitrags-ID: 389167

Danke Euch!!!

Harald, ich habe gerade deinen Erfahrungsbericht gelesen, in jenem du T3 weggelassen hast und nach einiger Zeit eine geistige Trägheit verspürt hast und instinktiv nach „Wachmachern“ gesucht hast. Dabei musste ich schmunzeln, weil es auch mir so ergeht.

Es gibt zwei Präparate, welche meinen Geist ohne T3 anschalten, dass ist Thyronajod und Tirosint. Leider aber auch starke körperliche Nebenwirkungen bei beiden.
Bei den anderen Thyroxinpräparaten bin ich so vernebelt und weit weg oder habe Sehstörungen, laufe wie betrunken vor Schwindel ect.
Das erste Mal als ich Thybon probierte, war dass wie eine Erlösung. Sehschwierigkeiten gingen weg, der Körper atmete von ganz allein (so habe ich oft das Gefühl jeden Atemzug bewusst ausführen zu müssen) und ich fühlte mich mal so wie vor der Operation. Ich sah in den Spiegel und sah mich! Ganz andere Klarheit! Ja und abends konnte ich sehr gut schlafen.
Ich war fit, aber nicht so verkrampft und unangenehm Energiegeladen wie mit nur Thyroxin.

Nunja, es schien mir aber auf Dauer den T4 Wert herunterzudrücken und plötzlich war ich wie in tiefster Unterfunktion- gefühlt und bekam Luftnot, Koliken, Depression und Angstzustände. Irgendwas lief falsch, aber die ersten Wirkungen des Thybons, haben mir Hoffnung auf ein halbwegs normales Leben mit Thyroxin gegeben.

Hansjörg, mit der Halbwertzeit ist gut zu wissen vielleicht brauche ich dann auch nicht jeden Tag, sondern nur jeden zweiten Tag supplementieren. Ich hab das Nachlassen des Thybons beim damaligen versuch daran gemerkt, dass ich ganz doll anfing zu frieren und der Körper wieder anfängt zu hyperventilieren.

Mal schauen, ob ich nochmal einen Versuch wage.

Schönen Tag Euch!

Anonym
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