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Antwort auf: Normales Parathormon, niedriger Kalziumspiegel nach OP
Hallo Michaela,
Glückwunsch zu den tollen Werten!
Warum möchte Dein Arzt das AT10 nur tropfenweise ausschleichen? Meint er, dass eine vielleicht doch folgende Absenkung des Calciumspiegels so rechtzeitiger gemerkt werden könnte? Da das Mittel nach dem Absetzen noch nachwirkt, kann es sein, dass so ein Effekt erst nach 3-4 Wochen einsetzt. Und dann wieder hochzugehen mit der Dosis bringt auch nicht sofort Wirkung.
Also, es mag für den Körper so „sanfter“ ablaufen (ich habe es bei meiner Umstellung von AT10 auf Rocaltrol auch nicht alles auf einmal abgesetzt, sondern binnen 4 Wochen.), aber bei Deinen guten Laborwerten (die hatte ich nicht) kann man es auch als überflüssige Verzögerung ansehen. So lange nicht zu viel Calcium im Blut ist, dürfte das langsame Vorgehen allerdings auch nicht gefährlich sein.
Tja, Ursachen für das Lippenzucken fallen mir außer Magnesiummangel nur noch zwei ein:
1. Zu viel Kalium (durch Nieren- oder Nebennierenfunktionsstörung oder durch Medikamente), denn das hat neben Calcium und Magnesium auch einen Einfluß auf die neuromuskuläre Erregbarkeit.
2. Eine falsche Atemtechnik (mehr ein als aus, „Hyperventilation“) kann trotz gutem Calciumspiegel Tetaniesymptome machen, weil das eigentlich wirksame „ionisierte Calcium“ abgesenkt wird. Das geschieht durch Verschiebung des Säuregrades des Blutes („Alkalose“), die selten auch andere Ursachen haben kann, meist aber nur kurze Zeit dauert.
Und Ursache für einen niedrigen Calciumspiegel trotz Medikation und guter Werte könnte ein „hungry bone syndrom “ sein. Wenn vor der OP eine Knochenstoffwechselstörung durch Hyperthyreose, Mangel an Vitamin D und/oder eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen bestand und dadurch die Knochendichte schon abgenommen hatte, wird jetzt eine Weile „wieder aufgefüllt“. Vom eingenommene Calcium wird so viel wie möglich aus dem Blut gleich in die Knochen „weitergereicht“.
Bitte denk dran, dass alle diese Überlegungen auf angelesenem Laienwissen beruhen. Es würde sich also sicher lohnen, diese Überlegungen noch mal mit einem studierten Mediziner zu besprechen, aber das ist ja bei Forumsbeiträgen auch klar. 😉
Viele Grüße
Frauke