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InSeNSU
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Basedow, Hypoparathyreoidismus

Antwort auf: Probleme (psychisch, Verdauung…) obwohl Calciumwert o.k.

| Beitrags-ID: 300390

Hallo Werner,

bitte geh zum Arzt. Es gibt noch andre mögliche Ursachen für Deine Probleme. Auch wenn man dazu neigt, die Organe für „schuldig“ zu halten, die operiert wurden, oder erst recht die deshalb nun genommenen Medikamente, muss nicht alles daran liegen. Leber- und Nierenwerte sollten meines Erachtens getestet werden und auch Lipase (Bauchspeicheldrüsenwert).

Natürlich kann unsere Krankheit auch psychische Probleme machen. Eine sehr gute Veröffentlichung dazu findest Du hier:
http://www.opus-bayern.de/uni-wuerzburg/volltexte/2003/457/

Die typischen sonstigen Symptome der Nebenschilddrüsenunterfunktion und Behandlungshinweise findest Du unter www.insensu.de .

Beim Umsteigen von Tachystin auf Rocaltrol muss beachtet werden, das Tachystin nach dem Absetzen noch wochenlang nachwirkt. Wenn man es heute absetzen und morgen mit Rocaltrol beginnen würde, käme es nach 3-4 Tagen (Rocaltrol wirkt schnell) unter Umständen zu viel zu hohen Calciumwerten, weil die Medikation „doppelt gemoppelt“ wäre! Man muss also nach dem Absetzen von Tachystin erst so lange warten, bis der Calciumwert deutlich absinkt. Das sollte etwa zwei Mal wöchentlich kontrolliert werden. Calcium für Notfälle und den InSeNSU-Notfallausweis sollte man in dieser Phase bei sich haben! Wenn es so weit ist, beginnt man mit Rocaltrol, dass dann wie gesagt schnell wirkt. Auch bis da die richtige Menge gefunden ist, sind zwei Laborkontrollen pro Woche notwendig.

Eine gute Übersicht, die Menge und Wirkzeiten der verschiedenen Präparate vergleicht, findest Du hier:
http://med2.klinikum.uni-muenchen.de/leitlinien/kapitel_57_hypoparathyreoidismus.pdf
auf Seite 2
Tachystin hat den Wirkstoff Dihydrotachysterol, Rocaltrol enthält Calcitriol.

Ich hoffe Du hast einen guten Arzt, der sich auskennt oder bereit ist, Informationen von Dir (bzw. aus dem Internet) in seine Therapie einzubeziehen.

Vor allem brauchst Du nun ja einiges an Laborwerten. Notfalls muss Dein Hausarzt Dich zum Endokrinologen überweisen. Evtl. ginge auch ein Nephrologe, weil der sich wegen seiner Dialyse-Patienten mit den Nebenschilddrüsen auskennt.

Jedenfalls brauchst Du Dich mit dem derzeit schlechten Zustand nicht abzufinden, denn ein bisschen mehr Lebensqualität sollte mit gut eingestellten Medikamenten durchaus möglich sein.

Alles Gute wünscht Dir
Frauke