Ich möchte dir Mut machen, gib nicht auf! Jetzt sind es 3 Jahre seit meinem OP mit bds. Stimmbandlähmung. Nach einem 1/2 Jahr Logopädie beim Chef der Uniklinik hatte sich ein Stimmband etwas erholt. Der Logopäde meinte, ich sollte zufrieden sein, man höre mich ja wieder. Meine Stimme gefiel mir aber überhaupt nicht, oft heiser und ich konnte ihr nicht trauen, weil sie oft „kippte“.
Weil einige hier im Forum gute Erfahrungen mit Singen gemacht haben, fragte ich den Phoniater, ob mir Singstunden helfen würden. Er warnte mich vor einer Überforderung. Ich liess nicht locker, so schickte er mich zu einer Logopädin, die auch Gesangslehrerin ist. Diese Frau bewirkte Wunder. Ich musste völlig neu beginnen. An der Körper- und Kopfhaltung arbeiten, völlig neue Lockerungs-, Atem- und Sprechübungen machen. Sprechen mit Resonanz lernen und meinen Körper dazu einsetzen. Mit ihrem geschulten Ohr korrigierte sie mich immer sofort, wenn ich etwas nachliess. Zu guter Letzt lernte sie mich meine Stimme um ca. 4 Töne zu senken, weil die Stimme dort einfach am besten tönt. Es war 3/4 Jahre lang Knochenarbeit, hat sich aber gelohnt. Meine Stimme tönt jetzt für mich und andere wieder gut. Ich getraue mich wieder vor Publikum zu sprechen und für den hausgebrauch zu singen. Der med. Befund vor einem Jahr: ein Stimmband bewegt sich sehr gut, es legt sich an das Gelähmte an. Nur bei Anstrengung z.B. Treppensteigen keuche ich schnell mal.. aber was solls ich bin auch keine 20 mehr.
P.S Der Ehemann meiner Logopädin hat ein interessantes Buch verfasst:
Unsere Stimme – ihre Funktion und Pflege I
Stimmbildung in Chor und Schule
Anatomie und Physiologie der Stimmorgane
Heinrich von Bergen
Übungen zu den Themen Haltung, Atmung und Stimmbildung
M&S 1082 ISBN 3-9520878-5-8
Trudi