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Maria2
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pap. Karzinom pT3 tall-cell-Variante

Antwort auf: 11. Großes Herbsttreffen 2010 – Nürnberg 22.-24.10.10

| Beitrags-ID: 329054

Könnte jemand man die Fachbeiträge in ein paar Sätzen zusammenstellen?

Hallo Michael,

ich versuch`s mal:

In Dr. Verburgs Vortrag ging`s um das Langzeitüberleben nach differenziertem SD-Krebs.
Besonders wichtig ist eine erfolgreiche Ablation. Wenn die Ablation nicht erfolgreich war, bekommt die Hälfte der Patienten ein Rezidiv.
Nach erfolgreicher Ablation ist das Langzeitüberleben sowohl bei Einstufung als low-risk als auch bei high-risk ebenso wie in der Vergleichsgruppe ohne SD-Krebs.
Dies gilt für Karzinome, die auf die SD begrenzt waren, aber auch nach Lymphknotenmetastasen.
Problematisch wird`s bei Fernmetastasen, da ist das Langzeitüberleben niedriger als in der Vergleichsgruppe. Wenn man unter 45 ist, sieht`s noch etwas besser aus, über 45 eher schlechter.
Ob der Krebs noch Jod speichert oder nicht mehr, spielt dabei nur eine geringe Rolle.

Prof. Dr. Reiners referierte über die Behandlungsmöglichkeiten bei wenig differenziertem SD-Krebs:

In erster Linie versucht man, eine Redifferenzierung der Zellen zu erreichen (in Würzburg mit Roaccutan). Bei einem Drittel der Patienten sprechen die Zellen darauf an, bei zwei Drittel nicht. Die Erfolgsquote ist bei anderen Mitteln in etwa gleich, mit Roaccutan hat man mehr Erfahrung.

Klassische Chemotherapien sind bei SD-Krebs nur sehr begrenzt wirksam.
In den letzten Jahren hat sich viel getan bei der Entwicklung neuer Medikamente, der sog. Thyrosinkinase-Inhibitoren (müssen dauerhaft eingenommen werden). Diese versuchen nicht, die Zellen abzutöten (wie klassische Chemotherapien), sondern machen die Zelle unschädlich (ich bin mir nicht ganz sicher: Beeinträchtigen sie den Stoffwechsel der Krebszellen? ) :?: Möglich ist dies, weil SD-Krebszellen oft ganz spezielle Gen-Mutationen aufweisen, und genau da setzen die Thyrosinkinase-Inhibitoren an.
Die meiste Erfahrung liegt mit Sorafenib vor, SD-Karzinome sprechen darauf gut an: Bei etwa 30 % der papillären und follikulären Karzinome konnte eine Volumenabnahme erreicht werden. Bei anaplastischem Karzinom bewirkt`s dagegen nicht viel.
Teilnehmer der Sorafenib-Studie sind Erlangen, Essen und Würzburg.

Beim medullären Karzinom wird eher Zactima eingesetzt.

Bei Knochenmetastasen ist zur Stabilisierung des Knochens die Bestrahlung möglich. Sofern möglich, wäre eine OP allerdings vorzuziehen (weil man mit der Bestrahlung den Krebs nicht endgültig wegbekommt).

Bei Lungenmetastasen wäre entweder Radiochirurgie erfolgversprechend oder die Protonentherapie.

So, das war`s, ich hoffe, ich hab alles einigermaßen richtig wiedergegeben, bitte korrigiert mich, wenn was falsch ist.

Viele Grüße,
Maria

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