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Antwort auf: Osteoporose und Calcium im Urin
Hallo Weberin,
der Wert sollte im Normbereich liegen, aber besonders für diesen Wert gibt es zwischen den Laboren Unterschiede, wobei auch zwischen Mann und Frau unterschieden wird.
Außerdem weisen manche Autoren darauf hin, dass dieser Wert „bei normaler Kost“ gilt, was natürlich sehr relativ ist.
Aber die Ernährung spielt wirklich eine große Rolle und natürlich die Medikation.
Nimmst du die Calcium forte in einem Rutsch? Das könnte ein Grund für die leider zu hohe Calciumausscheidung sein. Besser für uns ist wegen der niedrigeren Nierenschwelle des Hypopara-Patienten die Verteilung der Gesamtmenge auf 3-4 Portionen über den Tag. (Brausetablette durchbrechen oder gelöste Brause nicht auf einmal trinken) Auch sehr calciumhaltige Mahlzeiten (z.B. mit Parmesan-Käse, Hartkäse) sind nach Möglichkeit zu vermeiden. Das Nahrungscalcium sollte im Prinzip so aufgeteilt werden, dass es auch zusammen mit dem Tablettencalcium nicht zu viel wird. Sonst kommt es etwa 2 Stunden nach der (zu hohen) Zufuhr zu einem vorübergehend zu hohen Blutspiegel mit Ausscheidung über den Urin.
-Aber: Die Knochendichte verhält sich beim Schilddrüsen-Patienten mit Hypopara anders als bei „Durchschnittsbürger“. PTH wird nicht umsonst bei schwerer Osteoporose als Spritze eingesetzt. Es fördert den Knochenstoffwechsel, wenn es in dieser Form (1xtäglich) gegeben wird. Andererseits kann PTH-Mangel zu erhöhter Knochendichte in einigen Bereichen des Skeletts (LWS) führen.
Osteoporose ist beim Hypopara oft erst mit Verspätung zu messen, wobei es Unterschiede gibt zwischen Wirbelsäule, Hüftknochen und den anderen Knochen.
Wie der Hypopara den Knochenstoffwechsel im einzelnen beeinflusst, wird in Amerika derzeit von Professor Bilezikian/Dr. Rubin intensiv untersucht. Es gibt dazu auf Englisch schon einiges an Ergebnisberichten wie diesen:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21735476
Zu warnen ist in jedem Fall vor Osteoporose-Medikamenten, die den Calciumeinbau in die Knochen fördern und dabei den Calciumspiegel im Blut gefährlich (für uns) absenken können. Die Osteoporose-Behandlung beim Hypopara gehört in die Hand eines Knochenstoffwechsel-Spezialisten und erfordert sehr viel Erfahrung.
Fazit: Zu viel Calcium im Urin ist für die Nieren auf Dauer durchaus gefährlich und sollte versuchsweise mit einem Thiazid-Diuretikum behandelt werden, wenn die oben genannten Maßnahmen nicht ausreichen. Achtung: Blutcalcium steigt dann an, es kann aber zu Mangel an anderen Elektrolyten (Kalium) kommen.
Zu Osteoporose-Therapie ist beim Hypopara eine Erhöhung des Blutcalciumspiegels nicht geeignet. Es muss in anderer Form in den Knochenstoffwechsel eingegriffen werden, da zwischen niedriger Nierenschwelle und ausreichender Versorgung der Knochen mit Calcium ein Weg gefunden werden muss.
Dafür wünsche ich dir viel Erfolg und würde mich auch über weitere Erfahrungsberichte freuen. Schließlich komme ich auch langsam in ein Alter, wo meine Knochendichte trotz Hypopara nachlassen könnte. Werde demnächst wohl auch mal wieder messen lassen.
Viele Grüße
Frauke