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BeateMitglieder-Beirat SD-Krebs 2000 (pap. + foll.)

Antwort auf: Studie: Unterfunktion so wie Alkohol am Steuer (Ain 2014)

| Beitrags-ID: 361459

Hallo Harald,

in Deutschland muss man nicht den Arzt überzeugen.

Wirklich nicht? Nie?

Klar sagen die Leitlinien (nicht nur die amerikanischen) und sämtliche Studien, dass die Vorbereitung mit rhTSH gleichwertig ist … klar hat Thyrogen die Zulassung für RJD und RJT … und klar wird es erstattet … und es gibt eine Aufklärungspflicht

Das ist hier in Frankreich genauso!

Aber werden wirklich ALLE Patienten ausreichend darüber aufgeklärt, dass es eine Alternative zur Unterfunktion gibt? Und dies rechtzeitig, also sofort nach der OP – nicht erst, wenn sie schon soweit in der Unterfunktion sind, dass sie 1) nicht mehr wirklich klar denken können und 2) es sowieso nicht mehr lohnt, noch rhTSH zu verabreichen, TSH ist schon so hoch genug?

Ich denke hier vor allem an all die Patienten, die sich nicht im Internet erkundigen, und die den Verein nicht kennen …

Es werden doch sicher nicht „alle“ RJTs und RJDs (außer die mit Fernmetastasen) unter rhTSH gemacht, sondern noch eine ganze Reihe mit Unterfunktion?

Hier in Frankreich ist es jedenfalls so … viele Ärzte „trauen dem gentechnisch hergestellten TSH“ nicht richtig, und greifen auf die „bewährte“ Methode des Hormonentzugs zurück, sowohl (vor allem) für die Therapie als auch – gar nicht selten – für die RJD oder sogar nur die TG-Kontrolle … und der Patient hat es schwer, sich durchzusetzen, und was soll er auch antworten, wenn man ihm sagt „Unterfunktion ist besser, die Ergebnisse sind genauer“ – Leitlinien aus der Tasche ziehen? Wenn der Arzt ihm versichert, UF sei sicherer, wird der Patient meist kein „Risiko für seine Gesundheit“ eingehen, indem er ihm widerspricht, Leitlinie hin oder her …

Gibt es eigentlich Statistiken darüber, wieviele RJTs und RJDs mit Thyrogen gemacht werden und wieviele mit Unterfunktion, und ob es in bestimmten Zentren mehr sind als anderswo?

Ich denke, so eine Studie kann durchaus nützlich zu sein, wenn man eine Argumentationshilfe braucht …

Und außerdem auch dabei, eine längere Krankschreibung auszuhandeln, wenn man in die Unterfunktion musste … denn das wird ebenfalls (jedenfalls hier in F) sehr unterschiedlich gehandhabt, manche meinen, 1 oder 2 Wochen nach der RJT sei man schon wieder arbeitsfähig … was oft NICHT der Fall ist, ich selber brauchte jedesmal 4 Wochen Krankschreibung plus 3 Wochen Urlaub, bis ich wieder einigermassen „ich selber“ war …

Liebe Grüße an alle!

Beate

Mitglied im Forum seit 1999. Gründerin des französischen Schwester-Forums und -Vereins "Vivre sans Thyroïde" (seit 2000): www.forum-thyroide.net