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Antwort auf: RJT ablehnen???

| Beitrags-ID: 401412

Hallo Butterflysaviour,

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Ich kann deine Zweifel bezüglich der Radioiodtherapie sehr gut nach voll ziehen, auch eine erste Radioiodtherapie kann zur Mundtrockenheit, Geschmacksttörungen führen und auch, wenn auch nur zu einem sehr geringen Prozentsatz, zu einem Zweitkrebs.

Die Begründung, dass dadurch die Nachsorge besser ist, wäre mir auch zu schwach. Auch ist es nicht unbedingt so, dass immer ein exzellentes Ansprechen der Radioiodtherapie stattfindet. Oftmals gibt es auch nur ein „gutes Ansprechen„: (Unbestimmbares Ansprechen (indeterminate response) , was meist eher zu Verunsicherung führt.Wobei sich am Risiko an diesem Krebs zu sterben nichts ändert, allerdings geht man davon aus, dass in dieser Gruppe ein höherer Rezidivrisiko herrscht, Statt 1-4 % Risiko beim exzellenten Ansprechen, sind es in dieser Gruppe 15%-20%, bei denen in einem Zeitraum von 5 bis 10 Jahren ein Tumor in der Nachsorge gefunden wird.

Wichtiger scheint mir daher auch die Frage, welchen Zusatznutzen hat eine Radioiodtherapie zum jetzigen Zeitpunkt?

Dieser ist nicht so eindeutig, siehe Forenthema: Kontroversen und Konsensus über den Einsatz der RIT

Aus den Martniniqu Prinzipien sind vor allem die Prinzipien 4 und 5 für Deine Frage von Relevanz:

4. Der post-operative Krankheitsstatuts Bewertung muss standardisiert und integraler Bestandteil der klinischen Routinenachsorge werden.

5. Die optimale Zuweisung von Patient*innen für eine adjuvante Radioiodtherapie erfordert die Betrachtung und Bewertung vieler Faktoren über den post-operativen Krankheitsstatus und die Einteilung in Risikogruppen hinaus.

Es gibt da leider noch kein standardisierte Bewertung, aber folgende Aspekte können für oder gegen eine Radioiodtherapie (RIT bzw. RJT) sprechen:

  1.  Gibt es Antikörper gegen Thyreoglobuline (TAK). Wenn ja, dann spricht einiges für eine RIT, weil die Nachsorge dann noch mehr erschwert ist. Und man den Tg-Wert überhaupt nicht benutzen kann, siehe auch nächsten Punkt:
  2. Forenthema: ATA (2015): Postoperativer Tg-Wert, ob RJT indiziert; schon vor Jahren, vor dieser amerikanischen Empfehlung, war z.B. bei @Alba nach der Operation kein Schilddrüsengewebe mehr sichtbar, so dass man auf die RIT verzichtet hat.
  3. War es das klassische papilläre Schilddrüsenkarzinom, oder eine aggresivere Sub-Variante:  siehe Beschreibung der Forums-Gruppe: Papilläres Schilddrüsenkarzinom
  4. Wie viele Lymphknoten hat der Chirurg entnommen? Wenn es nur 2 waren, und 2 davon befallen, so kann man davon ausgehen, dass da sicherlich noch mehr Lymphknotenmetastasen sind. Im Operationsbericht sollt dies stehen.
  5. …..

Es gibt sicherlich noch weitere Faktoren, wie gesagt es gibt noch keinen gemeinsamen Standard. Nach der amerikanischen Leitlinie gehörst Du mit den zwei Lymphknoten-Metastasen (es sei den dies waren Mikormetastasen nicht gößer als 2mm) zur Gruppe Intermediate-risk (intermediäres, mittleres Risiko für ein Rezidiv); siehe Forenthema: ATA: Risikogruppen beim differenzierten Schilddrüsenkrebs

Auch die amerikanische Leitlinie favorisiert hier auch eher die Radioiodtherapie, auch wenn sie im Vergleich zu Deutschland die Radioiodtherapie zurückhaltender empfehlen.

Hier noch der Hinweis zum Forenthema: Merkblatt: Arzt-Patienten-Gespräch, damit du gemeinsam mit den Ärzt*innen zu einer Entscheidung kommst, die von Dir und von Ärzt*innen getragen wird.

Habe vor über 20 Jahren, mich nach zwei Radioiodtherpaien gegen eine Radioiodiagnostik entschieden, weil mir der Sinn nicht einleuchtete. Habe diese Entscheidung damals gemeinsam mit meinem Endokrinologen getroffen.

Viele Grüße,

Harald

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