Hallo Birgit,
dann hat dein Endo die europäischen Leitlinien nicht gelesen.
https://academic.oup.com/ejendo/article-pdf/173/2/G1/46337350/g1.pdf
Dort wird ausdrücklich empfohlen, bei zu niederigen 25-OH-D3-Werten zusätzlich zur Hypopara-Medikation Cholecalciferol zu geben. Die LL empfehlen allerdings tägliche Einnahme kleiner Mengen (400-800 I.E.) und nicht etwa eine Stosstherapie mit 20 000 oder mehr Einheiten, wie sie z.B. in der Osteoporose-Therapie oft vorkommt.
Cholecalciferol ist meines Wissens erst ab Tagesdosen über 2000 I.E. verschreibungspflichtig. Höhere Tagesmengen würde ich auch ohne ärztliche Anweisung nicht nehmen.
Cholecalciferol wird zwar möglicherweise beim Hypopara nur zu 25-OH-D3 (Speicherform) verstoffwechselt, aber auch dieses hat im Körper einige Funktionen. Für die Umwandlung von 25-OH-D3 in Calcitriol , also in die auf den Calciumspiegel wirkende Verbindung (1,25-OH-D3) braucht es Parathormon.
Die Dt. Ges. für Endokrinologie hat in der Covid-Zeit dazu sogar eine sehr differenzierte Pressemitteilung herausgegeben:
https://www.endokrinologie.net/pressemitteilung/vitamin-d-grundversorgung.php
Die Kassen zahlen allerdings wohl nur bei Osteoporose
In jedem Fall ist bei zusätzlicher Einnahme von Cholecalciferol beim Hypopara nach 4-6 Wochen eine Kontrolle des Serumcalciums empfehlenswert, denn sofern noch PTH da ist, kann über die Umwandlung ein Einfluss auf den Calciumspiegel möglich sein.
Viele Grüße
Frauke
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