Quelle Frau Dr. Friedrichs
6.Hypopara Bundestreffen in Münster 16. Bis 18. Mai 2025
Thema 2: Hypoparathyreoidismus und das Auge
Referentin Fachärztin Letitia Friedrichs, Augenklinik des Universitätsklinikum Münster
Frau Dr. Letitia Friedrichs hält einen sehr informativen Vortrag über das Auge
Die Anatomie des Auges werden beschrieben. Die Schichten der Augenhaut, vorderer Augenabschnitt, Linse, hinterer Augenabschnitt. Mann kann es bildlich fast mit einer Kamera vergleichen : Vorderer Abschnitt ist das Objektiv, hinterer Abschnitt ist der Film.
Es werden die verschiedenen Normal- und Fehlsichtigkeiten erläutert. Der Brennpunkt des Sehens ist bei Normalsichtigkeit auf der Netzhaut, bei Kurzsichtigkeit vor der Netzhaut, bei Weitsichtigkeit hinter der Netzhaut und bei der Stabsichtigkeit ist das Objekt verzerrt.
Die Augenlinse ist elastisch und ändert ihre Form um auf nahe oder ferne Objekt zu sehen.
Die Ziliarmuskeln in der Linse sorgen für diese Elastizität . Fähigkeit nimmt mit fortschreitenden Alter ab.
Veränderungen im Auge bei Hypoparathyreoidismus
Veränderungen im Auge sind Folge von (chronisch) veränderter Kalziumwerte (Hypokalzämie) und überschüssiger Phosphatmengen (Hyperphosphatämie)
Trockenes Auge: – Calcium ist wichtig für die Sekretion der Tränenflüssigkeit
– geringe Tränenfilmproduktion oder veränderte Zusammensetzung dessen
Symptome sind: Brennen, Juckreiz, Fremdkörpergefühl, vermehrte Lichtempfindlichkeit, vermehrtes Tränenträufeln. Das ganze wird durch Bildschirmarbeit und Kontaktlinsen verstärkt.
Basistherapie: –benetzende Augentropfen und – Gele (Tränenersatzmittel möglichst ohne Konservierungsmittel)
Katarakt: ist altersbedingte Linsentrübung, es gibt Kerntrübung, Rindentrübung und hintere Schalentrübung. Die Symptome sind verschwommenes Sehen, vermehrte Blendempfindlichkeit, Veränderung der Refraktionswerte ( entspricht in etwa Sehkraft-,Sehschärfenbestimmung)
Der Katarakt und Hypoparathyreoidismus ist ein metabolischer Katarakt, die durch biochemische Veränderungen verursacht wird. Die Ursachen sind Hypokalzämie ( Dysregulation der Pumpfunktion von Nährstoffen und Wasser in der Linsenmembrane, Linse schwillt an) und Hyperphosphatämie (Kalzium-Phosphat- Kristalle lagern sich in der Linse ab.
Am häufigsten sind hintere Schalentrübung, Folge Nebel, verschwommenes Sehen Blendempfinlichkeit.
Einen Zusammenhang besteht mit Dauer der Erkrankung und Vorhandensein von Verkalkungen der Basalganglien.
Therapie beim Katarakt ist eine Operation,in der die Linse ersetzt wird.
Papillenödem ist eine Schwellung des Sehnervkopfes. Folge. Rand unscharf beim Sehnerv, Blutungen. Es sind viele Ursachen dafür möglich, die Symptome sind abhängig von der Ursache.
Ursache-Hypothese: Bildung von Kalzium-Phosphat-Kristallen, Ablagerung in gut durchblutetem Gewebe (Basalganglien,Nieren, Augen). Störung der Hirndruckregulation (Erhöhung). Symptome sind Kopfschmerzen, verschwommenes Sehen. Therapie: Ungleichgewicht von Kalzium und Phosphat beheben, bei frühzeitiger Therapie umkehrbar, Nervenfaserverlust bei fortbestehender andauernder Druckerhöhung.
Kalkablagerungen: Es werden verschiedene Bilder gezeigt, wie die Kalzifizierung des okulären Gewebes aussehen kann.
Kann es auch zu Augenbewegungsstörungen kommen?
Keine Auswirkungen
Die Augenmuskeln sind quergestreifte Muskulatur wie die Skelettmuskulatur
aber – embryologisch und funktionell hoch spezialisiert
Welche Veränderungen treten beim Hyperparathyreoidismus am Auge auf?
Veränderungen im Auge sind Folgen (chronisch) veränderter Kalziumwerte (Hyperkalzämie)
Wann sollten Sie zur augenärztlichen Kontrolle?
-zum Diagnosezeitpunkt: – sind bereits Veränderungen (Katarakt, Papillenödem…) sichtbar
-jährlich : – bei fehlenden Beschwerden und keinen Augenveränderungen
– vor allem bei langwieriger Erkrankung oder schwankendem Kalzium-/Phosphatwerten
– alle 6 Monate: -wenn Anzeichen für Veränderung an den Augen sind
– bei gleichzeitig bestehenden Autoimmunerkrankungen
– zeitnah: – bei auftretenden Beschwerden ( z.B. verschwommenes Sehen, Schmerzen ..
Stichworte zum Untersuchen lassen: Vorderes Auge, Augenhintergrund, Linse, Netzhaut, trockenes Auge, Katarakt, Sehnerv
In der alten Literatur wird der Tetaniestar als Folge von zu wenig Ca im Blut beschrieben, zu wenig Ca → Folge: Zu wenig Ca im Kammerwasser → Folge: Pumpe funktionieren nicht
Verschiedene Fragen:
Ist das Problem des Katarakts mit dem Austausch der Linsen ( und dem Einsatz des YAK- Lasers beim Nachtstar ) für immer verschwunden oder entwickelt man als Hypopara weitere Verkalkungen im Auge?
Eher nein
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Hypopara und extremer Flügelfellwucherung?
Eher nicht
Flügelfellwucherung bedeutet Bindehaut wächst über die Hornhaut
Wie machen sich Calciumphosphatablagerungen auf der Hornhaut bemerkbar, und wie weist man sie nach?
CaPo4-Ablagerung auf der Hornhaut kann man mit der Spaltlampe sehen
Fliegen im Auge sind harmlos, schwirren im Glaskörper herum (Glaskörpertrübung), Alterungsprozess
Scheibenwischer beruht auf fehlenden Tränenfilm.
Graue Star OP gefährlich?
Risiko sehr gering, aber man kann erblinden.
Langfristige Cortisoneinnahme kann Katarakt auslösen.
Lidrandentzündung führt zur Hornhautentzündung. Folge: Hornhauttrübung.
Bei trockenen Augen Hornhaut benetzen (ohne Konservierungsmittel) und viel hilft viel.
Unregelmäßige Hornhautverkrümmung entsteht eher nicht durch unregelmäßige Ca-Werte.
Multifokallinsen nur bei gesunden Augen einsetzen, eher Einstärkenlinsen einsetzen lassen und Nah- oder Fernbereich durch Brille korrigieren lassen.
Anzeichen für Netzhautablösung sind Rußregen, Blitze, verschwommenes Sehen.
Kurzzeitiges verschwommenes Sehen weist auf abgerissenen Tränenfilm hin.
Fazit: Cacium-Spiegel soll im niedrigen Bereich gehalten werden.
Viele Grüße
Dolores